Nach FCM-Abgang: Hainault zieht es nach Kaiserslautern

Nachdem der 1. FC Magdeburg mit André Hainault zunächst nicht verlängern wollte, unterbreitete ihm Manager Mario Kallnik vor einer Woche überraschend doch ein Angebot. Der Kanadier erbat sich Bedenkzeit – und lehnte am Donnerstag ab. Nun ist klar: Hainault zieht es zum 1. FC Kaiserslautern.

"Schwierigste Entscheidung meiner Karriere"

Hinter André Hainault liegen emotionale Tage, wie er in der "Volksstimme" durchblicken lässt: "Am Freitag erhielt ich ein Angebot vom 1. FC Kaiserslautern. Als dann plötzlich das FCM-Angebot am gleichen Tag kam, hatte ich Bauchschmerzen. Es war die schwierigste Entscheidung meiner Karriere." Der Knackpunkt: Während ihm der FCM einen Vertrag mit einer Laufzeit von lediglich einem Jahr vorlegte, erhielt er aus Kaiserslautern ein Angebot über zwei Jahre. "Ich habe den FCM gefragt, ob es nicht die Option auf ein zweites Jahr gibt, wenn ich eine bestimmte Anzahl von Spielen erreiche. Das hat der Verein aber abgelehnt", berichtet der 31-Jährige. Und da der Kanadier auch aufgrund seines Alters und seiner Familie um Planungssicherheit bemüht war, entschied er sich "schweren Herzens" dazu, das Angebot des FCM abzulehnen. Stattdessen zieht es ihn nun für zwei Jahre nach Kaiserslautern.

Der Abschied aus Magdeburg nach drei Jahren "tut weh", wie Hainault offen zugibt: "Ich habe in den vergangenen Monaten so sehr für mich und die Mannschaft gekämpft." Elfmal in Folge stand der Innenverteidiger zuletzt in der Startelf und hatte keinen unwesentlichen Anteil daran, dass der FCM in diesem Zeitraum neun Siege und zwei Unentschieden einfuhr. "Ich fühle mich gerade fitter als vor drei Jahren in Aalen. Nach den schweren Verletzungen ist es zuletzt so gelaufen, wie ich es mir kaum vorstellen konnte", so der 31-Jährige.

Hainault geht mit weinendem Augen, Härtel hadert

Wie sehr Hainault nach den letzten Tagen vor allem emotional aufgewühlt ist, zeigt auch diese Aussage: "Eigentlich sollte ich jetzt ein super Gefühl haben, weil ich zwei Jahre bei einem weiteren Traditionsverein unterschrieben habe. Es ist aber nicht so. Ich werde den Verein und die Fans sehr vermissen." Die Zeit beim FCM werde er "nie vergessen" und betont: "Meine Entscheidung hat nichts mit Geld zu tun, es geht um meine Familie und die Perspektive." Leicht fällt ihm der Abschied aus Magdeburg wenig überraschend nicht, "weil alle dachten, dass ich schon verlängert hatte. Ich hoffe, dass die Fans meine Entscheidung verstehen."

Bitter für den FCM: Hätten die Elbstädter dem 31-Jährigen nur wenige Tage früher ein neues Angebot gemacht, "hätte ich sofort unterschrieben", betont der Kanadier in der "Volksstimme" und macht klar: "Es war eigentlich der Traum von mir, hier zu bleiben und in der 2. Bundesliga zu spielen." Auch deshalb hadert Trainer Jens Härtel nun: "Wir haben mit dem Angebot etwas zu lange gebraucht, dadurch hatte er jetzt andere Alternativen." Der Abgang des Abwehrspielers sei "ärgerlich", sagt Härtel und meint, dass sich Hainault "vielleicht etwas zu schnell für einen anderen Club entschieden" habe. Doch ändern könne man daran jetzt nichts mehr. "Es ist jetzt passiert", schließt der FCM-Coach mit dem Thema. Der künftige Zweitligist muss sich nun nach Alternativen umschauen und einen größeren Umbruch vollziehen, als eigentlich geplant war. Denn Hainault ist nach Tobias Schwede, Julius Düker und Jan Glinker schon der vierte Spieler, den Magdeburg eigentlich halte wollte. Insgesamt stehen bereits neun Abgänge fest.

Zweiter Neuzugang beim FCK

Beim 1. FC Kaiserslautern ist der 31-Jährige nach Christoph Hemlein (Arminia Bielefeld) unterdessen der zweite Neuzugang für die kommende Saison. Er bringt die Erfahrung von 40 Zweit- und 32 Drittliga-Spielen mit, außerdem bestritt der Innenverteidiger 44 Länderspiele für Kanada. Die offizielle Transfer-Bestätigung dürfte in Kürze folgen.

   
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