Münster fällt gegen Paderborn in alte Handlungsmuster zurück

Nach vier Siegen in Folge ist Preußen Münster unsanft auf dem Boden der Tatsachen gelandet: Im Heimspiel gegen den SC Paderborn musste die Elf von Trainer Benno Möhlmann eine nicht unverdiente 0:1-Niederlage einstecken. Über weite Strecken fanden die Gastgeber kein Mittel gegen ein stabiles Abwehrbollwerk der Ostwestfalen, das nach 70 Minuten den Lucky Punch setzte.

Stabile Paderborner Defensive lässt Münster verzweifeln

Wie schnell ein typisches 0:0-Spiel plötzlich und unverhofft in eine Richtung kippen kann, das weiß Preußen Münster spätestens seit dem knappen 1:0-Erfolg bei Fortuna Köln vor rund einem Monat. Am Samstagnachmittag verhielt es sich nahezu umgekehrt, als der zuletzt schwächelnde SC Paderborn im Preußenstadion gastierte und ohne großen offensiven Aufwand die drei Punkte entführte. Während Stefan Emmerling auf Seiten der Blau-Schwarzen ein gelungenes Debüt feierte, ist die Serie der Preußen gerissen. Und irgendwie hatte sich Münster das nach einem passiven Auftritt auch verdient. Okay: Leicht waren die Bedingungen auf holprigem Rasen und unter stetem Nieselregen nicht, zumal Emmerling sich allen voran auf die Stabilisierung der Paderborner Defensive fokussiert hatte. Wirklich überrascht hatte das aber wohl niemanden, nachdem die Gäste ihre letzten Auswärtsspiele mit 0:3, 0:6 und 0:3 abgegeben hatten.

Münster wacht erst spät auf

Und doch wirkte dieses simple Mittel bei wenig inspirierten und spielfreudigen Münsteranern, die die zahlreichen Zuschauer – immerhin knapp 7.800 Besucher waren am Samstag ins Stadion geströmt – über weite Strecken enttäuschten. Einzig Michele Rizzi hätte nach 23 Minuten und aus kurzer Distanz die Führung besorgen können, bis zur zweiten hochkarätigen Gelegenheit dauerte es bis in die Schlussphase hinein. Dann aber fuhr Preußen Münster nochmals große Geschütze auf: Die Innenverteidiger Sebastian Mai und Ole Kittner scheiterten per Distanzschuss respektive Kopfball, kurz vor Schluss traf der eingewechselte Amaury Bischoff den linken Außenpfosten und Sekunden später parierte Paderborn-Keeper Lukas Kruse noch einen Abschluss aus dem Gewühl. Weil der SCP 07 nach 71 Minuten einen schnellen Gegenstoß durch Zlatko Dedic eiskalt verwertet hatte, blieben die Münsteraner in einer Partie, die über lange Zeit keinen Sieger verdient gehabt hätte, gar gänzlich ohne Punkte.

Möhlmann: "Die Bäume wachsen nicht in den Himmel“

Ein Rückschlag für die zuletzt optimistischen Münsteraner, keine Frage. Für Trainer Benno Möhlmann kam die Niederlage aber nicht völlig unerwartet. "Bei uns wachsen die Bäume nicht in den Himmel, und Paderborn hat einen starken Kader. Wenn sie einen guten Tag erwischen, haben wir es nicht leicht.“ Auffällig geriet allen voran die geringe Anzahl an eigens erspielten Möglichkeiten – erst in der Schlussphase und mit Hilfe der Brechstange fanden die Adlerträger einen Weg durch die massive Verteidigung der Ostwestfalen. Mit weiterhin 21 Punkten aus nunmehr 18 Spielen befindet sich Münster seit dem Trainerwechsel dennoch voll im Soll, der Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist jedoch auf lediglich einen Zähler geschrumpft. Der versöhnliche Jahresabschluss soll am kommenden Wochenende bei Jahn Regensburg gewinnen. Befindet sich Preußen Münster nach diesem Spiel noch immer über dem Strich, dann sind die ersten Wochen unter Möhlmann allemal als Erfolg zu werten.

   
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