RL West: Wattenscheid-Insolvenz beschäftigt Essens Aufstiegspläne

Das Insolvenzverfahren der SG Wattenscheid 09 hält die Regionalliga West in Atem. Weil dem ehemaligen Bundesligisten die Schließung des Spielbetriebs droht, beginnen bei den anderen Klubs die Rechenspiele. Sollte Wattenscheid aus der Spielwertung genommen werden, trifft dies besonders den ambitionierten Aufstiegsaspiranten aus Essen.

"Fünf Sekunden vor 12 Uhr"

Mit Spielern wir Uwe Neuhaus, Stefan Emmerling oder Thorsten Fink spielte die SG Wattenscheid 09 zwischen 1990 und 1994 in der Bundesliga, Trainer damals war Kult-Coach Hannes Bongartz. Ein Vierteljahrhundert später bangt der Klub aus der Bochumer Vorstadt um seine Existenz, vor zwei Wochen leitete die Vereinsverantwortlichen ein Insolvenzverfahren ein. Neun der zwölf bislang erspielten Punkte werden den Wattenscheidern somit ohnehin abgezogen, die SGW wäre danach Tabellenletzter in der Regionalliga West. Aber auch die Spitzenklubs aus Rödinghausen, Verl und Essen verfolgen das Geschehen des Vereins, bei dem Peter Neururer als Sportlicher Leiter angestellt ist.

Denn sollte das eingeleitete Insolvenzverfahren in Wattenscheid scheitern, droht die Einstellung des Spielbetriebs. In diesem Fall würden alle bisherigen Ergebnisse der SGW aus dem Saisonverlauf annulliert werden. "Es ist nicht mehr fünf Minuten, sondern eher schon fünf Sekunden vor 12 Uhr", sagte die Bochumer Rechtsanwältin Dr. Anja Commandeur dem "Kicker". Knackpunkt ist die Tatsache, dass der Insolvenzantrag erst gestellt wurde, als der Verein mit den Monatsgehältern für Juli und August bereits im Rückstand war. Damit war durch das Insolvenzgeld vom Arbeitsamt nur noch der September abgesichert. Und somit kann der Spielbetrieb nur fortgesetzt werden, "wenn ausreichend Sponsorengelder oder entsprechende verbindliche Zusagen vorliegen", wie der "Kicker" berichtet. Wohl 600.000 bis 700.000 Euro sind bis zum Saisonende notwendig, um die laufenden Kosten zu decken. Bei ersten Gesprächen in den vergangenen Tagen seien keine Ergebnisse erzielt worden, heißt es. Dabei drängt die Zeit.

Essen würde an Boden verlieren

"Ganz grundsätzlich fände ich es sehr schade, falls sie den Spielbetrieb einstellen müssten", äußert sich RWE-Trainer Christian Titz gegenüber dem "RevierSport" sein Bedauern über die finanzielle Situation in Wattenscheid, die besonders seinen ambitionierten Klub aus Essen hart treffen würde. Denn Rot-Weiß Essen liegt nach aktuellem Stand mit vier Punkten hinter dem SC Verl und sechs Punkte hinter dem SV Rödinghausen zurück. In der Hinterhand hält RWE ein Nachholspiel gegen den Tabellenführer, auch gegenüber Verl sind die Essener ein Spiel im Hintertreffen.

Aber: Während RWE bereits einen 2:0-Sieg gegen Wattenscheid feierte und Verl zum Saisonauftakt mit demselben Ergebnis gegen die Bochumer verlor, würde der Abstand zwischen den beiden Klubs auf sieben Zähler anwachsen, sollten Wattenscheids Spiele aus der Wertung genommen werden. Kein Rückstand, den der erklärte Aufstiegsaspirant in den nächsten Monaten nicht aufholen könnte, gleichwohl aber ein Ärgernis. Wattenscheid würde bei Einstellung des Spielbetriebs unterdessen als erster Absteiger feststehen. Bereits vor einigen Monaten hatte die SGW mit finanziellen Problemen zu kämpfen, nun hat sich die Situation zugespitzt.

   
  • Stelios Ch Aris Salonica

    Mann Braucht sich nur Anzusehen wer Dort in Wattenscheid alles im Vorstand Stand Dubiose Typen die Nur in die keigene Tasche Gewirtschaftet haben ich kann mir gut Vorstellen das bei denen im Heitmatland einiges an Vereinsgeldern Geflossen ist.
    Mafia struckturen Pur.

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