Nach Hooligan-Treffen in England: Hansa kündigt Konsequenzen an
Der F.C. Hansa Rostock hat auf Berichte über mutmaßliche Beteiligungen von Personen aus dem Vereinsumfeld an einem rechtsextremen Hooligan-Treffen in England reagiert und umfassende Prüfungen angekündigt. Anlass ist eine Veröffentlichung der Rechercheplattform "Exif", die über Vorfälle im Umfeld des Testspiels beim englischen Klub Watford FC im Juli berichtet.
Verein schaltet Behörden und DFB ein
Nach Darstellung der Recherche sollen mehrere Personen aus der Rostocker Hooligan-Szene an einem sogenannten Drittort-Kampf mit Anhängern der Glasgow Rangers und von Olympique Lyon beteiligt gewesen sein. Zudem wurden Fotos veröffentlicht, auf denen Beteiligte vor einer Hakenkreuz-Flagge posieren. Hansa Rostock erklärt, erst durch den Bericht Kenntnis von den Vorwürfen erlangt zu haben.
Unmittelbar danach habe der Verein die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern, die Bundespolizeiinspektion Rostock sowie den Staatsschutz informiert. Zudem sei Kontakt zum Deutschen Fußball-Bund und den zuständigen Stellen für Stadionverbote aufgenommen worden. Nach Angaben des Vereins sind einige der auf den veröffentlichten Bildern erkennbaren Personen aus dem Vereinsumfeld bekannt. Darunter sollen sich nach aktuellem Kenntnisstand auch Personen befinden, die regelmäßig Heimspiele des Drittligisten besuchen.
Hansa prüft Verbindungen zum Verein
"Besonders erschüttert" zeigt sich der Klub darüber, dass einzelne der abgebildeten Personen auch bei Veranstaltungen im Vereinsumfeld präsent gewesen sein sollen. Nach Vereinsangaben waren einige von ihnen unter anderem beim Kinderfest des F.C. Hansa Rostock eingebunden. Der Verein kündigt an, sowohl den geschilderten Vorfall als auch mögliche Verbindungen der betreffenden Personen zum Klub umfassend zu untersuchen.
Geprüft werden sollen dabei Vereinsmitgliedschaften ebenso wie bestehende oder frühere organisatorische, geschäftliche oder sonstige Beziehungen. Sollten Verbindungen festgestellt werden, die nicht mit den Werten des Vereins vereinbar seien, werde man diese konsequent beenden. Auf Grundlage der Untersuchungen wolle der Klub anschließend die notwendigen vereinsseitigen Maßnahmen ergreifen.
Stadionverbote und Ausschlüsse möglich
Dabei schließt Hansa Rostock auch weitreichende Konsequenzen nicht aus. In der Stellungnahme nennt der Verein ausdrücklich mögliche Stadionverbote. Sollte es sich bei Betroffenen um Vereinsmitglieder handeln, seien zudem Vereinsausschlüsse denkbar. "Rechtsextremismus, nationalsozialistische Symbolik und menschenverachtendes Gedankengut haben beim F.C. Hansa Rostock keinen Platz", stellt der Verein klar. "Wir werden nicht zulassen, dass Personen mit einem solchen Verhalten unseren Verein und seine Fans in Misskredit bringen oder ein Bild von Hansa vermitteln, das in keiner Weise unserem Selbstverständnis und unseren Werten entspricht."
Die Rechercheplattform berichtet über mutmaßliche Verbindungen mehrerer Beteiligter in die rechtsextreme Hooligan- und Kampfsportszene. Hansa Rostock verweist darauf, dass die Vorwürfe nun zunächst aufgearbeitet und geprüft werden müssten. Parallel zu den vereinsinternen Untersuchungen sollen sich nun auch die zuständigen Behörden mit den Vorfällen befassen. Ziel ist es, die Hintergründe aufzuklären und mögliche Konsequenzen zu prüfen.