Rückschlag gegen Halle: Zwickau vermisst Gier und Spielglück

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© imago/Köhn

Mit 25 Punkten nach dem letzten Spieltag war klar: Der FSV Zwickau hat die beste Drittliga-Hinrunde seiner Vereinsgeschichte gespielt. Darauf wollte man aufbauen. Doch gegen den Halleschen FC (0:2) fehlten die letzten Prozente – was laut Trainer Enochs auch an den jüngsten Erfolgen liegen könnte.

Der Ball fällt nicht ins Tor

Ein Sieg gegen Großaspach, ein Sieg gegen Münster: Der FSV Zwickau ging mit dem Rückwind eines doppelten Erfolgserlebnisses in die Partie gegen den Halleschen FC. Kurz vor der Winterpause wollte die Enochs-Elf sich natürlich weiter von den Abstiegsrängen absetzen, erlitt allerdings einen Rückschlag: Der HFC siegte mit 2:0. "Uns hat ein bisschen das Spielglück gefehlt", analysierte Nico Antonitsch nach der Partie am "Telekom"-Mikrofon. Während aus dem Spiel heraus kaum etwas ging, zeigte sich der FSV zumindest bei Standards gefährlich – gerade in der zweiten Halbzeit. Doch auch diese Chancen führten zu keinem Treffer: "In der zweiten Halbzeit kommen wir raus, sind voll da. Ich hatte eine Doppelchance, mit dem nötigen Spielglück fällt einer davon rein." Doch einmal trennte Halles Mathias Fetsch den Ball von der Torlinie, beim zweiten Mal war die Querlatte dazwischen.

Der HFC machte es besser: In der ersten Hälfte traf Mai in Folge eines Standards (30.), in der zweiten machte Sohm nach einem schnellen Konter über Ajani und Fetsch alles klar (69.): "Wir können uns nichts vorwerfen, wir haben bis zum Ende alles gegeben", so Antonitsch: "Wenn wir so in der Frühjahrsrunde auftreten, dann stimmt mich das sehr optimistisch."

Enochs These: Zu viel Zufriedenheit

Dem stimmte Coach Enochs zu – allerdings mit Einschränkungen: "Im Großen und Ganzen ist es in Ordnung, wie sich die Mannschaft gezeigt hat", befand der Coach, der aber auch wusste: "Halle war heute zu schlagen." Seiner Mannschaft habe, vielleicht auch aufgrund der jüngsten Siege, die allerletzte Gier gefehlt: "Die Zufriedenheit der letzten Wochen hat dazu geführt, dass wir nicht das letzte Quäntchen auf dem Platz hatten." Wäre dieses Quäntchen da gewesen, hätte man auch als Sieger vom Platz gehen können: "Wenn wir da das Tor machen, ist alles wieder offen", so Enochs, der auf einen Lerneffekt hofft: "Wenn wir nicht über diesen Punkt gehen, sind wir eine Mannschaft, die zu schlagen ist. Wenn wir alles auf den Platz bringen, sind wir schwer zu schlagen."

Dennoch sei die Hinrunde insgesamt als positiv zu bewerten: "Wir nehmen das Selbstvertrauen, dass wir durch die Punkte haben, in die Rückrunde mit." Das findet auch Antonitsch: "Ich denke, 25 Punkte sind ganz in Ordnung. Wir hatten viele Spiele dabei, die anders hätten ausgehen können." Nach der Winterpause gelte es selbstverständlich, wieder anzugreifen und die Abstiegsplätze auf möglichst große Distanz zu bringen: "Wir wollen natürlich mehr – mit 25 Punkten hat noch niemand die Klasse gehalten. Das wird noch einige Arbeit für uns im Frühjahr."

   
  • Sterneneisen

    "Spielglück" lässt sich aber erst nur erzwingen, wenn man mehr als 2 mal aufs Tor schießt…in der Defensive hat Zwickau meist gut gestanden, aber offensiv war das planlos. Nur auf Standards zu hoffen ist keine Taktik.

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