Schromm: "Vor einem Jahr hätten wir gar nicht herfahren brauchen"

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Mit dem FC Energie Cottbus und der SpVgg Unterhaching trafen am 3. Spieltag zwei Mannschaften aufeinander, die richtig gut in die Saison gestartet sind. Die Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, bis das Spiel in der Schlussphase endgültig explodierte.

Marseilers Premiere "bringt am Ende nichts"

Gerade erst hatte seine Mannschaft eine Zwei-Tore-Führung, noch dazu in Überzahl, in nicht mal zwei Minuten aus der Hand gegeben. Trotzdem war Haching-Trainer Claus Schromm direkt nach dem Spiel am "Telekom"-Mikrofon schon wieder am Lachen: "Ich glaub, dass es ein richtig geiles Fußballspiel war", so der Coach, der allerdings einschränkte: "Für uns bitter natürlich."

Bitter in erster Linie, da die SpVgg Unterhaching eigentlich wie der sichere Sieger wirkte. In der ersten Hälfte hatte Luca Marseiler sein erstes Drittliga-Tor nach langer Verletzungspause erzielt: "Natürlich ist es ein schönes Gefühl, nach so einer langen Verletzungspause so ein Tor zu machen", so der Torschütze. Den Führungstreffer veredelte Stephan Hain dann per Kopf in der 84. Minute mit dem Treffer zum 2:0. Was allerdings danach passierte, ließ Marseiler den eigenen Treffer relativieren: "Das bringt nur nichts, wenn wir am Ende nicht gewinnen."

Eine Schlussphase voller Brennpunkte

Denn in der Schlussphase geriet die Partie komplett aus den Fugen: Erst musste Cottbus-Trainer Pele Wollitz auf die Tribüne, dann traf mit Marc Stein der Kapitän der Hausherren zum Anschluss. Sofort wurde es hitzig: Der Cottbuser Tim Kruse wollte den Ball aus dem Netz holen und schubste im Eifer des Gefechts Markus Schwabl in die Maschen. Gelb-Rote Karte, Cottbus in Unterzahl. Und auch Haching-Trainer Claus Schromm musste den Platz verlassen: "Ich denke, dass mir die Flasche entglitten ist. Zu einer Art Wurfgeschoss, wahrscheinlich", kommentierte der Trainer nach dem Spiel: "Da gibt es Regeln, darf ich nicht machen. Wenn es der Schiri sieht, dann muss ich gehen." Das lief allerdings auch nicht reibungslos.

Als der Coach über die Absperrung klettern möchte, wird der 49-Jährige von einem Energie-Fan zurückgehalten. Nach einem kurzen Wortgefecht wählt Schromm den Weg durch ein Tor in der Barrikade – auf der Tribüne wird die Auseinandersetzung kurz fortgesetzt: "Ich wollte nur drüber gehen und der andere wollte nicht, dass ich komme und hat ein paar nette Worte gesagt. Ich habe zum Glück nicht alles verstanden."

"Ich denke, wir sind gut aufgestellt"

Zu allem Überfluss verpasste der Trainer dann auch noch den Schlusspunkt der Partie: Marc Stein schnürte den Doppelpack für den FC Energie – Ausgleich: "Das zweite Tor hab ich leider nicht gesehen, da haben mir ein paar Cottbus-Fans die Sicht versperrt haben, netterweise", kommentierte Schromm mit einem Lächeln. Wirklich unzufrieden wirkte der Coach angesichts der verlorenen Punkte nicht – im Gegenteil: "Ich denke, wir sind gut aufgestellt. Vor einem Jahr hätten wir gar nicht herfahren brauchen, da hätten wir den Punkt einfach abgeben und uns die Reise sparen können. Insgesamt war es von beiden Seiten ein gutes Spiel." Und dennoch: "Struktur und Vernunft sind uns in der Schlussphase abhanden gekommen. Dass wir dann in Konter geraten sind, war ein No-go", wurde Schromm dann doch noch ernst. Die Chance zur Wiedergutmachung bietet sich der SpVgg Unterhaching bereits am Samstag im Heimspiel gegen Hansa Rostock.

 
  • Phillip

    Ich finde den Hr. Schromm sehr authentisch und sympathisch, aber sein ständiges Understatement ist dann doch deplatziert.

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