Nur ein Sieg seit März: Wiesbadens besorgniserregender Trend
Mit null Punkten und 1:7 Toren nach zwei Spieltagen geht der SV Wehen Wiesbaden als Tabellenletzter in das Pokal-Wochenende. Die Talfahrt der letzten Monate setzt sich damit fort – und hat sich längst zu einem besorgniserregenden Trend entwickelt.
Seit Mitte Februar geht es bergab
Mitte Februar war es, als der SV Wehen Wiesbaden sein Heimspiel gegen den MSV Duisburg auf furiose Art und Weise mit 6:1 gewonnen hatte. Es war der siebte Sieg aus den letzten neun Spielen, wodurch die Hessen nach dem zuvor schwachen Saisonstart plötzlich wieder ganz oben mitmischten. Nur noch zwei Punkte fehlten zum Relegationsplatz, selbst Rang zwei war nur drei Zähler entfernt. Es schien, als könnte das große Ziel, im Jahr des 100-jährigen Vereinsjubiläums in die 2. Liga zurückzukehren, noch Wirklichkeit werden.
Doch nach dem Kantersieg gegen die Zebras kamen in den verbleibenden 14 Partien nur noch zwei Siege hinzu. Zwischenzeitlich blieb der SVWW gar neunmal in Folge sieglos und rutschte daher bis zum Saisonende auf Platz 8 ab – satte 17 Zähler hinter dem Relegationsplatz.
26 Gegentore in den letzten 12 Spielen
Auch in der neuen Saison setzt sich diese Talfahrt bislang ungebremst fort. War die Niederlage gegen Münster zum Auftakt noch etwas unglücklich, offenbarten die Hessen beim 0:4 in Würzburg am vergangenen Freitag große defensive Schwächen, verloren nach einer guten Anfangsphase komplett den Faden und ließen sich durch den ersten Gegentreffer komplett aus der Bahn werfen.
Von einem Fehlstart wollte Trainer Daniel Scherning am Freitagabend zwar noch nicht sprechen, gleichwohl ist der Trend der letzten Monate besorgniserregend: So wartet der SVWW seit Mitte Januar auf einen Auswärtssieg und konnte nur eine der letzten zwölf Partien gewinnen – bei 13:26 Toren.
Scherning wirbt für weitere Transfers
Es liegt auf der Hand, dass weitere Verstärkungen her müssen. Bisher haben die Hessen erst vier Neue geholt – so wenige wie kein anderer Klub. Auch Scherning warb nach der Niederlage um weitere Verpflichtungen, betonte aber, dass er damit keinen Druck auf die Vereinsführung aufbauen wolle. Dennoch ist Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver nun gefordert, gleiches gilt aber auch für Scherning. Dieser hatte sich nach der Niederlage in Würzburg selbstkritisch gezeigt, in der Ansprache im Vorfeld der Partie "nicht die richtige Deutlichkeit gefunden" zu haben.
Auch daran wird nun angesetzt werden müssen, schließlich haben es die nächsten Gegner in sich. Erst geht es im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen, dann warten mit Essen und Rostock zwei Spitzenteams. Ob der besorgniserregende Trend in diesen Partien gestoppt werden kann?