FCS schießt Waldhof ab – Hansa kassiert Last-Minute-Ausgleich

Kantersieg für den 1. FC Saarbrücken! Gegen Waldhof Mannheim setzten sich die Saarländer am Mittwochabend deutlich mit 5:0 durch. Während Rostock gegen Wiesbaden in der sechsten Minute der Nachspielzeit das 1:1 kassierte, setzte Magdeburg seinen Erfolgsserie fort und jubelte auch in Meppen (2:1). Unterhaching kommt der Regionalliga nach einer 0:2-Niederlage gegen Türkgücü derweil immer näher. Zudem trennten sich Lübeck und Ingolstadt 1:1.

Rostock 1:1 Wiesbaden: Wahnsinn in der Nachspielzeit

Den nächsten Schritt in Richtung Aufstieg wollte Hansa Rostock im Heimspiel gegen Wiesbaden machen. Die Gäste waren allerdings mit zwei Siegen im Rücken angereist und begannen entsprechend selbstbewusst. Hansa hingegen hatte schon früh den ersten Rückschlag zu verkraften, denn der angeschlagene Schwede musste ausgewechselt werden. Für ihn schickte FCH-Trainer Härtel Nils Butzen auf das Grün. Anschließend fand Rostock besser in die Partie. Außer einer Freistoß-Bogenlampe, die Gäste-Keeper Boss über den Querbalken lenkte, sprang dabei aber erst einmal nicht sonderlich viel heraus (11.). So fühlten sich auch die Wiesbadener wieder bemüßigt, das eigene Heil in der Offensive zu suchen. In Minute 21 kam Medic mit dem Rücken zum Tor an die Kugel, um diese nach schneller Drehung aus halbrechter Position an den langen Pfosten zu donnern. Derartig rasant ging es nicht weiter, bis zur Pause neutralisierten sich die Mannschaften weitgehend.

Kurz nach dem Re-Start nahm die Partie jedoch schnell wieder an Fahrt auf. Seinen Anteil daran hatte Schiedsrichter Robin Braun, der den Gastgebern einen Handelfmeter schenkte. Lankford hatte sich bei einem Löhmannsröben-Abschluss weggedreht und die Kugel an den angelegten Arm bekommen. Rostocks Bahn, den die Entstehung des Strafstoßes wenig interessierte, schob sicher zur Führung ein (51.). Wiesbaden versuchte sich umgehend an einer Antwort und bekam wenig später einen Freistoß aus bester Position zugesprochen. Malone zielte jedoch etwas zu ungenau, der Ball strich rund einen Meter über das Tor (60.). Die Kogge verstand es in der Folge, die Hessen vom eigenen Tor fernzuhalten. Bei einem eigenen Angriff bot sich Rother im Strafraum gar die Chance auf das 2:0, doch der Mittelfeldmann zögerte zu lange – geblockt (68.). In der Schlussphase stellte sich ein zähes Ringen ein, ehe sich die Ereignisse in der Nachspielzeit überschlugen. Erst sah Tietz nach einer rüden Attacke gegen Neidhart die Rote Karte (90.+5), dann traf Carstens aus dem Getümmel heraus tatsächlich noch zum Ausgleich (90.+6). Rostock verteidigt die Tabellenspitze trotzdem, Wiesbaden reicht der Punkt nicht, um Platz fünf zu behalten.

Saarbrücken 5:0 Mannheim: FCS deklassiert passiven Waldhof

Nach der Derbypleite in Kaiserslautern bekam es Saarbrücken mit formstarken Mannheimern zu tun. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase fuhren die Hausherren über Jänicke einen ersten vielversprechenden Angriff. Der Offensivmann marschierte in den Freiraum auf der rechten Seite und spielte dann einen scharfen Querpass. Im Zentrum hatte der eingelaufene Golley keine Probleme mit der Verwertung – 1:0 (14.). Im Anschluss neutralisierten sich die Teams wieder, ehe auch Mannheim eine erste Großchance verbuchen konnte. Über die linke Seite kommend legte Jastrembski mustergültig in die Mitte, wo Martinovic bereitstand, die Kugel aber unerklärlicherweise neben das Tor setzte (31.). Besser machte es Shipnoski auf der Gegenseite: Von Perdedaj in Szene gesetzt umkurvte der Mittelfeldmann den SVW-Torhüter und schoss zum 2:0-Halbzeitstand ein (42.).

Der Waldhof war mit Beginn der zweiten Hälfte also umso mehr gefordert. Die Mannen von Trainer Patrick Glöckner präsentierten sich durchaus offensiver, liefen dadurch aber Gefahr, in gegnerische Konter zu rennen. Mannheims Gohlke etwa verlor den Ball im Aufbauspiel an Golley, welcher Gouras einsetzte. Letzterer scheiterte freistehend an Torhüter Königsmann und verpasste damit die Vorentscheidung (50.). Das war allerdings nicht weiter tragisch, da die Saarbrücker den dritten Treffer bald darauf nachholten. Bei einem hohen Ball in den Sechzehner behauptete sich Golley energisch und schob durch die Beine von Königsmann zum 3:0 ein (69.). Doch damit nicht genug. Nur fünf Zeigerumdrehungen später entschied Golley den nächsten Zweikampf für sich, um dann an den Fünfmeterraum zu flanken. Dort lauerte Deville und vollstreckte (73.). Ebendieser hatte offenbar Blut geleckt und stellte in der Schlussphase auf 5:0 (85.). Dabei blieb es. Saarbrücken rückt durch den Dreier vor auf Platz 5, Mannheim verbleibt auf Rang 11.

Meppen 1:2 Magdeburg: FCM klettert in Richtung Mittelfeld

Knapp über der Abstiegszone platziert, trafen sich Meppen und Magdeburg zum direkten Duell. Bei den Emsländern stand erstmals Rico Schmitt an der Seitenlinie, der das Traineramt nach der Entlassung von Torsten Frings erst am Vortag übernommen hatte. Beide Mannschaften zeigten von Beginn an viel Engagement, die erste Chance hatte indes der SVM. Guder gelangte im Sechzehner an den Ball, scheiterte letztlich aber am zunächst perplexen FCM-Schlussmann Behrens (7.). In der Folge rieben sich die Akteure in vielen intensiv geführten Zweikämpfen auf, sodass der Spielfluss litt. Das änderte sich kurz vor der Pause noch einmal. Über Tankulic und Amin landete der Ball im Strafraum bei Bähre, der umgehend abschloss. Magdeburgs Behrens, der seine Weste schon in den letzten fünf Partien sauber gehalten hatte, tauchte ab und parierte auf der Linie (42.).

Intensiv ging es weiter. Kaum lief die Kugel wieder, wurde Bertram auch schon von Bünning gelegt. Der Magdeburger konnte weitermachen, schien sich auf sportliche Art für die Attacke rächen zu wollen und köpfte eine Atik-Rechtsflanke sehenswert in die Maschen – 0:1 (50.). Meppen wirkte geschockt, eine direkte Antwort blieb aus. Da Magdeburg sich zunehmend zurückzog, hatten es die Hausherren nun schwer, einen Weg bis in die Gefahrenzone zu finden. Einmal jedoch fanden sie ihn: Rama legte für Tankulic ab, der wuchtig abzog und ausglich (74.). Die Meppener Freude war groß, hielt aber nicht lange an. Denn Magdeburg spielte vom Anpfiff weg nach vorne, wo ein langer Brünker-Kopfball bei Atik landete. Magdeburgs formstarker Mittelfeldspieler behielt die Nerven und brachte dem FCM wieder in Front (75.).  So sehr sich die Meppener auch mühten – der erneute Ausgleich gelang nicht. Am Ende stand eine bittere 1:2-Pleite, die den SVM mitten im Abstiegskampf hält (Platz 15). Magdeburg, nun seit acht Partien ungeschlagen, landete hingegen einen echten Befreiungsschlag und ist nun Zwölfter.

Lübeck 1:1 Ingolstadt: Schröck egalisiert Hertner-Kracher

In unterschiedlichen Tabellenregionen angesiedelt, ging es für Lübeck und Ingolstadt jeweils um einiges. Die Nordlichter schielten auf den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze, während sich die Donaustädter im Aufstiegskampf vor allem die Münchner Löwen vom Hals halten wollten. Die Bedeutung der Partie wirkte sich offenbar lähmend aus, denn offensiv lief auf beiden Seiten erst einmal wenig zusammen. An diesem Bild änderte sich im Verlaufe des ersten Durchgangs nichts, Ball und Spieler hielten sich vornehmlich in den Mittelfeldregionen auf.

Gerade die Schanzer schienen sich in der Pause auf mehr Offensive geeinigt zu haben, denn die Gäste kamen forsch aus der Kabine – Elva setzte einen ersten Abschluss aus guter Position ein gutes Stück neben den rechten Pfosten (46.). Dem Elan folgte allerdings der Kampf. Schnell stellten sich wieder die Muster des ersten Abschnitts ein. Stenderas Fernschuss, der weit über den Querbalken ging, stellte schon eines der fragwürdigen Highlights dar (55.). Dennoch: aus der Distanz schien etwas möglich. Das begriff auch Lübecks Hertner, der vor dem Strafraum an das Spielgerät gelangte. Der Abwehrmann nahm seinen Mut zusammen und donnerte das Leder traumhaft in den rechten Winkel (64.). Ingolstadt musste nun aufwachen – und tat auch mehr für das Offensivspiel. Zehn Minuten nach dem Gegentreffer erspielten sich die Schanzer einen Eckstoß. Dieser segelte in den Strafraum, wo Schröck goldrichtig stand und egalisierte (74.). Obwohl die Oral-Elf auch danach noch einiges versuchte, blieb ihr ein weiterer Treffer verwehrt. Dennoch rückte Ingolstadt zumindest vorübergehend vor auf den zweiten Platz. Lübeck belegt weiter den vorletzten Rang.

Unterhaching 0:2 Türkgücü: Hachinger Hoffnungen schwinden

Obwohl Türkgücü mit zwei Pleiten zuletzt nicht unbedingt viel für das eigene Selbstvertrauen getan hatte, starteten die Münchner bei Unterhaching, als wäre nichts gewesen. Kaum war die Partie angepfiffen, schlug Gorzel von rechts auch schon die erste Flanke in den Rückraum. Dort durfte Barry ungestört abschließen – und netzte zur frühen Führung ein (2.). Der Tabellenletzte aus der Münchner Vorstadt stand also wieder einmal mit dem Rücken zur Wand, fing sich in der Folge aber erstmal. Offensiv hatte die van Lent-Elf allerdings noch nicht sonderlich viel anzubieten. So entwickelte sich eine ereignisarme Partie, in der Türkgücü weiter leichte Vorteile hatte. Eine Möglichkeit bot sich der Dayat-Elf im ersten Abschnitt noch, doch Röser köpfte einen Freistoß knapp über den Querbalken (29.).

Im zweiten Abschnitt mühte sich Unterhaching zwar, wirkte aber weiterhin gehemmt. Statt der Spielvereinigung war es Türkgücü, das zumindest vereinzelt vor dem gegnerischen Tor auftauchte. Gegen einen Berzel-Gewaltschuss etwa musste Haching-Keeper Coppens abheben (64.). Wenn sich die Hausherren einmal in Szene setzten, kam am Ende das Pech dazu. So misslang Schwabls Direktabnahme, die auch Hein nicht mehr in Richtung Tor lenken konnte (68.). Kurz vor dem Abpfiff machte Kircicek mit dem 2:0 dann den Deckel auf die Partie (89.). Haching bleibt mit der Pleite abgeschlagener Tabellenletzter, Türkgücü eroberte Rang 9 vom FSV Zwickau zurück.

 
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