Regionalliga-Report #1: Wilhemshaven im Clinch mit der FIFA

Über die beiden Bundesligen berichten die großen Tageszeitungen in ihren Print- und Online-Ausgaben täglich. Die 3. Liga, in der ebenfalls Profifußball gespielt wird, findet dagegen schon etwas weniger Beachtung. Doch spätestens ab der Regionalliga lassen sich nur noch selten ausführliche und spannende Artikel finden. Um diesem Trend ein wenig entgegen zu wirken, berichtet liga3-online.de nun wöchentlich im Rahmen des "Regionalliga-Reports" über Themen und Hintergrund-Geschichten aus der vierten Liga. In der ersten Ausgabe geht es um den SV Wilhelmshaven, der sich mit dem Fußball-Weltverband FIFA angelegt hat.

Sportlich sieht es vier Spieltage vor Saisonende alles andere als schlecht aus für den SV Wilhelmshaven. In der Tabelle der Regionalliga Nord stehen die Niedersachsen mit 27 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz und damit knapp über dem Strich. Doch geht es nach dem Landesgericht Bremen und dem Weltfußballverband FIFA muss der SV in der neuen Saison wohl den Gang in die Oberliga antreten. Grund dafür ist ein Streit der Wilhelmshavener mit der FIFA. Eine Gegenklage des SVW wurde bereits abgewiesen. Zuvor hatte die FIFA den Abstieg für den Nord-Klub angeordnet, welchen der internationalen Sportgerichtshof CAS bereits bestätigte. Auch DFB-Vizepräsident Rainer Koch ist mit der Urteilsfindung des Bremer Gerichts einverstanden: "Die Entscheidung des Landgerichts Bremen bestätigt vollumfänglich die Rechtsauffassung des DFB."

Viertligist wollte keine sechsstellige Summe bezahlen

Schuld an dem jahrelangen Rechtsstreit ist Wilhemshavens Verpflichtung des Italieners Sergio Sergazazu im Jahr 2007. Die Verantwortlichen des SVW weigerten sich seitdem die auf 157.500 Euro bezifferte Ausbildungsentschädigung für Sergazazu zu zahlen. Nur zwischenzeitlich stand eine niedrigere Summe für den Viertligisten im Raum. Während Sergazazu die Mannschaft längst wieder verlassen hat, klagt der Verein seit sieben Jahren gegen die Zahlung, weil er an der Rechtmäßigkeit des Handelns der Fifa und des DFB zweifelt. "Die FIFA will sich über deutsche Gesetze hinwegsetzen", erklärte Anwalt und Aufsichtsratsmitglied Harald Naraschewski gegenüber der "Zeit". Schon in der vergangenen Spielzeit wurden Wilhelmshaven deshalb sechs Punkte abgezogen, hielt aber trotzdem die Klasse in der Regionalliga Nord. Mit dem jetzt zwangsweise angeordneten Abstieg droht aber ein neuer Tiefpunkt.

FIFA droht gar mit WM-Ausschluss

Bei der Urteilsfindung zwischen den beiden Parteien (FIFA und SV Wilhelmshaven) sollte der DFB eine Art Vermittlerrolle einnehmen. Die Vorschläge wurden vom SVW allesamt abgewiesen. Gar ein WM-Ausschluss droht dem deutschen Fußballbund mittlerweile. "Der DFB macht bloß Liebkind bei der Fifa", sagte Naraschewski weiter. Erst kürzlich erklärte die FIFA sie stehe in engem Kontakt mit dem DFB um den Streit endlich beizulegen. Mit dem Urteil zum Zwangsabstieg droht aber schon die nächste Runde im Clinch mit der FIFA. Präsident Joseph Blatter argumentiert damit, dass das Sportgericht für alle Verbände entscheiden kann. Mit dieser Grundlage sollen die Wilhelmshavener die Entscheidung hinnehmen und sich nicht weiter wehren. Naraschweski entgegnet jedoch: "Das Sportrecht ist dem Zivilrecht untergeordnet." Es bleibt abzuwarten welche juristischen Wege der Klub in Zukunft noch einschlagen wird…

FOTO:  FU Sportfotografie

   

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