Osnabrücker Jugendmarsch: "Insgesamt friedlich"

Es sollte ein schöner Einstieg in die Rückrunde der 3. Liga werden für die Fans des VfL Osnabrück, etwa 200 junge Osnabrücker versammelten sich um 10.30 Uhr zu einem Jugendmarsch von der Innenstadt Osnabrücks aus, um gemeinsam zum Stadion zu gehen. Dabei zündeten mehrere Teilnehmer Pyrotechnik, laut Polizeiangaben sollen rund 40 Polizisten im Einsatz gewesen sein. Zwei VfL-Fans bescheinigen der Veranstaltung eine insgesamt friedliche Atmosphäre.

Jugendmarsch zum Stadion

Das "Inferno Osnabrück", eine Ultra-Gruppierung von etwa 25 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, lud am Samstag um 10.30 Uhr zum gemeinsamen Jugendmarsch zur osnatel ARENA ein, um dort das erste Spiel der Rückrunde des VfL Osnabrück gegen den SV Wehen Wiesbaden zu verfolgen. Das Spiel wurde bekanntlich aufgrund schwerer Regenfälle abgesagt – der Jugendmarsch fand mit ungefähr 200 jugendlichen Teilnehmern trotzdem statt. Knapp über eine Stunde brauchten die jungen Osnabrücker bis zum Stadion, der Weg dorthin führte die Osnabrücker durch die Innenstadt, über Nebenstraßen bis letztendlich zur osnatel ARENA, wo man von der Spielabsage erfuhr. Auf der Strecke wurde, neben lautstarken Gesängen der lila-weißen Anhänger, mehrfach Pyrotechnik gezündet, Rauchbomben, Bengalos und römische Lichter kamen regelmäßig zum Einsatz. Insgesamt lief dieser Jugendmarsch aber friedlich ab, nach Polizeiangaben sollen rund 40 Einsatzkräfte den Marsch begleitet haben. Der Jugendmarsch wurde komplett von Polizeikameras überwacht, sodass mehreren Fans nach Auswertung der Aufnahmen Ermittlungsverfahren drohen. Ein Teilnehmer wurde noch während des Marschs festgenommen.

"Es wurde massig Pyrotechnik eingesetzt"

Wir sammelten zwei Aussagen von VfL-Fans, die ihre Eindrücke zum Jugendmarsch am vergangenen Samstag zur "Bremer Brücke" folgendermaßen schildern:

Lukas:

Es war eigentlich eine gute Idee, dieser Jugendmarsch, und es versammelten sich viele junge Osnabrücker Fans, die dem nicht gerade schönem Wetter trotzten. Die Stimmung war allgemein gut und es gab vorher auch noch eine klare Ansage, dass das Böllerwerfen bitte unterlassen wird, dies wurde auch mit Applaus der Teilnehmer bedacht. Danach machte man sich auf den Weg zum Stadion. Die Stimmung wurde durch die Anwesenheit der Polizei ein wenig runtergedrückt, aber trotzdem waren alle noch gut drauf. Die in dem Polizeibericht und dem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" erwähnte "Sitzblockade" hat nie stattgefunden, das war ein Teil eines Fangesanges! Auf dem Nikolaiort sprinteten einige Osnabrücker auf einmal los, ich weiß aber nicht, warum. Etwas später griff die Polizei dann ein, sie wollten einen Fan aus der Menge ziehen und wurden dabei beschimpft. Ich glaube aber, dass zu keiner Zeit Gewalt angewandt worden ist. Leider gab es trotz der Ansage, die vorher gemacht wurde, einen Böllerwerfer, dieser wurde allerdings von allen Osnabrücker Fans zurechtgewiesen. Es wurde massig Pyrotechnik eingesetzt, wogegen allerdings kein Fan, der da mitlief, etwas gegen hatte. Aber zu dem Thema Pyrotechnik muss man ja keine Worte mehr verlieren.
Unter’m Strich kann man sagen, dass es ein Jugendmarsch war, der allen Fans Spaß gemacht hat und ohne Randale oder irgendwelchen Sitzblockaden stattfand.

Patrick:

Es war eigentlich eine gute und friedliche Atmosphäre und es gab eigentlich so weit keinen großen Ärger. So gegen 10.25 Uhr kam dann die Polizei mit einem Motorrad und einem Bulli, trotzdem blieb alles ruhig. Der Polizeiwagen mit dem Kameramann oben drauf war bei dieser ruhigen Stimmung jedoch meiner Meinung nach sehr provozierend. Und die Sache mit den Raketen, wie sie in dem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" beschrieben werden: Das waren keine Raketen, sondern römische Lichter (Leuchtkugeln, die sich in der Luft auflösen)! Auch war es keine Sitzblockade, sondern ein Teil eines Fangesanges, bei dem das so gemacht wird. Richtig hitzig wurde die Stimmung, als ohne Grund die Polizei mitten durch die Leute lief, um einen Fan aus der Menge zu ziehen. Der Jugendmarsch war keine Demonstration, Schlägereien haben ebenfalls nicht stattgefunden.

 

FOTO: Flohre Fotografie

   
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