Rückblick auf den Saisonauftakt: So macht die 3. Liga Spaß!

Ziemlich schnell verging die Wartezeit auf den Drittliga-Auftakt in diesem Jahr – oder nicht? Doch um seine Anhänger wieder hungrig auf die weiteren 37 Spieltage zu machen, genügten dieser Liga drei turbulente Auftakttage. Es war zwischen Traumtoren, kuriosen Szenen und ereignisreichen Spielwendungen alles dabei, was das Herz begehrt.

Die Favoriten geben sich Blöße

Was können wir aus diesem Wochenende überhaupt an Erkenntnissen ableiten? Nur so viel: Die von vielen Experten und teils auch von sich selbst genannten Favoriten müssen sich in der Startphase noch finden. Die besten Ansätze lieferten wohl die Würzburger Kickers, die beim 2:2-Remis bei Aufsteiger Meppen immerhin eine starke Phase hinlegten und auch sonst versuchten, spielerische Überlegenheit zu erzeugen. Der Karlsruher SC hingegen wackelte am Freitagabend schon im Spielaufbau bedenklich und zeigte sich in schwacher Frühform. Nur die Unkonzentriertheit des VfL Osnabrück vermasselte dem Außenseiter drei überraschende Punkte und ließ den KSC als moralischen Gewinner hervorgehen. Ganz zu schweigen vom 1. FC Magdeburg, der sich beim 1:4 in Großaspach eiskalt erwischen ließ und gleich mehrere Baustellen offenbarte. Wie so oft lässt sich aber selbst aus dieser deutlichen Niederlage keine nachhaltige Tendenz zeichnen: In der vergangenen Spielzeit legte der FCM einen Fehlstart hin und marschierte anschließend durch die Tabelle.

Aufsteiger stottern zum Start

Die zweite Erkenntnis: Nicht immer mischen Aufsteiger zu Beginn die Liga auf. Hart erwischte es die SpVgg Unterhaching auf Platz 11 in Bremen, die sich gegen blendend aufgelegte Fast-Absteiger des letzten Jahres eine deftige 0:3-Klatsche abholten. Ein ungewohntes Gefühl, denn nur zur Erinnerung: In der Regionalliga Bayern kassierten die Süddeutschen in der gesamten letzten Spielzeit nur eine einzige Niederlage. Unterlegen war auch Carl Zeiss Jena dem SV Wehen Wiesbaden, die 0:1-Schlappe hätte aus Sicht der Thüringer deutlicher ausfallen können. Nur der SV Meppen sammelte den ersten Punkt, weil sein wiedergenesener Torjäger Benjamin Girth per Seitfallzieher einen späten 2:2-Ausgleich gegen Würzburg besorgte. Nichtsdestotrotz stehen alle drei Neulinge sogleich vor der Aufgabe, einen Fehlstart zu verhindern. Meppen muss nach Münster, Unterhaching daheim gegen Karlsruhe ran – das sind mehr als echte Prüfungen. Machbar hat es da noch Jena, das sein erstes Heimspiel seit dem Krimi gegen Viktoria Köln ausgerechnet gegen den Stadtrivalen Fortuna Köln absolviert.

Mit wem gerechnet werden muss

Wobei nicht nur für Fortuna Köln gilt: Die vermeintlich heiß gehandelten Abstiegskandidaten starteten zum Großteil souverän bis sehenswert. Man blicke nach Bremen oder nach Großaspach, auch Erfurt zeigte eine akzeptable Leistung. Positiv überraschten uns derweil die Spielkultur des SC Paderborn sowie die Nehmerqualitäten des Halleschen FC in einer Partie, die den Titel "Spiel der Saison“ bereits am allerersten Wochenende für sich gebucht haben könnte. Gerechnet werden sollte auch mit dem VfL Osnabrück, der sich mit drei Punkten im Wildpark hätte belohnen müssen – und natürlich mit dem völlig neuformierten F.C. Hansa Rostock, der den einzigen Auswärtserfolg des Spieltags eintütete und damit exzellente Chancen auf einen Sechs-Punkte-Start besitzt. Das Problem: Zu Gast wird die SG Sonnenhof Großaspach sein – lediglich ein Beispiel dafür, dass auch in dieser Saison wieder einmal kein Spiel vor Anpfiff entschieden sein wird. Und dafür lieben wir diese Liga.

   
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