Regionalliga: Steigen drei U23-Teams in die 3. Liga auf?

Bislang ist Bayern München II die einzige U23-Mannschaft in der 3. Liga. In der kommenden Saison könnten es jedoch bis zu vier werden, wie der Blick in die Regionalliga zeigt.

Regionalliga West: Borussia Dortmund II

Was ist nur mit Rot-Weiss Essen los? Nach einer Last-Minute-Niederlage gegen Schlusslicht Ahlen kassierte der große Aufstiegsfavorit auch am Samstag gegen Oberhausen ein spätes Gegentor und musste sich mit einem Punkt begnügen. Die Folge: Bei einem Spiel weniger liegt die Mannschaft von Ex-Meppen-Trainer Christian Neidhart nun schon neun Punkte hinter Tabellenführer Borussia Dortmund II. Die Westfalen sind seit 17 Spielen ungeschlagen, feierten zuletzt drei Siege in Folge und konnten auch von Essen nicht bezwungen werden (1:1). Entsprechend gut stehen die Chancen der BVB-Reserve auf eine Rückkehr in die 3. Liga, wo sie bereits in der Saison 2009/10 sowie von 2012 bis 2015 spielte. Noch ist das letzte Wort aber nicht gesprochen: Zehn Spieltage sind noch zu absolvieren, Essen hat zudem noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Der Meister steigt am Ende direkt auf.

Regionalliga Südwest: SC Freiburg II

2006 spielte der TSV Steinbach Haiger noch in der Kreisliga, nun träumt der Verein aus der Nähe von Gießen vom erstmaligen Aufstieg in den Profifußball. An der Spitze der Regionalliga Südwest (Meister steigt direkt auf) steht derzeit allerdings die U23 des SC Freiburg. Die Breisgauer liegen fünf Punkte vor den Verfolgern aus Steinbach und Ulm, Offenbach hat bei einem Spiel weniger derzeit sieben Zähler Rückstand. Entschieden ist aber noch lange nichts, schließlich stehen noch 13 Spieltage aus. Durchaus möglich jedoch, dass der SC Freiburg in der kommenden Saison erstmals in seiner Vereinsgeschichte mit zwei Mannschaften im Profifußball vertreten sein wird. Trainer der U23 ist übrigens Christian Preußer, der die 3. Liga bereits aus seiner Zeit bei Rot-Weiß Erfurt kennt (März bis Dezember 2015).

Regionalliga Nord: HSV II

Während im Westen und Südwesten trotz Lockdown gespielt wird, ruht der Ball im Norden schon seit Ende Oktober. Ob und in welcher Form die Saison fortgesetzt wird, ist noch offen. Ein Szenario ist, dass die verbleibenden Nachholspiele sowie eine Rückrunde gespielt werden. Der Teilnehmer an der Relegation gegen den Bayern-Meister könnte dann unter den beiden Siegern der Gruppe Süd und Nord ermittelt werden. Mit Oldenburg, Ottensen, HSV II (jeweils Nord) und Havelse, Wolfsburg II, Hannover II (jeweils Süd) kommen sechs Mannschaften für den Aufstieg infrage, alle anderen Klubs haben keine Lizenz beantragt – darunter Flensburg als Tabellenführer der Nord-Gruppe und Bremen II als Zweiter der Süd-Gruppe. Der HSV II liegt nach zehn absolvierten Spielen nur einen Punkt hinter Ottensen als erstem aufstiegsberechtigten Klub und verfügt damit über die besten Chancen aller U23-Teams. Hannover II hat im Süden schon sieben Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Havelse, Wolfsburg II fehlen gar elf Zähler.

TV-Gelder würden steigen

Im Nordosten, wo Viktoria Berlin durch den bevorstehenden Abbruch zum Aufsteiger erklärt werden soll, und in Bayern, wo die U23 des 1. FC Nürnberg auf Platz zwei liegend keine Lizenz beantragt hat, sind derweil keine Reservemannschaften von Bundesligisten im Rennen um die 3. Liga. Sollten am Ende tatsächlich drei U23-Teams aufsteigen und Bayern II den Klassenerhalt schaffen, wären in der kommenden Spielzeit erstmals seit der Saison 2009/10 wieder vier Nachwuchsteams drittklassig. Den sportlichen Wert der Liga dürfte dies wohl nicht steigern, dafür würden sich die TV-Gelder der übrigen Klubs erhöhen, da die U23-Teams hierbei nicht beteiligt werden. Statt bislang rund 800.000 Euro könnten sich die übrigen Vereine somit über rund eine Million Euro freuen. In Zeiten von Corona keine unwesentliche Summe, wenngleich die Reserveteams auf der anderen Seite keine großen Zuschauermagnete sind. Begrenzt ist die Anzahl von U23-Mannschaften in der 3. Liga übrigens nicht.

 
Back to top button