SC Verl trägt Heimspiele nächste Saison wohl in Lotte aus

Deutlich früher als zu Saisonbeginn erwartet hat der SC Verl den Klassenerhalt sicher und kann schon seit einiger Zeit für eine weitere Saison in der 3. Liga planen. Seine Heimspiele wird der Sportclub in der kommenden Serie wohl in Lotte austragen, da die heimische Arena nach wie vor nicht den Drittliga-Ansprüchen genügt.

Gütersloh wohl vom Tisch

"Stand jetzt werden wir nach Lotte ausweichen", bestätigt Vizepräsident Hans Katzwinkel in der "Neuen Westfälischen". Eigentlich hatten die Ostwestfalen das Heidewaldstadion im nur zehn Kilometer entfernten Gütersloh als künftige Heimspielstätte favorisiert, doch daraus wird sehr wahrscheinlich nichts: "Wegen der Infrastrukturprobleme ist es unmöglich, für diesen Standort eine Drittligazulassung zu bekommen", berichten Katzwinkel und Verwaltungsratsvorsitzender Andre Theilmeier. Dass das Stadion derzeit über keine Rasenheizung verfügt, ist dabei noch das kleinste Problem: "Die Zulassung von 10.300 Zuschauern im Heidewaldstadion beruht auf den alten Emissionsschutzgesetzen. Nach bestimmten, für eine Drittligazulassung notwendigen Arbeiten würden jedoch neue Werte gelten."

Die Benteler-Arena des SC Paderborn, wo die Verler in dieser Saison bereits ihre Flutlicht-Heimspiele austragen, als dauerhafte Spielstätte anzugeben, sei derweil "wirtschaftlich nicht darstellbar", so Theilmeier. Problem sind aber nicht die Mietzahlungen, sondern vor allem die zusätzlichen Kosten für den laufenden Betrieb – etwa für den Ordnungsdienst und das Reinigungspersonal. Nach Angaben der Zeitung werden hierfür rund 7.000 Euro fällig – pro Spiel. Und somit wird es wohl nach Lotte gehen. Die Anfahrt von einer Stunde pro Stecke hatte Sportchef Raimund Bertels im Interview mit liga3-online.de vor einigen Wochen als "noch im Rahmen" bezeichnet. Sollte allerdings auch KFC Uerdingen seine Heimspiele während des Grotenburg-Umbaus weiterhin in Lotte austragen wollen, könnte es angesichts von dann drei Klubs in einem Stadion zu Terminproblemen kommen.

Eigenes Stadion zu klein

Die heimische Sportclub-Arena ist mit ihren lediglich 5.153 Plätzen indes deutlich zu klein – gefordert sind bekanntlich 10.000 Plätze. In der aktuellen Saison durfte Verl nur aufgrund der Tatsache, dass coronabedingt keine vollen Stadien möglich waren, im eigenen Wohnzimmer spielen. Da die Fans in der kommenden Serie aber zurückkommen werden, wird es keine erneute Ausnahmegenehmigung geben, wobei Bertels die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat: "Wir werden weiter versuchen, den DFB von unserer Idee zu überzeugen, Spiele, für die eine Stadionkapazität von 5.000 Zuschauern dicke ausreicht, bei uns auszutragen und nur mit den größeren Spielen nach Paderborn gehen zu müssen."

Parallel soll geprüft werden, wie die Arena drittligatauglich umgebaut werden kann. Neben einer Verdopplung der Kapazität müsste auch das Flutlicht angepasst werden. Zudem benötigt das Stadion eine Rasenheizung, Toilettenanlagen und Parkplätze. "Es muss noch viel geklärt werden, unter anderem die Finanzierung. Diesbezüglich werden noch Gespräche mit der Stadt und Werbepartnern geführt. Vielleicht bekommen wir es hin, das im Laufe der Saison 2021/22 die Bagger rollen. Früher definitiv nicht", sagte Bertels im März.

 
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