"Nicht für möglich gehalten": Köln macht es den Bayern schwer

In einem kurzweiligen Pokalspiel gegen die großen Bayern hatte sich Viktoria Köln am Mittwochabend teuer verkauft. Etwa 30 Minuten lang war Torhüter Ben Voll der Spieler des Spiels, ehe die Münchner ihre Treffsicherheit nach oben schraubten. Viktoria-Cheftrainer Olaf Janßen machte nach dem größten Spiel in der Vereinsgeschichte ein ungewöhnliches Geständnis.

Handle und Voll sorgen für Aufsehen

"Ich bin mit einem mulmigen Gefühl in das Spiel gegangen", erklärte der 55-Jährige nach Abpfiff der 0:5-Niederlage gegen den FC Bayern München in der Pressekonferenz. Er habe sich schlichtweg die Sorgen gemacht, dass seine Mannschaft in der 1. Runde des DFB-Pokals vom Rekordmeister zerlegt wird. "Ich habe gedacht, gegen die Bayern kann es auch 15 oder 20 geben, ohne dass du was dafür kannst", so Janßen. Doch auf die Leistung seines Teams konnte der Übungsleiter stolz sein, denn bis zum ersten Gegentreffer durch Ryan Gravenberch (35.) spielte die Viktoria munter mit.

Nach 20 Spielminuten brachte Simon Handle den Ball sogar im Tor unter, stand dabei aber im Abseits, sodass dem Treffer die Anerkennung verweigert wurde. "Ich habe es schon live so wahrgenommen, dass der Pass in die Tiefe im Abseits war", ärgerte sich Janßen wenig über den aberkannten Treffer. "Mein erster Gedanke war trotzdem, dass das zu schön war, um wahr zu sein." Darüber hinaus avancierte Viktoria-Keeper Ben Voll zum auffälligsten Spieler auf dem Rasen, denn ein ums andere Mal parierte der 21-Jährige sensationell. "Er hat eine brutale Reaktionsfähigkeit", lobte Janßen.

"Freut uns, dass Bayern kein Mitleid hatte"

30 Minuten lang betrieb die Viktoria mächtig Eigenwerbung, ehe die Bayern zielsicherer wurden. Sportvorstand Franz Wunderlich war zufrieden mit dem Auftritt, wie er betonte: "Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, wir kriegen fünf, hätte ich sofort eingeschlagen. So realistisch muss man schon sein." Dabei wurde die Viktoria, obwohl FCB-Coach Julian Nagelsmann kräftig in der Aufstellung rotierte, nicht geschont. Mathys Tel (45.+1), Sadio Mané (53.), Jamal Musiala (67.) und Leon Goretzka (82.) trugen sich in die Torschützenliste ein.

"Es freut uns brutal, dass die Bayern kein Mitleid mit uns hatten und Vollgas gegen uns gespielt haben", bewertete Janßen positiv. "Es war einfach ein geiles Gefühl, wie die Jungs in der ersten halben Stunde verteidigt haben. Das hätte ich nicht für möglich gehalten", so der Übungsleiter weiter. Denn trotz aller Vorbereitung auf die Partie könne man nicht trainieren, gegen "solche Weltklasse-Spieler zu spielen". Daher fühle sich Janßen trotz der 0:5-Niederlage durchaus als Gewinner. Schon am Sonntag (14 Uhr) geht es für die Kölner in Zwickau weiter.

   
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