Neun Punkte in zwei Wochen: Erfurt macht großen Schritt

Rot-Weiß Erfurt ist zur Stelle, wenn es um das Eingemachte geht. Dieses Statement ist zwar schlicht, aber es steckt viel Respekt und Anerkennung für die Elf von Stefan Krämer und den Trainer selbst dahinter. Er hat geschafft, was zahlreiche Anhänger im rot-weißen Lager in dieser Spielzeit nicht mehr für möglich hielten: Krämer hat RWE in die obere Tabellenhälfte geführt.

Moral und viel Geduld

Rechnerisch ist der Klassenerhalt natürlich noch nicht dingfest gemacht. Sieben Punkte Vorsprung und nunmehr acht Mannschaften zwischen sich selbst und dem ersten Abstiegsrang lassen jedoch, ohne sich allzu weit aus dem Fenster zu lehnen, den Schluss zu: Rot-Weiß Erfurt ist auch im kommenden Jahr in der 3. Liga vorzufinden. Und genau diese Berechtigung verdient sich die Truppe vom Steigerwald in diesen Wochen auch, indem sie zu einer äußerst unangenehm zu bespielenden Einheit herangewachsen ist, die einerseits Rückschläge verkraften kann, aber auch die nötige Geduld vorweist, um enge und hart umkämpfte Duelle wie eben das bei den abstiegsbedrohten Stuttgarter Kickers für sich zu entscheiden. 1:0 (0:0) hieß es aus Erfurter Sicht nach 90 Minuten – ein Geniestreich von Okan Aydin hatte die Thüringer auf die Siegerstraße gebracht, denn der 21-Jährige verwandelte einen scharf getretenen Eckball direkt im langen Eck (69.). Ein sehenswerter Treffer!

Erfurt drängt und belohnt sich im zweiten Durchgang

War das verdient? Ja, das war es! Auf eine mäßige erste Halbzeit, in der Kapitän Sebastian Tyrala bereits eine große Möglichkeit vergeben hatte, feuerten die Gäste gleich eine ganze Schusssalve auf das Tor von Korbinian Müller ab. Besonders Aydin scheiterte jedoch gleich mehrere Male am bis dato glänzend aufgelegten Schlussmann der Kickers, der seine gute Leistung dann aber durch den fatalen Fehler in der 69. Minute deutlich schmälerte – der Eckstoß hätte niemals auf direktem Wege zum Torerfolg führen dürfen. Rot-Weiß Erfurt war das nach Abpfiff natürlich freilich egal, wie der herbeigesehnte Treffer zustande kam, wichtig war nur: Der dritte Sieg in Folge war geschafft. Neun Punkte in einem Zeitraum von zwei Wochen bedeuten in der 3. Liga gleich einen gewaltigen Schritt aus der Abstiegszone bis hin zum neunten Tabellenplatz. Das hört sich nicht nur gut an, es ist eine Wohltat für alle jene Fans, die seit dem Beginn der Spielzeit mit den Aufs und Abs von RWE und dem damit verbundenen Abstiegskampf zu kämpfen hatten.

Möckel: "Sind eine verschworene Einheit geworden“

"Wir haben hochverdient gewonnen, besonders in der zweiten Halbzeit hatten wir die viel besseren Möglichkeiten. Ein richtig guter Auftritt!“, resümierte ein zufriedener Stefan Krämer, der Urheber einer bemerkenswerten Erfurter Rückrunde – in dieser Bilanz ist RWE bereits auf den sechsten Tabellenplatz vorgerückt. Ein Akteur, der sinnbildlich für den Aufschwung der Rot-Weißen steht, ist dabei Jens Möckel. Der 28-Jährige fehlte mit einer hartnäckigen Knorpelverletzung über weite Strecken der Saison, aber seit er zurück in die Startelf gekehrt ist, ist auch der Erfolg nach Erfurt zurückgekehrt. "Wir sind eine verschworene Einheit geworden“, bekannte dieser gegenüber dem MDR nach Spielende, glaubt aber auch: "Einen Sieg brauchen wir noch, dann haben wir etwas Großes geleistet.“

   
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