Saisonvorschau Osnabrück: Durch Kontinuität nach oben?

Bevor die 3. Liga am Freitag, den 24. Juli in die neue Saison startet, blickt liga3-online.de auf die 20 Drittligisten und schätzt die Chancen der Teams ein. In der heutigen Ausgabe der Saisonvorschau werfen wir einen Blick auf den VfL Osnabrück.

So lief die Vorbereitung

Der VfL Osnabrück geht mit einer sehr zufriedenstellenden Vorbereitung in die neue Drittliga-Saison 2015/16. Schon zum offiziellen Vorbereitungsstart am 20. Juni konnte Trainer Maik Walpurgis anders als in den vergangenen Jahren eine Mannschaft vorfinden, die nur durch wenige Zu- und Abgänge verändert wurde. Nach harter Arbeit an der Fitness – Walpurgis ist nach wie vor als Verfechter einer guten Kondition bekannt – konnte die Vorbereitung so schnell zur Umsetzung taktischer Feinheiten genutzt werden. Gegen Teams wie den SC Lüstringen (7:0), Ballsport Eversburg (28:1), Viktoria Köln (1:0) und die Sportfreunde Lotte (2:1) gaben sich die Lila-Weißen keine Blöße und fuhren allesamt Siege in den Testspielen ein. Echte Härtetests warteten auf die Osnabrücker schließlich in den letzten beiden Wochen vor dem Saisonstart: Die Spiele gegen die Bundesligisten 1. FC Köln und FC Schalke 04 gingen zwar beide knapp mit 2:3 verloren. Dafür zeigte der VfL in beiden Partien eine starke Vorstellung und bot beiden Teams aus der Bundesliga Paroli. Der VfL Osnabrück wusste mit starken Offensivaktionen und einer größtenteils gut stehenden Defensive zu überzeugen.

Die Transferperiode

Zugänge Abgänge
Halil Savran (Hansa Rostock) Daniel Heuer Fernandes (SC Paderborn)
Pascal Richter (Bayer Leverkusen U19) Maximilian Wagener* (Bayer Leverkusen)
Deniz Taskesen (Osnabrück U21) Milad Salem (Holstein Kiel)
Marvin Schwäbe (1899 Hoffenheim) Stanislav Iljutcenko (MSV Duisburg)
Anthony Syhre (Hertha BSC II) Paul Thomik (Würzburger Kickers)
Kevin Freiberger (Sportfreunde Lotte)

Wer soll noch kommen?

25 Spieler umfasst der Kader des VfL Osnabrück zurzeit. Trainer Walpurgis konnte sich aufgrund der längerfristigen Verträge über eine nur punktuell veränderte Mannschaft freuen. Insgesamt scheint der Kader schon mehr als einen Monat vor Transferschluss zu stehen. Sollte sich noch ein Abnehmer für den ausgemusterten Stürmer Francky Sembolo finden, könnte der VfL im Sturm noch einmal nachlegen – auch so wird hier aber wohl noch nach einem Spieler gesucht, der die U23-Regel erfüllt. Ansonsten könnten die Lila-Weißen im August noch auf eventuelle Verletzungen reagieren – für die Spielidee des 3-4-2-1-Systems könnte noch ein Innenverteidiger kommen, sollte einer aus dem Stammtrio Pisot, Willers und Grassi unerwartet längerfristig ausfallen. Ansonsten scheint der VfL Osnabrück gerüstet zu sein für die neue Drittliga-Saison 2015/16.

Auf diesen Spieler sollte man achten

In der Vorbereitung machte vor allem Neuzugang Halil Savran auf sich aufmerksam. Der Stürmer kommt vom Ligakonkurrenten Hansa Rostock und erzielte dort in der vergangenen Drittliga-Saison in 23 Spielen sechs Tore und bereitete fünf weitere vor. Dem 30-Jährigen fiel die Eingewöhnung beim VfL Osnabrück anscheinend nicht schwer, trug in den Vorbereitungsspielen teilweise sogar die Kapitänsbinde und wurde bei der mannschaftsinternen Kapitänswahl des VfL schließlich sogar zum Stellvertreter von Tobias Willers gewählt. Obendrein zeigte der Stürmer gute Leistungen in den Vorbereitungsspielen, erzielte unter anderem in den beiden Testspielen gegen Köln und Schalke 04 Treffer. Auch in den anderen Spielen machte Savran Tore – und will das nun auch für den VfL in der 3. Liga weiterführen.

Stärken

In der Vorbereitung zeigte sich ein offensivfreudiger VfL Osnabrück, der sich selbst vor den beiden Bundesligisten aus Köln und Gelsenkirchen nicht versteckte. Aufgrund der neuen Variabilität haben die Osnabrücker bei Angriffen eine Überzahl im Mittelfeld und so mehr Möglichkeiten, zu kombinieren. Anders als in der abgelaufenen Saison haben die Lila-Weißen nur noch selten zu langen Bällen in die Spitze gegriffen, sondern spielerische Lösungen gesucht. Gemündet hat das in teilweise schön anzusehende Offensivaktionen, die darauf hoffen lassen, dass der VfL Osnabrück mit Torerfolg in die Saison startet.

Schwächen

Ein System mit Dreierkette, dass der VfL in der Vorbereitung vornehmlich gespielt hat und wohl auch mit in den Saisonstart in der 3. Liga nehmen wird, birgt auch immer Risiken. Es bedarf einer hohen Konzentration der drei Innenverteidiger, die stets gut abgestimmt auf mögliche Konter reagieren müssen. Die beiden Außenbahnspieler, die die Defensive zu einer Fünferkette stärken, haben ein erhöhtes Laufpensum zu absolvieren. Gerade bei schnellen Gegenangriffen zeigte sich der VfL in den beiden Härtetests gegen die Bundesligisten anfällig. Aus der vergangenen Spielzeit bringt der VfL zudem eine Schwäche mit, die möglichst abgestellt werden sollte: Auswärts müssen mehr Punkte eingefahren werden, um erfolgreich zu sein.

Erwartungen der Fans

Was soll man als Fan des VfL Osnabrück von dieser neuen Saison in der 3. Liga erwarten? Nach einer enttäuschenden Drittliga-Saison 2014/15 mit einem Mittelfeldplatz wollen die Lila-Weißen in der neuen Spielzeit wieder oben angreifen. Die Euphorie bei den Fans wurde mit den beiden guten Vorstellungen gegen Köln und Schalke 04 wieder entfacht – das VfL-Team brachte einen Fußball auf den Platz, den die Fans an der Bremer Brücke sehen wollen. Schnell, offensiv, torgefährlich. Genau das dürfen die Fans auch erwarten: Dass der VfL Osnabrück nicht von seiner Spielidee abweicht und seinen Fans den Fußball bietet, den sie sehen wollen. 12.000 Fans zum letzten Vorbereitungsspiel gegen den FC Schalke 04 sind ein Pfund, dass der VfL nicht unterschätzen darf: Mit einem guten Saisonstart könnte auch der bisher mäßig laufende Dauerkartenverkauf noch einmal angekurbelt werden. Wichtig wird aber auch für die Fans sein, die Erwartungen nach einem möglichen guten Saisonstart nicht zu hoch anzusetzen. Was nach einer tollen Hinrunde alles so passieren kann, wissen die VfL-Fans spätestens seit der letzten Saison.

Fazit & Prognose

Einen großen Vorteil hat der VfL Osnabrück in dieser Saison anders als in den vergangenen Jahren: Die Mannschaft ist größtenteils zusammen geblieben und wurde nur punktuell verändert. So konnten in der Vorbereitung schnell taktische Feinheiten eingeübt werden, die in einem neuen Spielsystem mündeten. Durch die neue Kontinuität könnte der Weg der Osnabrücker jetzt nach oben führen. Zu den Aufstiegsfavoriten zählt der VfL aber auch trotz der guten Vorbereitung nicht. Den guten Eindruck aus den vergangenen Testspielen müssen die Osnabrücker zum Saisonstart bestätigen. Direkt zu Beginn kommt es darauf an, ein Zeichen zu setzen. Dann kann das Ziel des VfL nur lauten: Möglichst lange an der Spitzengruppe dran bleiben. Die Spielidee wird gut umgesetzt, die Mannschaft scheint homogen zusammengestellt zu sein. Beim VfL Osnabrück ist in dieser Saison einiges möglich – die Erwartungen dürfen nur nicht zu hoch geschraubt werden.

 

 

   

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