Oral schimpft über Elfmeter zum 3:3: "Das war gar nichts"

3:1 geführt aber dennoch nicht gewonnen: Mit dem 3:3 beim 1. FC Saarbrücken konnte der FC Ingolstadt nicht zufrieden sein. Auch, weil der Elfmeter für den FCS zum Ausgleich höchst fragwürdig war.

"Das ist ein Brett"

Es lief die 73. Minute, als Dennis Eckert Ayensa den Ball nach einer Ecke klären wollte, dabei zum Kopfball-Duell mit Sebastian Jacob hochstieg und die Hände schützend über den Kopf nahm. Im ersten Moment sah es so aus, als hätte Eckert Ayensa den Ball mit den Händen berührt. Doch die TV-Bilder zeigten: Der Ball prallte an den Rücken des Stürmers. Schiedsrichter Timo Gerach entschied dennoch auf Elfmeter, den Nicklas Shipnoski verwandelte und damit seinen dritten Treffer an diesem Tag erzielte. "Das war gar nichts", schimpfte Trainer Tomas Oral nach der Partei am "Telekom"-Mikrofon und meinte: "Wenn man da Elfmeter pfeift, dann gibt es in jedem Spiel sechs."

Eckert Ayensa selbst musste beim Anschauen der Bilder nach der Partie hämisch lachen: "Oh man, das ist ein Brett. So einen Elfmeter gepfiffen zu bekommen, ist es natürlich bitter." Auch FCS-Coach Lukas Kwasniok gab zu: "Den hätte ich nicht gepfiffen. Am Ende war es wohl eine Konzessionsentscheidung, nachdem er den anderen Elfmeter nicht gepfiffen hat." Was er meinte war die Szene in der 51. Minute, als Shipnoski von Michael Heinloth im Strafraum einen Stoß bekam und zu Boden ging. Oral meinte dazu aber: "Das war zu wenig für einen Elfmeter, der Spieler wollte ihn unbedingt und hat sich gar nicht mehr auf den Ball konzentriert." Auch am ersten Strafstoß der Partie, der nach sechs Minuten zum Ausgleich führte, äußerte Ingolstadts Trainer Zweifel. Allerdings zeigten die TV-Bilder, dass Jacob von Antonitsch am Fuß getroffen wurde.

Orals Appell an die Liga

Doch bei allem Ärger über die Elfmeter-Szenen und die verspielte 3:1-Führung sprach Oral seiner Mannschaft auch ein "Riesenkompliment" aus. "Es ist nicht selbstverständlich, innerhalb von 30 Minuten drei Tore zu schießen." Umso ärgerlicher aber, dass drei Tore auswärts nicht zu drei Punkten reichten: "Wenn man 3:1 führt und nur 3:3 spielt, ist man nicht glücklich – das ist doch klar", sagte Eckert Ayensa. Dennoch überwintert der FC Ingolstadt als Tabellenzweiter

Oral war es derweil ein Bedürfnis, einen Appell an die Liga zu richten. Dabei ging es um die Tatsache, dass sich die Klubs vor Saisonbeginn mehrheitlich dafür entschieden hatten, wieder zu drei Wechseln zurückzukehren: "Das sollte man nochmal überdenken. Am Ende des Tages geht es angesichts der vielen Englischen Wochen und der dichten Taktung der Spiele zulasten der Gesundheit der Spieler." Vor allem aus finanziellen Gründen hatte sich die Mehrheit der Vereine gegen fünf Wechsel ausgesprochen. Oral prophezeite: "Am Ende wird es der eine oder andere noch bereuen, dass er nicht auf die Spieler, sondern den Geldbeutel Rücksicht genommen hat." Auch Sportdirektor Michael Henke hatte sich vor einigen Wochen ähnlich geäußert. Da die finanzielle Situation der meisten Klubs aber weiterhin angespannt ist, deutet derzeit nichts darauf hin, dass die Wechselregel nochmal angepasst wird.

   
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