"Nicht notwendig": MSV gibt Spiel zu einfach aus der Hand

Mit dem Rückenwind von drei Siegen in Folge war der MSV Duisburg zum 1. FC Saarbrücken gereist, kassierte aber eine 1:4-Niederlage. Was die Beteiligten dennoch Positives aus der Pleite ziehen und was der Grund für die erfolglose Reise ins Saarland war.

Ähnliches Muster bei Gegentreffern

Mit gemischten Gefühlen schaute Dominik Schmidt auf die 90 Minuten zurück, in denen der MSV Duisburg gerade mit 1:4 beim 1. FC Saarbrücken verloren hatte. "Ich glaube, dass wir über weite Strecken ein ordentliches Auswärtsspiel abgeliefert haben. Das Spiel ist offen gewesen, es hätte auf beide Seiten kippen können", sagte der 33-jährige Innenverteidiger des MSV bei "MagentaSport". Dann folgte jedoch das große Aber: "Wir kassieren die Gegentore zu einfach." Deshalb sei die Niederlage "nicht notwendig" gewesen.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff durch Julian Günther-Schmidt (45.) gingen die Hausherren in Führung. Nach dem Ausgleich durch Moritz Stoppelkamp (52.) entschied der FCS die Partie binnen elf Minuten jedoch für sich. Kianz Froese (60.) und Minos Gouras (67./71.) waren erfolgreich. Die Gegentreffer im zweiten Durchgang seien immer durch das gleiche Muster gefallen, meinte Schmidt: "Ball in die Tiefe, durchlaufen und sie standen frei vor dem Torwart." Warum die Hintermannschaft der Zebras jedoch nicht darauf reagiert hatte, habe mehrere Gründe, so der gebürtige Berliner. Zum einen hätte bereits im Mittelfeld der tödliche Pass unterbunden werden müssen. Auch die Kommunikation zwischen Verteidigern und dem defensiven Mittelfeld habe nicht gepasst. "Da waren wir in drei Situationen nicht gut genug."

"Nicht mehr bissig und griffig"

MSV-Trainer Pavel Dotchev, der meinte, nach dem 1:2 sei das Duell entschieden gewesen, machte in diesen spielentscheidenden Szenen auch fehlende Konzentration und eintretende Müdigkeit aus. "Dann waren wir nicht mehr so bissig und griffig." Aber als Ausrede sollte das freilich nicht gelten: "Es war dennoch nicht gut verteidigt." Dabei hätten sich die Saarländer nicht beschweren dürfen, "wenn wir die Führung erzielen", so Schmidt. Die Meinung teilte auch Dotchev, der "schon einige Szenen" gesehen hatte, mit denen er "sehr zufrieden war, wie wir Fußballspielen. Wir machen nicht unverdient das 1:1, hatten auch in der ersten Halbzeit Möglichkeiten, um in Führung zu gehen".

Deshalb konnten die Beteiligten auf Seiten der Gäste trotz der aus ihrer Sicht unnötigen Niederlage und der vermeidbaren und zu einfachen Gegentore auch Positives mit auf die Heimfahrt nehmen. "Wenn man überlegt, wie die Situation vor vier Wochen war, sieht es jetzt viel angenehmer aus", sagte Schmidt mit Blick auf die Tabelle. Schließlich haben sich die Meidericher durch die vorangegangenen drei Siege von den Abstiegsrängen geschoben und bei zwei Spielen mehr drei Punkte Vorsprung. Doch trotz der verbesserten Ausgangssituation folgte sofort die Mahnung: "Wir dürfen uns darauf nicht ausruhen, dürfen nicht denken, dass wir das Fußballspielen aufgeben können und alles von alleine geht. Dann wird uns die Liga dafür eiskalt bestrafen."

Am Samstag steht mit dem Heimspiel gegen den TSV 1860 München die nächste Konfrontation mit einem Spitzenteam an. Dotchev, der gegen Saarbrücken schon die Kräfte einiger Spieler durch Wechsel schonte, versprach wieder eine "bissige und griffe Mannschaft". Auch, weil er sich sicher sei, dass "die Niederlage uns nicht umwirft. Wir haben gesehen, dass wir auf Augenhöhe mit einer Spitzenmannschaft spielen können, wir brauchen uns nicht verstecken".

   
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