Rot-Weiß Erfurt geht Sieben-Meilen-Schritte zum Klassenerhalt

Sollte der Klassenerhalt über der Saison 2016/17 stehen – Rot-Weiß Erfurt würde allen voran auf diese englische Woche zurückblicken. Auf das so wichtige 1:0 gegen den SC Paderborn folgte das gleiche Ergebnis gegen den VfL Osnabrück. Matchwinner wurde am Dienstagabend ein Spieler, der uns vor etwa einer Woche sein Wunschergebnis bereits im Interview prophezeite

Der alte Mann steht goldrichtig

"Es würde ja schon reichen, wenn wir vorne ein Tor machen und hinten den Kasten sauber halten“, sagte uns Routinier Daniel Brückner vor dem Aufeinandertreffen mit dem Ex-Verein SC Paderborn. Wer hätte gedacht, dass seine Aufforderung sogleich erhört werden würde? Sowohl in Ostwestfalen als auch gegen Osnabrück lieferte Erfurt ab, hielt sich im Abwehrverbund schadlos und setzte vorne die Nadelstiche. Vorherzusehen war das nicht – schließlich musste Carsten Kammlott, immerhin Torjäger vom Dienst in Thüringen, aufgrund seiner Rückenprobleme tatsächlich aussetzen. Aber da ist ja der 36-jährige Brückner, der seinen offensiven Geist offenbar noch nicht verlernt hat: Nach einer von Brückner selbst eingeleiteten schnellen Kombination über Luka Odak brachte dieser eine Hereingabe in die Mitte. Zuerst stolpert Brückner fast, dann bringt er das Leder doch unter Kontrolle und spitzelt es ins linke obere Eck (43.). Ein Tor, wie es nur jemand mit großer Erfahrung erzielen kann. Und was war dieses Tor wichtig für Rot-Weiß!

Nikolaou: "Grundtugenden statt Hacke, Spitze sind gefordert“

Nicht umsonst hatte Trainer Stefan Krämer schon vor der Partie festgestellt, dass seine Mannen nach eigener Führung souveräne Leistungen abrufen. Gegen Osnabrück knüpften die Steigerwälder nahtlos an die Worte des Übungsleiters an und ließen nach Wiederanpfiff kaum noch etwas anbrennen – nur in einer Situation musste sich Philipp Klewin gegen Ahmet Arslan beweisen, löste den Schuss aber mit Bravour. "Das war ein brutal wichtiger Sieg für uns, läuferisch war es ziemlich anstrengend“, erklärte Jannis Nikolaou gegenüber dem "Vereins-TV" erleichtert nach Abpfiff und führte aus: "Wir sind im Abstiegskampf, dort wird nicht mit Hacke und Spitze gespielt – da müssen wir die Grundtugenden abgerufen. Das haben wir in Paderborn und auch heute gegen Osnabrück getan.“

Krämer ist mit Laufbereitschaft und Einsatz hochzufrieden

Während am Rande des VfL-Spiels gleich zwei personelle Meldungen durchsickerten, feierte derweil André Laurito nach langen Rückenproblemen nun auch sein Comeback vor eigenem Publikum – wenn auch zunächst nur für etwa fünf Minuten. "Ich freue mich, dass der Trainer mich wieder gebracht hat, dann auch noch in so einer brenzligen Situation. Ich möchte dem Team nun helfen, gesund bleiben und Einsatzzeiten bekommen“, beschrieb der Abwehrspieler. Trainer Krämer verriet den Schlachtplan: "Wir hatten bestimmte Räume für das Umschaltspiel definiert, und genau in diesen Räumen ist das Tor gefallen.“ Am Ende hätte er sich zwar noch ein bis zwei genauer ausgespielte Konter gewünscht, aber: "Es war kämpferisch eine Topleistung von uns, da kann ich meine Mannschaft nur in höchsten Tönen loben." Geht es so weiter, ist auch der frühzeitige Klassenerhalt mehr als ein Hoffnungsschimmer am Horizont – mit nunmehr 35 Zählern ist RWE jedenfalls vorerst aus dem Gröbsten raus. Und wer weiß, vielleicht gelingt beim kriselnden Spitzenreiter aus Duisburg gar eine Überraschung?

   
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