Rot-Weiß Erfurt: Aus vier mach zehn

Nein, gut war die Leistung am Dienstagabend gegen die SpVgg Unterhaching wahrlich nicht. Da waren sich Spieler und Trainer nach Schlusspfiff schnell einig. Den besseren und ansehnlicheren Fußball spielten die Gäste, verpassten es jedoch durch Florian Bichler zwei Mal, das leere Tor zu treffen. "Meine Mannschaft hat hier 90 Minuten Einsatz gezeigt, wurde aber für die gute Leistung nicht belohnt. Im Fußball entscheiden eben die Tore und die hat Erfurt gemacht. Wir werden den Kopf jetzt trotzdem nicht in den Sand stecken", sagte ein ratlos dreinschauender Christian Ziege. Besser machten es die Erfurter, die in Durchgang eins mit der ersten Chance zum Torerfolg kamen. Dem Führungstreffer ging jedoch ein schlimmer Pass von Torhüter Zetterer voraus, herausgespielt war dieses Tor nicht. Und erst in der Nachspielzeit erlöste der in den letzten Wochen immer stärker werdende Christopher Drazan seine Mannschaft und vollendete einen Konter zum 2:0.

Erfurter Defensive nach Umstellung mit Problemen

Vor allem zu Beginn war die Hintermannschaft der Rot-Weißen oft unsortiert, was nach einstimmiger Meinung der Verantwortlichen mit der kurzfristigen Umstellung der Viererkette zu tun hatte. Nach dem Aufwärmen musste Abwehrchef André Laurito passen. Für ihn rückte Niklas Kreuzer in die Startelf. Rafael Czichos rutschte auf die Laurito-Position, Luka Odak nahm seinen Part auf der linken Seite ein, Kreuzer gab den Rechtsverteidiger. Auch die Spielweise der Gäste aus Bayern passte den Blumenstädtern nicht. "Das ist eine junge Mannschaft, die spielen sich hinten 100 Mal den Ball zu und da läufst du nur hinterher. Das sind alles gute Kicker und das ist dann schon aufreibend, wenn du immer hinterher läufst. Und so sind wir einfach nicht richtig ins Spiel gekommen, aber wir haben gewonnen, damit sind wir zufrieden", analysierte Odak, der sich im vergangenen Sommer aus Unterhaching kommend den Erfurtern angeschlossen hatte, die Probleme der Hausherren.

"Ich spiele lieber schlecht und hole drei Punkte"

Nachdem es im Jahr 2014 lange nicht mit einem Erfolg für RWE klappen wollte, holte die Mannschaft aus den letzten drei Spielen sieben Punkte und konnte den Abstand auf den ersten Abstiegsplatz so von vier auf zehn Punkte ausbauen. Das Bizarre ist, dass man lediglich beim Auftritt in Osnabrück, bei dem die mit Abstand beste Leistung gezeigt wurde, nicht gewann. "Ich spiele lieber schlecht und hole drei Punkte. Das ist mir lieber", gab Odak zu. "Klar hätten wir lieber besser gespielt, aber die Hauptsache ist, dass wir drei Punkte geholt haben", so der 24-Jährige, der sich optimistisch zeigte, nun endlich jegliche Abstiegsgedanken vertrieben zu haben: "Wir sind jetzt auf jeden Fall gesichert, wollen aber natürlich weiter punkten, das ist klar. Und wenn wir im Landespokal gewinnen oder noch den vierten Platz erreichen, dann war es auf jeden Fall eine gute Saison", blickte der Deutsch-Kroate positiv in die kommenden Wochen. Am Samstag gastieren die Thüringer beim Tabellenführer 1. FC Heidenheim. Um aus Ostwürttemberg etwas Zählbares mitzunehmen, bedarf es jedoch einer gehörigen Leistungssteigerung.

FOTO: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photographie / Fototifosi

   

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