Paderborn-Klatsche: An Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten

Die Talfahrt des SC Paderborn geht weiter – und nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an: Am Samstag kassierte der Zweitliga-Absteiger eine peinliche wie deutliche 0:6-Klatsche bei den Sportfreunden Lotte und präsentierte sich dabei in allen Bereichen nicht ansatzweise drittligatauglich. Ein neuer Tiefpunkt ist erreicht – mal wieder. Ein Kommentar.

Ein gewaltiger Scherbenhaufen

Sämtliche Fehler an dieser Stelle aufzuzählen, wäre angesichts von sechs Gegentoren müßig. Klar ist aber: Zweikampfverhalten, Spielordnung und die Leidenschaft stimmten am Samstag überhaupt nicht. Und das, obwohl René Müller auf der Pressekonferenz von einer intensiven Trainingswoche gesprochen hatte und gegen Lotte "alles rausknallen" wollte. Das Spiel hat dann jedoch einmal mehr gezeigt, wie groß die Diskrepanz zwischen dem Einsatz im Training und der Leistung auf dem Platz ist. Beim frechen Aufsteiger zerfielen die Ostwestfalen in alle Einzelteile und stehen nun dementsprechend vor einem gewaltigen Scherbenhaufen: Auf Platz 17 liegend, trennen den SCP nur noch zwei Punkte von einem Abstiegsplatz. Nach dem direkten Durchmarsch von der Bundesliga bis in die 3. Liga droht den Blau-Schwarzen nun der endgültige Super-GAU, der Absturz in die Regionalliga wäre wohl das Aus. Besonders erschreckend: Noch vor genau zwei Jahren schenkte Paderborn als Erstligist den viertklassigen Sportfreunden in einem Testspiel sechs Tore ein, nun folgte eine denkwürdige Revanche.

Fans flüchten sich in Häme

Wie es beim SC Paderborn weitergehen soll, ist noch vollkommen offen. Mit der Entlassung von Cheftrainer René Müller setzte die Vereinsführung am Sonntagmittag aber ein erstes Zeichen. Hinter den Kulissen brodelt es gewaltig, die Unruhe bei den Fans nimmt derweil neue Ausmaße an. In Lotte reagierten sie bei den Gegentoren in der zweiten Halbzeit mit höhnischem Applaus und Galgenhumor – die Höchststrafe für die Mannschaft. Inwiefern diese bereit ist, in den kommenden Wochen das eigentlich vorhandene Potential abzurufen, bleibt angesichts der mehr als deutlichen Leistungsverweigerung in Lotte fraglich. Ein neuer Tiefpunkt ist jedenfalls erreicht. Dass es aber immer noch tiefer gehen kann, hat der SC Paderborn in den vergangenen Monaten und auch in dieser Saison bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

   
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