Erfurter Abwehrschwächen verhindern Punkte gegen Heidenheim

Es sollte für Rot-Weiß Erfurt nichts werden mit dem Punktgewinn gegen den Ligaprimus aus Heidenheim. Stürzte man vor wenigen Wochen noch den SV Wehen Wiesbaden, der damals ebenfalls als Tabellenführer ins Steigerwaldstadion reiste, so stand das eigene Defensivverhalten am Samstag im Weg. Bereits früh machten die Gäste klar, weshalb man als ernsthafter Aufstiegsfavorit angesehen werden muss. Nach nur drei Minuten kam der Ex-Erfurter Smail Morabit nach einem langen Ball zur ersten guten Szene für Heidenheim. Der ungewohnt nervöse Erfurt Schlussmann Philipp Klewin entschärfte zunächst, wäre beim zu ungenauen Nachschuss von Marc Schnatterer jedoch chancenlos gewesen. Nur wenig später machte es der Heidenheimer Kapitän besser und verwandelte nach einem erneuten langen Ball in die Erfurter Schnittstelle zur frühen und verdienten Führung (10.).

 RWE mit glücklichem Ausgleichstreffer

"Wir hatten zu Beginn beider Halbzeiten Probleme, ins Spiel zu finden", analysierte RWE-Coach Walter Kogler nach der Partie. Auch in der Folge blieben die Hausherren blass, kamen jedoch nach 39 Minuten zum Ausgleichstreffer. Nach einem Durcheinander in Gäste-Strafraum verhalf mehr das Glück als spielerisches Können zum 1:1 (39.). Aykut Öztürk, vor der Partie von liga3-online.de zum Spieler des Monats September ausgezeichnet, war zur Stelle und verwandelte nach Vorarbeit von Sturmpartner Mijo Tunjic. Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Robert Strauß (29.) "kam Erfurt besser in die Partie und hat mehr Zweikämpfe gewonnen", befand Frank Schmidt, Trainer des 1. FC Heidenheim. Er lobte sein Team, das trotz der frühen vergebenen Doppelchance weiter Druck machte und sich mit der Führung belohnte. "Wir haben sehr gute erste 20 Minuten gehabt und das Heft in die Hand genommen", sagte der 39-Jährige, der seit 2007 das Amt als Cheftrainer in Heidenheim innehat.

 Erfurt mit zu vielen Fehlern, Heidenheim im Stile eines Top-Teams

"Zu Beginn der zweiten Halbzeit wollten wir die Räume enger machen, haben dies allerdings nicht geschafft", sagte ein enttäuschter Kevin Möhlwald. Der frischgebackene U20-Nationalspieler war noch einer der besseren Akteure in einer ansonsten schwachen Rot-Weiß-Mannschaft. Erneut stand das Eigengewächs in der Startelf, da Kapitän Nils Pfingsten-Reddig kurzfristig mit muskulären Problemen ausfiel. Doch auch ihm fiel es schwer, Impulse zu setzen. Den 6351 Zuschauern boten sich einschläfernde 25 Minuten. Das Spiel fand vorwiegend im Mittelfeld statt, Erfurt hatte es geschafft, die wesentlich spielstärkeren Heidenheimer auf das eigene Niveau herabzuziehen. Das Spiel nahm erst Mitte der zweiten Hälfte wieder Fahrt auf, doch wirklich gute Chancen konnte sich keines der beiden Teams erspielen. Erst ein Fauxpas von Öztürk, der den Ball mit allen Mitteln im Spiel halten wollte, verhalf den Heidenheimern zum Sieg. "Mir verspringt der Ball, ich will ihn im Spiel halten. Dass sich dadurch der Konter und das Gegentor entwickelt, ist unglücklich", sagte der 25-Jährige gegenüber der "Thüringer Allgemeine".

 Verdienter Sieg für Heidenheim

Ein langer Ball auf Innenverteidiger Tim Göhlert und dessen starke Nerven brachten die Gäste auf die Siegerstraße. "Der Schlüssel zum Erfolg liegt in diesem Jahr für uns in der Geduld", sagte sein Trainer Schmidt. Die Rot-Weißen versuchten in der Folge noch einmal alles, ließen jedoch wie schon den ganzen Nachmittag die Durchschlagskraft vermissen und hatten am Ende Glück, dass der eingewechselte Michael Thurk in einer Drei-gegen-Eins-Situation durch Arroganz das 3:1 liegen ließ.  Schmidt sprach nach dem Abpfiff von einem verdienten Sieg, "auch wenn es schwer war". Seine Spieler präsentierten sich als das wesentlich reifere Team, was in der Szene vor dem 2:1 deutlich wurde. Statt den Ball ins Aus gehen zu lassen und mit einem Punkt gegen das Spitzenteam zufrieden zu sein, verhalf Erfurt dem Gegner zum Sieg. "Wir sind eine junge Truppe, die noch lernen muss. Wenn man merkt, dass man nicht gewinnt, sollte man den Punkt sichern. Auch ein Punkt ist wichtig", sagte Öztürk nach einem "sehr ausgeglichenen und kampfbetonten" Spiel (Walter Kogler).

Für Spitzenreiter Heidenheim geht es zu Hause gegen den SV Wehen Wiesbaden weiter, Rot-Weiß Erfurt ist in Regensburg zu Gast. Beide Spiele finden am Samstag um 14 Uhr statt.

FOTO: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photographie / Fototifosi

   
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