VfL verpasst zum wiederholten Mal den wichtigen Schritt

Am Ende der Spielzeit wird sich der VfL Osnabrück möglicherweise einfach nur schwarzärgern. Nein, mit der vorhandenen individuellen Klasse und dem investierten Etat stand ein Aufstieg sicherlich nicht auf dem Programm. Aber wann war die Chance jemals größer? Gegen den Halleschen FC wurde mal wieder eine Gelegenheit auf dem Servierteller vergeben.

Die Konkurrenz lädt mit Verspätung ein

Gut: Der Servierteller kam mit Verspätung – da konnten die Lila-Weißen an ihrem Ergebnis schon nichts mehr ändern. Als aber der 1. FC Magdeburg als auch Holstein Kiel am Sonntag keine Heimsiege einfuhren, da stand fest: Osnabrück hat wieder einmal Patzer der Konkurrenz nicht für sich genutzt. Wieder einmal, wieder einmal – das kann kein VfL-Fan der Welt mehr hören. Die zwölfte Niederlage der Spielzeit, die siebte der Rückrunde: All das klingt ganz und gar nicht nach einem potenziellen Aufsteiger, und doch ist die Elf von Trainer Joe Enochs dem Wunschziel immer noch so nah. Dafür muss aber selbst gepunktet werden, und das ging gegen den Halleschen FC nicht zum ersten Mal im Jahr 2017 zurecht schief. Schon in den ersten 45 Minuten hatte der HFC das Kommando übernommen, "nur die ersten zehn Minuten waren in Ordnung", analysierte Enochs auf der Pressekonferenz. Dann wurde Halle stärker, präsenter, ruhiger im eigenen Spielaufbau.

"Wir haben Fehler gemacht"

"Wir haben Fehler gemacht", musste der US-Amerikaner ehrlich feststellen. Weil aber Benjamin Pintol (21.) und Marvin Ajani (43.) an Keeper Marius Gersbeck scheiterten, stand die Null zum Seitenwechsel. "Wir haben unsere Flügelspieler offensiver ausgerichtet, wollten so mehr Druck erzeugen“, erklärte Enochs eine kleine Systemumstellung in der Kabine. Sie fruchtete kaum, stattdessen freute sich Halle über den ersten Treffer aller Zeiten an der Bremer Brücke: Royal Fennell köpfte ins lange Eck (57.). "Wir haben nicht entschlossen genug verteidigt, dann dafür aber Charakter gezeigt“, so Enochs, der mit Freude den raschen Ausgleich von Marc Heider (60.) betrachtete. Heider, der Mann für die wichtigen Treffer in der Rückrunde? Nein, denn Martin Röser bestrafte eine weitere Unaufmerksamkeit mit dem 2:1-Endstand (62.). "Wir waren im Spiel, aber nur für eine Minute…", haderte Enochs sichtlich mit dem plötzlichen Spielverlauf.

Chancen vertan, die Hoffnung bleibt

Eine unter dem Strich verdiente Niederlage, musste der Übungsleiter zudem einräumen. "Wer so Fußball spielt, hat sich das Glück mit dem Spielverlauf vielleicht auch verdient“, begründete Enochs fair und blickte auf sein Team: "Wir müssen das Spiel analysieren, Fehler abstellen und nach vorne blicken.“ Das hören die Anhänger nicht zum ersten Mal, dies umzusetzen, ist freilich nicht leicht. Die Rückrunde gerät zu einem Auf und Ab mit mehr Tiefen als Höhen – und hätte der VfL Osnabrück ab November auch nur halbwegs konstant gepunktet, wäre er jetzt auf einer Höhe mit dem MSV Duisburg anzusiedeln. Gleichwohl ist die Chance auf die vorderen Ränge weiterhin gegeben, und das wollte auch der Trainer als Hoffnung im Raum stehen lassen: "Die 3. Liga ist verrückt und keiner weiß, wohin die Reise geht. Nun wollen wir ein weiteres Mal aufstehen.“ Auswärts in Frankfurt, immerhin beim schwächsten Team dieses Jahres, sind Zähler zumindest nicht unrealistisch.

   

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