Nach Klassenerhalt: KFC Uerdingen vor XXL-Umbruch

Mit einer Prämie von 200.000 Euro belohnte Investor Roman Gevorkyan die Spieler und den Staff des KFC Uerdingen für den Klassenerhalt. Nun stehen die Krefelder vor einem XXL-Umbruch.

Nur ein Spieler unter Vertrag

Es war eine turbulente und chaotische Saison, auf die der KFC Uerdingen zurückblickt: Erst der Ausstieg von Investor Mikhail Ponomarev, dann ausbleibende Gehaltszahlungen, die wochenlange Ungewissheit über die Zukunft und schließlich ein Insolvenzverfahren, mit dem ein Abzug von drei Punkten einherging. Dazu noch die schlechten Trainingsbedingungen und Heimspiele in fremden Stadien. Doch trotz all dieser Widrigkeiten hat der KFC Uerdingen den Klassenerhalt geschafft und darf – vorbehaltlich der Lizenzerteilung durch den DFB – nun für eine weitere Saison in der 3. Liga planen.

Auf welches Personal der KFC in der kommenden Spielzeit setzen kann, ist allerdings noch völlig offen. Laut der "Rheinischen Post" steht nach aktuellem Stand einzig Christian Dorda unter Vertrag, allen anderen Spielern mit laufenden Verträgen hatte der Klub im Rahmen des Insolvenzverfahrens gekündigt, einige Akteure kündigten von sich aus. Entsprechend deutet sich ein XXL-Umbruch an, aus dem Kader der abgelaufenen Serie wird wohl kaum jemand bleiben. Fix sind bereits die Abgänge von Adriano Grimaldi, Dave Gnaase (beide 1. FC Saarbrücken), Gino Fechner (Wehen Wiesbaden), Jan Kirchhoff (Karierende) und Leon Schneider (kehrt nach Leihe zum 1. FC Köln) zurück.

Reisinger will mehr Verantwortung

Auch die Trainerposition ist derzeit vakant: Während sich Jürgen Press nach fünf Spielen wieder verabschiedet hat, verfügt Teamchef Stefan Reisinger nach wie vor nicht über die nötige Fußalllehrer-Lizenz, zudem läuft sein Vertrag aus. Klar scheint: Als Co-Trainer wird er künftig nicht mehr arbeiten. "Ich würde gerne im Management helfen. Ich möchte strukturiert, professionell und intensiv arbeiten", sagt er in der "Westdeutschen Zeitung" und betont: "Ich will gerne Verantwortung übernehmen." Denkbar wäre somit der Job als Sportdirektor – auch diese Stelle ist beim KFC momentan nicht besetzt, zumindest nicht offiziell. "Ich will Vollgas geben können", so Reisinger.

Nicht ausgeschlossen aber auch, dass sich die Wege nach vier Jahren ganz trennen könnten. Der "Rheinischen Post" zufolge will Investor Roman Gevorkyan einen "totalen Schnitt" vollziehen. Sicher ist bereits, dass die Krefelder auch in der vierten Saison nach dem Aufstieg in ein anderes Stadion umziehen müssen, da die Grotenburg aufgrund des laufenden Umbaus frühestens im Februar 2022 spieltauglich ist. Möglicherweise zieht es den KFC erneut nach Duisburg, wo er bereits in der Saison 2018/19 zu Gast war. Lotte kommt dagegen wohl nicht erneut infrage, zumal auch der SC Verl seine Heimspiele künftig am Autobahnkreuz austragen will. Viele offene Fragen beim KFC also – und viel Zeit bleibt nicht. Bereits in acht Wochen startet die neue Saison.

   
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