Regionalligist SV Wilhelmshaven klagt gegen die FIFA

Zugegeben, es berührt die Dritte Liga nicht, dennoch ist der Streit, der zwischen dem Fußballdachverband Fifa und dem Regionalligisten SV Wilhelmshaven besteht, erwähnenswert. Die Fifa verurteilte den Klub, der 2006/2007 in der Regionalliga Nord (damals noch die dritthöchste Spielklasse) spielte, zum Zwangsabstieg am Ende der aktuellen Spielzeit 2013/2014. Doch der Verein will dieses Urteil nicht so einfach hinnehmen: "Wir wollen keinen Krieg mit der Fifa, dem DFB und dem Norddeutschen Fußballverband. Aber wenn man so mit der Keule auf uns losgeht, müssen wir uns doch wehren", wird Harald Naraschewski, Aufsichtsratschef des Klubs" von der "taz" zitiert.

Zahlungsforderung von 160.000 Euro

Seit mittlerweile fünf Jahren dauert der Disput an. Die Niedersachsen hatten im Jahr 2007 den Spieler Sergio Sagarzazu verpflichtet. Noch im selben Jahr machten die argentinischen Klubs Atletico River Plate und Atletico Excursionistas unter Berufung auf internationales Fußballrecht eine Ausbildungsentschädigungen in Höhe von insgesamt knapp 160.000 Euro geltend. Eine Summe, die dem Viertligisten als unverhältnismäßig erschien – die Zahlung blieb aus. Die Forderung stimmt jedoch mit den Regularien der Fifa überein. Demnach müssen deutsche Drittligisten 30.000 Euro pro Ausbildungsjahr an südamerikanische Klubs zahlen. Auch das internationale Sportgericht Cas, welches vom SVW angerufen wurde, bestätigte dies. Die erste Bestrafung folgte, dem Verein wurden in der abgelaufenen Saison sechs Punkte abgezogen. Aufgrund der Umstrukturierung der Regionalliga gab es keinen Absteiger, Wilhelmshaven hielt die Klasse.

Forderung des Zwangsabstiegs – Klub klagt erneut 

Mit etwas zeitlichem Abstand forderte nun auch der zweite argentinische Klub eine Strafe: Der Zwangsabstieg der Wilhelmshavener wurde von der Fifa beschlossen, welchen der DFB und der Norddeutsche Fußballverband durchzusetzen haben. Der Klub klagte erneut vor dem Cas, die Vollstreckung wurde deshalb zunächst ausgesetzt. Nach Beendigung der Verhandlungen wurde das Urteil der Fifa nun jedoch bestätigt und aktuell sieht es so aus, als müsse der Verein aus dem 77.000-Einwohner Ort in die Fünfte Liga zwangsabsteigen. Sobald das Urteil der Fifa schriftlich eingeht, will der Klub allerdings erneut klagen und beruft sich dabei auf zwei Fakten: Naraschewski, von Beruf Anwalt, hält die Zahlungsforderungen aus Argentinien für nichtig, da Sagarzazu einen italienischen Pass hat. Bereits der Entscheidung im Fall Bosman habe der Europäische Gerichtshof sich für den ablösefreien Wechsel von Fußballprofis nach Vertragsende ausgesprochen, da andere Vorgehensweisen gegen das EU-Recht der Arbeitnehmerfreizügigkeit verstoßen würde.

Satzung der Verbände müsste bei Vollstreckung geprüft werden

Der zweite Punkt ist, dass DFB und Norddeutscher Fußballverband, wollen sie ein Urteil auf Beschluss einer anderen Organisation (in diesem Falle die Fifa) vollstrecken, ihre Satzungen von einem deutschen Registergericht prüfen lassen müssen, was bisher nicht geschah. Deshalb wäre es aktuell nicht rechtens, wenn das Urteil vollstreckt werden würde. Naraschewski sagte aus, er wolle sich lieber außergerichtlich einigen, doch Fifa und DFB werden wenig Interesse daran haben, da jeder andere, mit denen es Auseinandersetzungen gibt, ein Druckmittel hätte.

   
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