Nur Remis: RWE mit großen Problemen gegen Burghausen

"Es fällt halt teilweise immer wieder auf, dass wir nicht in der Lage sind, ein Spiel zu machen", brachte es RWE-Schlussmann Philipp Klewin kurz nach dem Schlusspfiff gegenüber dem vereinseigenen Radio auf den Punkt. "Wir haben richtig gute Leute im Zentrum, das wissen wir auch, aber wahrscheinlich klappt es noch nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben – oder wie sich der Trainer das vorstellt", fügte der 20-Jährige nach dem 1:1 gegen den Tabellenvorletzten Wacker Burghausen an. Immer wieder scheiterten die Rot-Weißen im Spielaufbau an sich selber. Zu viele Unkonzentriertheiten; zu oft kam der Ball trotz geringer Entfernung nicht beim Mitspieler an.

Erneut schwaches Offensivspiel – Treffer macht Hoffnung

RWE-Trainer Walter Kogler setzte auf das Sturm-Duo Carsten Kammlott/Jonas Nietfeld. Mijo Tunjic, der gegen Preußen Münster noch in der Stadtformation stand, musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Doch die Idee des Österreichers ging nicht auf, Nietfeld erwischte einen gebrauchten Tag und hatte in einigen Szenen große Probleme mit der Ballverwertung. Doch wurde er, wie sein Sturmpartner, sehr oft planlos mit langen Bällen angespielt und sah sich fast allein der gesamten Burghauser Verteidigung gegenüber. Bereits beim ersten Heimauftritt dieses Jahres wurde klar, dass in der Vorwärtsbewegung noch viel Steigerungspotential besteht. Dies wurde gegen die Mannschaft von Trainer Uwe Wolf nun bestätigt. Die einzig positive Ausnahme war der Ausgleich durch Rückkehrer Carsten Kammlott. Nach gutem Zusammenspiel von Patrick Göbel und Kapitän Nils Pfingsten-Reddig wurde der 23-Jährige gut bedient und musste das Spielgerät nur noch über die Linie befördern.

 "Es ist auch kein schöner Fußball, das muss man ehrlich sagen"

Deshalb mussten die Erfurter letztendlich mit dem Punkt zufrieden sein und konnten sich mehrmals bei ihrem hervorragend aufgelegten Torwart bedanken, dass dieser abgesehen von dem Treffer in Minute 38 – bei dem er machtlos war – sein Tor sauber hielt und somit das Unentschieden erst ermöglichte. "Es ist auch kein schöner Fußball, das muss man ehrlich sagen", gestand Klewin, der im März des vergangenen Jahres in Burghausen sein Drittliga-Debüt gab, nach den 90 Minuten. Hoffnung machte ihm jedoch der Ausgleichs-Treffer kurz vor der Halbzeitpause: "Das 1:1 war richtig gut herausgespielt, da hat man kurz gesehen, was die Jungen aus Erfurt so alles können." Unterschätzt habe man den Gegner nicht, versicherte der Friedrichrodaer, aber es sei "halt immer wieder auffällig, dass es gegen die Unteren nicht klappt".

Kogler erhofft sich gute Leistung gegen Leipzig

Etwas anders schätzte es sein Trainer ein, der mit dem Auftritt nicht unzufrieden war: "Wir haben heute nicht so schlecht gespielt, das war eine gute Leistung", sagte der 46-Jährige. Gegen Ende der Partie war der Sieg durch "zwei, drei gute Möglichkeiten" sogar noch im Bereich des Möglichen. Alles in allem war jedoch herauszuhören, dass die Partie an der Salzach schnellstmöglich abgehackt werden soll, da am kommenden Samstag das mit Spannung erwartete Duell gegen RB Leipzig ansteht. Seine Erwartungen formulierte der Österreicher klar: "Ich erhoffe mir, dass wir an diesem Tag eine richtig gute Leistung bringen, das wäre schön für uns." Mit einem Sieg gegen die Messestädter würde der Rückstand von RWE drei Punkte betragen. Der SV Darmstadt 98, der seinerseits fünf Punkte zwischen sich und die Blumenstädter gebracht hat, tritt beim Tabellenführer Heidenheim an. Läuft es für die Mannen vom Steigerwald optimal, befindet man sich nach dem 24. Spieltag trotz zuletzt vieler Enttäuschungen wieder mitten im Aufstiegs-Rennen.

Die Partie in Fotos:

FOTOS: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photographie / Fototifosi

 

   
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