Preußen Münster: Wieder eine vermeidbare Niederlage

Zweites Spiel, zweite Niederlage: Bei Preußen Münster rückt der klassische Fehlstart näher und näher – eigentlich ist er sogar bereits eingetreten. Durch die 0:1 (0:0) -Niederlage bei Hansa Rostock wird die Elf von Horst Steffen vorerst weiterhin im Tabellenkeller Platz nehmen müssen. Das große Manko: Wieder blieben die Chancen für die nominellen Stürmer sehr rar gesät. Und wieder, wie bereits im Derby, war die Niederlage absolut vermeidbar.

Frühe Chancen für die Preußen

Mit dem großen Willen, in Rostock Wiedergutmachung zu betreiben, waren die Adlerträger an die Ostseeküste gereist. Und wer das Spiel in der ersten Halbzeit begutachtete, der sah eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zur Partie gegen den VfL Osnabrück: Mehr Spiel- und Ballkontrolle, flüssigere Kombinationen und weniger Hektik prägten das Spiel des SCP, das im letzten Spieldrittel aber noch zu wenig überraschende Momente bot. Bezeichnenderweise erhielten wieder die Verteidiger die größten Gelegenheiten: Sebastian Mai verfehlte das Tor nach einem Freistoß von Michele Rizzi mit einem Volleyschuss (9.), auch Jeron Al-Hazaimehs Versuch strich nur knapp über die Latte (12.). Der Rest war ansehnliches Stückwerk mit schnellen Pässen, aber ohne Effizienz vor dem Tor. „Wir müssen einfach effektiver werden, die Laufwege in der Offensive verbessern“, erkannte Trainer Horst Steffen das Manko: Adriano Grimaldi und Tobias Rühle erhielten wieder keine Abschlussmöglichkeit, Sinan Tekerci fand auf links fast überhaupt nicht statt.

Gelb-Rote Karte für Mangafic bringt Hansa Oberwasser

Und dennoch waren die Spieler zur Pause bester Dinge, gegen einen wenig überzeugenden FC Hansa, der dem SCP lange das Spielfeld und den Ballbesitz schenkte, einen Sieg einfahren zu können. Es sollte anders kommen, denn die mühsam erarbeitete Spielkontrolle warf Außenverteidiger Denis Mangafic mit einem überharten Einsteigen über den Haufen: Nach 54 Minuten sah der bereits verwarnte Defensivspieler die Gelb-Rote Karte, das war gemessen nach der Schwere des Foulspiels schon eine angemessene Entscheidung von Schiedsrichter Christian Dietz. Diese sollte jedoch Folgen haben: Fortan dominierte Hansa Rostock, beflügelt von der unverhofften Vorteilssituation, und übernahm die Spielkontrolle – freilich ohne zunächst gefährlich zu werden. Dann aber spielte Innenverteidiger Mai seinen Nebenmann Al-Hazaimeh gefährlich an, der verlor das Leder an Stephan Andrist und dieser fand am zweiten Pfosten Tobias Jänicke, der problemlos zum 1:0 in das verlassene Tor einschob (64.).

„Haben uns zwei Eier eingeschenkt“

Es war der Knockout für Münster, das in Unterzahl und in Rückstand spielerisch keine Gefahr mehr entwickeln konnte. Erst in der Nachspielzeit ergab sich die große Möglichkeit zum Ausgleich, Lion Schweers scheiterte aber am herausragenden Marcel Schuhen (90.+2) – die fünfte Großchance eines SCP-Verteidigers in dieser Spielzeit, während die Stürmer bisher völlig auf der Strecke blieben. „Wir haben uns zwei Eier eingeschenkt, Hansa ist aus dem Spiel heraus nichts eingefallen. Bis zur Gelb-Roten Karte waren nur wir am Drücker“, bilanzierte Kapitän Michele Rizzi und mutmaßte: „Der eine oder andere muss bei uns noch immer seine Nervosität abstellen, damit wir die Abspielfehler reduzieren. Zeitgleich müssen wir vorne zielstrebiger werden.“ Vor dem nächsten Heimspiel gegen den MSV Duisburg am Mittwochabend steht Preußen Münster nun bereits mächtig unter Druck, will man die kommenden Wochen nicht in den unteren Tabellengefilden verbringen.

 
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