Nach sieben Jahren: Viktoria Köln steigt in die 3. Liga auf

Der langersehnte Schritt ist gemacht: Viktoria Köln steht nach Waldhof Mannheim und dem Chemnitzer FC als dritter Aufsteiger in die 3. Liga fest. Die Domstädter retteten sich am Samstag mit einem knappen 1:0 gegen die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach über die Ziellinie. Der Tabellenzweite aus Oberhausen scheitert somit trotz furioser Aufholjagd. 

Ein Aufstieg mit viel Anlauf

Die Ambitionen auf der rechten Rheinseite sind nicht erst seit dieser Saison groß: Im Jahr 2012 stieg Viktoria Köln in die Regionalliga West auf, auch das Ziel "3. Liga" steht nun schon seit mehreren Spielzeiten. Wiederholt fehlten nur Nuancen: Im vergangenen Jahr war der KFC Uerdingen etwas zu stark, vor zwei Jahren scheiterten die Höhenberger im Relegations-Duell mit dem FC Carl Zeiss Jena nur aufgrund der Auswärtstorregel. In dieser Spielzeit sah es dann lange so aus, als ließe der Favorit nichts anbrennen: Seit dem achten Spieltag führen die Kölner die Tabelle ununterbrochen an. Zuletzt rückte allerdings Rot-Weiß Oberhausen immer näher, die Viktoria vergab gleich mehrere Matchbälle – zuletzt unterlag die Glöckner-Elf sogar Abstiegskandidat Straelen mit 0:2. Den Trainer kostete die Pleite den Job.

Für das alles entscheidende Duell mit Borussia Mönchengladbach II übernahmen Ex-Nationalspieler Jürgen Kohler und Nachwuchsleiter Roland Koch. Der Impuls zeigte Wirkung: Viktoria Köln ist aufgestiegen, Mike Wunderlich sorgte in der 66. Minute für den entscheidenden Treffer. Erfahrung mit Gegnern aus dem höherklassigen Fußball haben die Domstädter indes schon an mehreren Stellen gesammelt. Im Landespokal etwa stand fast regelmäßig das Duell mit Drittliga-Absteiger Fortuna Köln an. Nicht nur den süßen Geschmack des Derbyerfolgs durfte der Aufsteiger bereits kosten, auch der Sieg im Mittelrheinpokal und somit die Teilnahme am DFB-Pokal wurden bereits errungen: Erst in dieser Spielzeit war Bundesligist RB Leipzig im Sportpark Höhenberg zu Gast. .

Bunjaku und Wunderlich: Wernze macht es möglich

Die Erfolge der Viktoria kommen derweil nicht von ungefähr: Seit mehreren Jahren erfährt der Verein finanzielle Unterstützung von Mäzen Franz-Josef Wernze. So spielten in der Vergangenheit regelmäßig namhafte Akteure am Höhenberg vor, oftmals litt jedoch die Ausgewogenheit im Kader. Ganz anders sieht es in dieser Spielzeit aus. Zwar ist die Mannschaft nach wie vor mit ehemaligen Erst- und Zweitligaspielern gespickt, allerdings zeichnen diese sich nicht durch Allüren, sondern durch Leistung aus. Bestes Beispiel: Im vergangenen Sommer wechselte Albert Bunjaku, ehemals Nürnberg und Aue, zu den Rheinländern. In 26 Auftritten gelangen dem 35-Jährigen elf Treffer, weitere vier legte er auf.

Hinter Bunjaku zieht mit Mike Wunderlich ein weiterer bekannter Routinier die Fäden – auch er präsentiert sich mit zehn Toren in nur 16 Liga-Einsätzen äußerst treffsicher. Auf einem Kern aus erfahrenen Spielern aufbauend, wurde der Kader der Viktoria in den vergangenen Jahren um viele junge Spieler ergänzt. Mittlerweile passt die Mischung – und sie macht Viktoria Köln zu einem durchaus ambitionierten Aufsteiger. Liga-Derbys werden allerdings trotz des Aufstiegs ausbleiben: Lokalrivale Fortuna Köln tauschte durch den Drittliga-Abstieg die Spielklasse mit der Viktoria.

   
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