2006 noch Kreisliga: Steinbach Haiger träumt von der 3. Liga

Mit dem TSV Steinbach Haiger rechnet sich ein noch recht unbekannter Klub aus der Regionalliga Südwest große Hoffnungen aus, im Sommer den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen. liga3-online.de stellt den Klub aus dem mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis einmal etwas genauer vor.

Sechs Aufstiege in sieben Jahren

Zum 31. Dezember 2017 zählte der Stadtteil Steinbach 811 Einwohner. In der dazugehörigen Stadt Haiger aus dem Regierungsbezirk Gießen waren es Ende 2019 rund 19.300. Es ist ein unauffälliger Ort nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Doch die Chancen stehen gut, dass hier in wenigen Monaten Profifußball gespielt wird und die Region bekannter wird. Denn mit 55 Punkten nach 28 Partien liegt der TSV Steinbach Haiger nur drei Zähler hinter dem Tabellenführer SC Freiburg II. Seit sieben Spielen ist das Team von Trainer Adrian Alipour ungeschlagen.

An Erfolg haben sie sich beim Klub in den vergangenen Jahren gewöhnt. Von 2009 bis 2016 gelangen sechs Aufstiege, aus der Kreisliga B ging es bis in die Regionalliga. Nur 2013 wurde in der Verbandsliga Mitte ein Jahr Aufstiegspause eingelegt. Ansonsten waren die vergangenen Jahre eine einzige Erfolgsgeschichte. Als "Wahnsinn" bezeichnete Vorstandssprecher Roland Kring den Lauf des Klubs in einem Interview mit dem "Kicker".

Stadion bereits im Umbau

Kring ist als Mäzen mit dem Aufstieg des Vereins fest verbunden. 2007 stieg die Firma Sibre, deren Mitbesitzer er ist, als Hautsponsor ein. Mit den finanziellen Möglichkeiten wurde eine Grundlage für den jetzigen Erfolg geschaffen. Nachdem der Aufstieg in der wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen letzten Saison nicht gelang, könnte es ein Jahr später klappen. "Natürlich träumt man jetzt mit jedem Punkt, den man holt, auch von der 3. Liga", so Kring, "Aber ich bin nicht so verbohrt und sage, wir müssen zwingend in diesem Jahr aufsteigen."

Bei einem Aufstieg stellt für die Regionalligisten die Stadionthematik ein großes Problem dar. Der DFB erwartet für die Lizenzerteilung unter anderem ein Stadion für 10.000 Zuschauer. Bei Steinbach Haiger haben sie sich bereits auf dieses Szenario vorbereitet, in den vergangenen Jahren den Umbau des SIBRE-Sportzentrum Haarwasen Haiger begonnen. Bisher hatte der Klub einen Zuschauerschnitt von rund 1.300. Zu Duellen gegen Gießen (knapp 3.500) oder Saarbrücken (rund 3.800) kamen auch mal mehr Zuschauer, als Corona noch kein Thema war. Der Zuschauerrekord (4.204) datiert vom August 2018 als es im DFB-Pokal gegen den FC Augsburg ging. "Wenn wir in der 3. Liga im Schnitt eine zwei vorne hinbekommen, wäre das gut", erklärte Kring.

Umbruch bei Aufstieg nicht vorgesehen

Damit der Traum vom Profifußball wahr wird, muss das Team um die drittliga-erfahrenen Profis Benjamin Kirchhoff (Kapitän/34 Spiele für VfB Stuttgart II) oder auch Raphael Koczor, Sören Eismann und Florian Bichler (zusammen 182 Spiele) in den verbliebenen 14 Partien bis zum Saisonende Mitte Juni Tabellenführer Freiburg einholen. Der Erstplatzierte steigt direkt auf, muss nicht in die Relegation gehen. Einen Umbruch hält Kring nicht für nötig, sollte das gelingen: "Mannheim 2019 oder Saarbrücken 2020, die zuletzt aufgestiegen sind, haben gezeigt, dass das nicht sein muss. Wenn unser Stadion bis zum Aufstieg fertig ausgebaut ist und wir das Geld nutzen können, um die aktuelle Mannschaft noch punktuell zu verstärken, wäre ein Klassenerhalt in der 3. Liga zumindest nicht unrealistisch."

 
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