Saisonvorschau Preußen: Alles auf Anfang

Bevor die 3. Liga am Freitag, den 24. Juli in die neue Saison startet, blickt liga3-online.de auf die 20 Drittligisten und schätzt die Chancen der Teams ein. In der heutigen Ausgabe werfen wir einen Blick auf die Mannschaft des SC Preußen Münster.

So lief die Vorbereitung

Sechs Testspiele absolvierte die Mannschaft von Cheftrainer Ralf Loose bislang. Gegen den A-Kreisligisten SV Concordia Albachten holte der SCP den ersten Sieg (8:1). Es folgte ein 3:0-Erfolg beim Bezirksligisten SC Westfalia Kinderhaus. Schon einen anderen Stellenwert hatte dann die Partie gegen den Zweitligisten aus Bochum. Beide Teams trennten sich mit einem Unentschieden (2:2). Auch im vierten Testspiel gegen den Regionalligisten SC Wiedenbrück blieben die Preußen ungeschlagen (1:0). Einen sehr guten Auftritt der Adlerträger sahen die Fans gegen den niederländischen Erstligaaufsteiger De Graafschap Doetinchem. Beim 2:0-Sieg setzten unter anderem auch die Neuzugänge positive Akzente. Die erste Niederlage setzte es gegen den Regionalligisten SV Rödinghausen, der SCP verlor mit 1:2. Die Generalprobe gegen Hannover 96 endete 0:0.

Die Transferperiode

Zugänge Abgänge
Niklas Lomb (Bayer Leverkusen) Daniel Masuch (unbekannt)
Chris Philipps (FC Metz) Fabian Hergesell (Rot-Weiß Erfurt)
Lion Schweers (SC Preußen Münster U19) Julian Riedel (Erzgebirge Aue)
Benjamin Schwarz (SpVgg Unterhaching) Patrick Kirsch (unbekannt)
Felix Müller (FSV Mainz 05 II) Dominik Schmidt (Holstein Kiel)
Björn Kopplin (Union Berlin) Philip Röhe (FCE Rheine)
Stéphane Tritz (Stade Brest 29) Thorsten Schulz (VfR Aalen)
Charles Elie Laprevotte (SC Freiburg II) Benjamin Siegert (unbekannt)
Danilo Wiebe (1. FC Köln II) Erik Zenga (SV Sandhausen)
Jesse Weißenfels (SF Lotte) Jens Truckenbrod (Karriereende)
Lennart Stoll (SC Preußen Münster U19) Michael Holt (unbekannt)
Emil Atlason (unbekannt)

 

Wer soll noch kommen?

Nach dem Korbhenkelriss von Stürmer Marcel Reichwein und dem damit verbundenen längeren Ausfall sind die Preußen auf der Suche nach Verstärkung im Angriff. In der vorletzten Trainingswoche vor dem Drittliga-Auftakt stellt sich derzeit Mohamadou Idrissou bei den Adlerträgern vor, der auch in den Tests gegen Rödinghausen und Hannover zum Einsatz kam. Der 35-jährige frühere Bundesligaprofi aus Kamerun, der in den vergangenen Tagen keinen Hehl daraus machte, wie gerne er für den SCP auflaufen würde, könnte bei einer Verpflichtung für Reizpunkte auf dem Platz sorgen

Auf diese Spieler sollte man achten

Elf Neuzugänge verzeichnet der SCP derzeit; bis auf Stürmer Jesse Weißenfels, der aufgrund einer Verletzung nur gegen Albachten spielen konnte, kamen in den Testspielen bislang alle Spieler mehrfach zum Einsatz. Linksverteidiger Benjamin Schwarz dürfte in den Planungen von Ralf Loose eine gute Rolle spielen. Der Allrounder, den Ralf Loose eher im Mittelfeld sieht, überzeugte in seinen Einsätzen. Zudem könnte der 28-Jährige ein wichtiges Bindeglied zwischen jungen und älteren Spielern werden. Mit seiner Laufstärke und Stärke im Spielaufbau könnte auch Mittelfeldmann Laprevotte vom SC Freiburg auf der Position der Doppelsechs in Zukunft für Akzente sorgen.

Stärken

Mit einem deutlich verjüngten Kader starten die Preußen in die neue Saison. Acht der elf Neuzugänge sind unter 25 Jahren. Das Durchschnittsalter des Kaders wurde damit erheblich gesenkt. Die neuen jungen Spieler wollen sich empfehlen, dies schaffen sie nicht durch „Larifari“-Fußball. Außerdem bringen viele der Neuverpflichtungen Drittliga-Erfahrung und somit auch die gewünschte Qualität mit. Wenn der Zusammenhalt auf dem Platz stimmt, dann können die Preußen durchaus für die eine oder andere Überraschung sorgen.

Schwächen

Viele erfahrene Spieler und Leistungsträger haben den Verein verlassen, viele Youngsters wurden verpflichtet. Die jungen Wilden sind heiß auf die Liga, benötigen aber einen Leitwolf, an dem sie sich orientieren können und der sie „an die Hand nimmt“. Dieser ist bislang noch nicht erkennbar. Sorgen bereitet Ralf Loose bis dato zudem die Offensivabteilung. Durch die Verletzungen von Marcel Reichwein, Jesse Weißenfels und Philipp Hoffmann stehen dem Preußentrainer lediglich Rogier Krohne, Mehmet Kara und Marcus Piossek zur Verfügung. Ob der eigentlich schon auf der Streichliste stehende Abdenour Amachaibou nochmal eine Option wird, bleibt weiterhin ungewiss. Immerhin zeigte der 28-Jährige in den Testspielen einige gute Ansätze. Die schwere Verletzung von Abwehrspezialist Simon Scherder (Kreuzbandriss) fällt ebenso schwer ins Gewicht, da er in der Hintermannschaft des SCP fest eingeplant war. Es bleibt abzuwarten, wie ihn der fast schon aussortierte Marco Pischorn ersetzen wird.

Die Erwartungen der Fans

Die völlig vergeigte Rückrunde in 2015 und der Einbruch der Leistungen im Saisonfinale sind in den Köpfen vieler Preußenfans negativ hängengeblieben. Die Erwartungen der Fans sind daher eher zurückhaltend bis abwartend. Viel hängt wohl davon ab, wie die der SCP in die neue Saison startet.

Fazit und Prognose

Alles auf Anfang – so könnte das Motto der Preußen für die kommende Saison lauten. Nicht nur innerhalb der Mannschaft gab es einen großen personellen Umbruch, sondern auch intern wurde symbolisch durch die Neugestaltung der Spielerkabine ein Zeichen gesetzt. Im Vordergrund steht wieder der Zusammenhalt, der für den sportlichen Erfolg notwendig ist und in der Rückrunde der abgelaufenen Saison abhandenkam. Es ist von den Verantwortlichen definitiv kein Kader für den Aufstieg geformt worden. Mitspielen möchte man trotzdem und zwar nicht gegen den Abstieg. Klare Saisonziele wurden dennoch nicht von der Vereinsführung ausgegeben. Der SC Preußen gleicht zum Saisonauftakt somit einer Wundertüte. Gelingt es Cheftrainer Ralf Loose, die jungen Spieler ins Team zu integrieren und ihr Potential auszureizen, könnte der SCP sicher für Überraschungen sorgen.

 

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