Saarbrückens Kerber im Interview: "Eine ganz besondere Reise"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Luca Kerber vom 1. FC Saarbrücken über die sensationelle Reise im DFB-Pokal, das Derby im Halbfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern, die UEFA Europa League und den Zwischenstand in der 3. Liga.

"Reise soll gegen Lautern noch nicht enden"

liga3-online.de: Nach dem 0:2 beim MSV Duisburg beträgt der Rückstand auf Relegationsplatz drei satte elf Punkte. Wie bewerten Sie die Tabellensituation – ist der Aufstieg mittlerweile abgehakt, Herr Kerber?

Luca Kerber: Wir haben etwas den Anschluss nach oben verloren. Zwar haben wir noch ein Nachholspiel, aber es wird dennoch schwer, den Rückstand aufzuholen. Wir sind gut beraten, nicht zu weit in die Zukunft zu schauen, sondern einfach so viele Punkte wie möglich zu sammeln und wieder zu beginnen, konstant zu punkten. Dann werden wir sehen, was noch drin ist.

Im DFB-Pokal sorgen Sie dagegen Runde für Runde für Furore. Nach drei Siegen gegen Bundesligisten steht am 2. April das Halbfinale gegen Zweitligist 1. FC Kaiserslautern an. Wie erleben Sie die Pokalreise?

Es ist eine ganz besondere Reise. Besonders für mich, weil ich beim Halbfinaleinzug 2020 noch nicht mit dabei war und ich so etwas das erste Mal erlebe. Es ist gar nicht so richtig in Worte zu fassen, und es braucht vermutlich Zeit, um das alles zu verarbeiten. Diese Zeit hatte ich noch nicht. Es geht Schlag auf Schlag immer weiter. Fakt ist, dass die Reise gegen Kaiserslautern noch nicht enden soll.

Können wir wieder ein Last-Minute-Spektakel erwarten – so wie gegen Bayern München und zuletzt gegen Borussia Mönchengladbach?

(lacht) Die Last-Minute-Tore gegen Bayern und Gladbach waren extrem wichtig und sind zum perfekten Zeitpunkt gefallen. In der Verlängerung wäre es sonst sehr schwer geworden, gegen so starke Bundesliga-Teams zu bestehen. Mal sehen, wie die Partie gegen Kaiserslautern verlaufen wird.

Wie schwer fällt es Ihnen, nach solchen Pokalfights schnell wieder in den Ligaalltag zu finden?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Wenn man sich unsere Spiele nach den Pokalpartien anschaut, ist uns das mal gut und mal nicht so gut gelungen. Pauschal lässt sich glaube ich nicht sagen, dass es uns schwerfällt, uns nach kräfteaufreibenden Pokalspielen wieder auf die Liga zu fokussieren. Ausreden für schwache Leistungen sollten wir auf keinen Fall suchen. Es braucht auch niemand über schwere Beine reden. Natürlich sind Englische Wochen anstrengend – aber damit müssen wir als Profis zurechtkommen. Zuletzt beim 0:2 in Duisburg haben wir wegen individueller Fehler verloren – und nicht wegen fehlender Kraft oder Ernsthaftigkeit.

 

"Wollen unbedingt die nächste Sensation schaffen"

Bei der fünften Halbfinalteilnahme der Vereinsgeschichte ist das Ziel vermutlich klar: Es soll erstmals ins Endspiel gehen!

Definitiv. Uns erwartet zwar wieder einmal eine sehr schwierige Aufgabe. Aber wir haben schon viermal den Favoriten rausgeschmissen. Warum sollte uns das nicht auch noch ein fünftes Mal gelingen?

Nach den drei Bundesliga-Teams Bayern, Frankfurt und Gladbach kommt jetzt mit Kaiserslautern ein abstiegsgefährdeter Zweitligist nach Saarbrücken. Gibt es in diesem Derby überhaupt klar verteilte Rollen?

Meiner Meinung nach schon. Kaiserslautern geht als Zweitligist als klarer Favorit in das Spiel. Wir sind auch diesmal wieder Außenseiter. Aufgrund des Derbycharakters ist die Partie doppelt besonders für uns und unsere Fans. Wir wollen unbedingt die nächste Sensation schaffen.

Bei einem Gewinn des DFB-Pokals würde Saarbrücken nächste Saison in der UEFA Europa League spielen. Müssen Sie sich manchmal kneifen, wenn Sie so etwas hören?

Noch habe ich keinen Moment Zeit gefunden, um mich zu kneifen. (lacht) Es geht alles so schnell und die Zeit vergeht wie im Flug. Aber ja: Dieses Szenario ist natürlich möglich. Auch, wenn wir noch nicht darüber nachdenken. Es sind zwar nur zwei Spiele – aber dennoch ist es noch ein weiter Weg.

 

   
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