Raus mit Applaus: Härtel lobt Spieler für großen Kampf

"Ich kann bis auf das erste Tor nichts hervorheben und möchte das auch nicht tun.“ So begann Eintracht Frankfurts Trainer Niko Kovac seine Spielzusammenfassung, nachdem der Bundesligist beim 1. FC Magdeburg mit 5:4 im Elfmeterschießen ein glückliches Weiterkommen im DFB-Pokal feierte. Dem FCM blieb nur die Floskel: Raus mit Applaus. Über 131 Minuten hatte man zuvor einen großen Kampf abgeliefert, der unbelohnt bleiben sollte.

Zuschauer schießen kurzzeitig über das Ziel hinaus

Es war alles drin in der Pokalpartie, was zuvor erwartet worden war: Ein rassiger Kampf, Torchancen und eine gewaltige Kulisse von 24.605 Zuschauern – mehr durften nicht rein, und doch platzte das Stadion aus allen Nähten. Der 1. FC Magdeburg komplett in blau, Eintracht Frankfurt komplett in schwarz: Das war lange großes Kino von den Rängen, bis die Situation in den zweiten 45 Minuten kurz zu eskalierten drohte. Eintracht-Fans feuerten Leuchtraketen in einen Magdeburger Block, woraufhin FCM-Anhänger aus Block U in den Innenraum stürmten – eine elfminütige Spielunterbrechung war die Folge. Glücklicherweise blieb das Publikum trotz der hektischen Szenen besonnen, das Spiel konnte fortgesetzt werden. In der Folge erreichte die Begegnung aber wohl auch aufgrund der plötzlichen Pause nicht mehr das Niveau von vor dem Seitenwechsel, als beide Teams noch munter noch vorne gespielt hatten.

Härtel enttäuscht über drittes Ausscheiden im Elfmeterschießen

Den ersten Punch hatte dabei die SGE gesetzt, die durch eine feine Einzelleistung des Neuzugangs Branimir Hrgota mit 1:0 in Führung ging (7.), daraus aber nur recht wenig Kapital schlagen konnte. Der 1. FC Magdeburg fand den Weg in die Begegnung, agierte souverän und erspielte sich ein deutliches Chancenplus – oft aber fehlte schlichtweg das nötige Zielwasser. „Wir haben nicht gut gespielt und waren die schlechtere Mannschaft“, gab sich Kovac grundehrlich und nahm sich vor, das Spiel in der kommenden Woche umgehend aufzuarbeiten. FCM-Coach Jens Härtel lobte seine Mannschaft, konnte aber die Enttäuschung über den Verlauf nicht verbergen. „Frankfurt hatte einen riesigen Torhüter, der sie im Spiel gehalten hat und schlussendlich auch im Elfmeterschießen souverän geblieben ist“, schüttete Härtel ein Kompliment an Eintracht-Keeper Lukas Hradecky aus und stellte ernüchtert fest: „Das ist das dritte Elfmeterschießen für mich hier in Magdeburg, keines der drei haben wir gewinnen können. Das ist ziemlich schade.“

Ausgerechnet Christian Beck fehlt der Torinstinkt im entscheidenden Moment

Es klingt beim Vergleich des Drittligisten und des Erstligisten vielleicht komisch, aber schlussendlich musste sich Magdeburg sogar vorwerfen lassen, es überhaupt bis zum Elferschießen kommen gelassen zu haben. Auch wenn Nico Hammanns Ausgleich per abgefälschtem Freistoß erst spät und dafür erst recht hochverdient zustande kam (86.), so hätte ausgerechnet Torjäger Christian Beck in der 90. Minute +10 (Schiedsrichter Markus Schmidt entschied sich aufgrund der Spielunterbrechung für eine Nachspielzeit von elf Minuten) frei vor Hradecky den Siegtreffer erzielen müssen – ausgerechnet im so wichtigen und lukrativen Moment fehlte ihm aber die gewohnte Kaltschnäuzigkeit. Wenn der FCM nun noch etwas für die Liga mitnehmen kann, dann die Tatsache, dass die Elbstädter spielerisch auch gegen einen Bundesligisten mithalten können. Das sollte vor dem freitäglichen Duell mit dem MSV Duisburg doch weiteren Auftrieb geben.

   
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