Rot-Weiß Erfurt nimmt Zwickauer Einladungen gerne an

Als überaus freundlicher Gastgeber präsentierte sich der FSV Zwickau am Sonntagnachmittag gegen Erfurt: Die Thüringer brauchten auf der kurzen Auswärtsfahrt nach Westsachsen keinen einzigen eigenen Angriff, um die zwei nötigen Tore für den nächsten Auswärtssieg zu erzielen. Zwickau machte den Großteil der Arbeit für die Elf von Stefan Krämer.

Zwickaus Rückpässe nehmen fatale Züge an

So einfach kann das gehen: Nicht einen selbst kreierten Angriff zu Ende gespielt und dennoch mit drei Zählern im Gepäck nach Hause gefahren – Rot-Weiß Erfurt erlebte einen perfekten Sonntagnachmittag. Alle drei Tore beim 2:1 (2:1) – Auswärtssieg fielen bereits vor dem Seitenwechsel, beide Erfurter Treffer wurden vom FSV Zwickau vorbereitet. Nach drei Minuten servierte bereits Zwickaus Mittelfeldspieler Rene Lange das Leder perfekt in den Lauf von Linksaußen Daniel Brückner, der frei vor Zwickau-Schlussmann Johannes Brinkies die Nerven bewahrte und zum 1:0 abschloss (3.). In der Folge allerdings blieb Erfurt zu passiv und ließ die Gastgeber zurück ins Spiel kommen. Diese näherten sich dem Tor von Philipp Klewin zunächst und überwanden diesen schließlich in Form von Marcel Bär (31.). Endlich das erste Heimtor für Zwickau, große Erleichterung beim Heimanhang und Sorge bei Erfurt: Würde man sich hier die Butter noch vom Brot nehmen lassen?

Krämer ist nicht vollends zufrieden

Nein, darum brauchte sich Erfurt gar nicht zu sorgen. Denn kurz darauf leistete sich Zwickau den nächsten fürchterlichen Schnitzer im Spielaufbau – oder eher -rückbau. Robert Paul scheiterte dieses Mal an einem Rückpass auf Brinkies und sollte dies Sekunden später bereuen, da Carsten Kammlott sich diese Chance nicht entgehen ließ und zur neuerlichen Erfurter Führung einnetzte (36.). Nach der Pause besaß RWE die besseren Möglichkeiten und ging so als nicht einmal unverdienter Gewinner vom Feld. Auch wenn sich Trainer Krämer darüber insgeheim sicherlich redlich freute, fand er nach Abpfiff auch Grund zur Kritik. „Wir hätten nach unserer frühen Führung noch deutlich mehr Ruhe in unser Spiel bringen müssen, haben selbst leichte Fehler gemacht und sind daher nicht in Spielfluss gekommen.“ Dies habe Zwickau allerdings auch mit einer guten Pressingstrategie ein Stück weit provoziert.

Spielerisch keine Offenbarung von RWE

Ein kleines Manko, dass sich trotz des guten Ergebnisses durch die 90 Minuten zog, war: Eigene, durch Kombinationsspiel initiierte Angriffe gab es von RWE kaum – auch in den zweiten 45 Minuten resultierten die Gelegenheiten nämlich vor allem aus Standards von Sebastian Tyrala oder dem fast geglückten Geniestreich von Okay Aydin, der Brinkies mit einem Distanzschuss kurz hinter der Mittellinie überraschen wollte. Eine Erklärung dafür? „Wir gehen personell auf dem Zahnfleisch“, klagte Krämer über die immer noch angespannte Situation im Kader. Momentan allerdings muss die 3. Liga allein ob der Ergebnisse der Steigerwälder den Zeitpunkt fürchten, an dem RWE wieder in voller Besetzung an den Start gehen kann: Mit elf Punkten schnuppert Erfurt an den Aufstiegsrängen und hat darüber hinaus seit der Auftaktniederlage gegen Halle nicht mehr verloren. Das Momentum spricht für Erfurt – und gegen den kommenden Kontrahenten SC Paderborn. Ein neuerlicher Erfolg ist daher alles andere als unwahrscheinlich.

 
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