Osnabrück geht im Endspurt die Luft aus – Platz 3 vorerst weg

Ausgerechnet kurz vor dem Saisonende stottert der Motor des VfL Osnabrück gehörig. In den Spielen, die die Lila-Weißen im Aufstiegskampf unbedingt gewinnen müssen, kommen die ersehnten Erfolge schlichtweg nicht mehr. Beim 1:1 (0:1)-Remis gegen den FSV Mainz 05 II konnte die Elf von Joe Enochs einerseits den Patzer von Erzgebirge Aue nicht ausnutzen und musste andererseits auch noch zwei Kontrahenten vorbeiziehen lassen.

Ohne Torgelegenheit im ersten Durchgang

Was konnte man dem VfL Osnabrück aber vorwerfen? Es haperte besonders an der Herausarbeitung von Tormöglichkeiten. Ballbesitz und Eckbälle hatten die Gastgeber an der heimischen Bremer Brücke sicherlich ausreichend, aber wo blieb die Gefahr? Im ersten Durchgang ging sie den Hausherren vollkommen ab. Nicht eine wirklich aussichtsreiche Tormöglichkeit wurde kreiert, das Mainzer Abwehrbollwerk verteidigte souverän, aber hatte am Samstagnachmittag auch nicht die größte Mühe mit der Verrichtung ihres Jobs. Dem Enochs-Team fehlte derweil vielleicht auch das Quäntchen Glück, das im Saisonverlauf schon einige Male in die Karten gespielt hatte, als nach 14 Minuten Schiedsrichter Sven Jablonski auf den Elfmeterpunkt zeigte – da hatte Mainz-Stürmer Julian Derstroff möglicherweise deutlich mehr draus gemacht, als Kim Falkenberg an Foulspiel begangen hatte.

„Rocky“ Alvarez markiert den Ausgleich

Trotz genügend Restspielzeit blieb die Reaktion allerdings bis zum zweiten Durchgang aus, erst dann zeigte ausgerechnet Marcos Alvarez die nötigen Tugenden und setzte sich im gegnerischen Strafraum entschlossen gegen alle Verteidiger durch. So konnte er eine Hereingabe von Michael Hohnstedt in die Maschen drücken (52.) – und das, obwohl der 24-Jährige zu dem Zeitpunkt bereits nur noch auf einem Auge sehen konnte. Das andere, linke Sehorgan war nach einem gegnerischen Fußtreffer kurz zuvor in Boxermanier angeschwollen. Der 1:1-Ausgleich, er war gegen biedere Mainzer sicherlich verdient. Fraglich bleibt aber: Wo blieb das erwartete Powerplay der Osnabrücker? "Erst zum Schluss, als bei Mainz unter Dauerdruck die Kräfte ausgingen, konnten wir gute Chancen erspielen“, analysierte Alvarez nach Abpfiff im NDR. Für einen Heimsieg sollten diese druckvollen zehn bis 15 Schlussminuten allerdings nicht reichen.

"Haben in dieser Saison schon Auswärtsspiele unter Druck gewonnen“

Was bleibt, ist eine ernüchternde Bilanz im Aufstiegskampf: Der VfL Osnabrück hat nur eines der letzten sieben Spiele für sich entscheiden können. Joe Enochs begab sich auf Ursachenforschung und stellte fest: "Es liegt einerseits an unserer Chancenverwertung, andererseits müssen wir hinten wieder stabiler stehen. Letzteres hat gegen Mainz wieder gut funktioniert.“ Er musste jedoch auch feststellen: "Würzburg kann den dritten Platz nun aus eigener Kraft erreichen.“ Und auch bei der SG Sonnenhof Großaspach, die nach einem 5:0-Erfolg über Energie Cottbus und Osnabrücks Ex-Trainer Claus-Dieter Wollitz an den Lila-Weißen vorbeizogen und darüber hinaus ein deutlich besseres Torverhältnis aufweisen, ist mit eigenen Mitteln nur noch schwer zu erreichen. Dennoch gibt Alvarez die Marschroute vor und fordert: "Wir haben in diesem Jahr auswärts schon unter Druck gestanden und dann auch den Sieg einfahren können. Genau das erwarte ich von uns nun beim Halleschen FC.“ Allein das reicht nach der langwierigen Schwächephase nun aber nicht mehr aus – der Blick geht nun vermehrt nach Würzburg und Großaspach, die zuhause gegen Rostock respektive Kiel antreten müssen.

 
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