Nach 4:2-Erfolg gegen Stuttgart: Preußen weiter auf Wolke 7

Was war das nur für ein herrlicher Fußballnachmittag. Der Lorenz kneisterte schon morgens vom Himmel und auf die Preußen wartete am 11. Spieltag ein direkter Mitkonkurrent im Kampf um die besten Plätze in der Tabelle. Als „harte Nuss, die man knacken wolle“, bezeichnete Preußen-Coach Ralf Loose im Vorfeld der Partie die Schwaben. Er sollte Recht behalten.

Denn wie schon in den zwei vergangenen Partien (Osnabrück, Köln) gerieten die Adlerträger wieder einmal in Rückstand. "Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, obwohl wir von der ersten Sekunde an präsent sein wollten. Wir haben uns da etwas überraschen lassen“, so sah es auch Loose nach dem Spiel. Was dann folgte, war eine ausgeglichene Partie beider Teams, die taktisch sehr gut organisiert waren und kämpferisch alles gaben. Ein Missverständnis des Gegners nutzte Philipp Hoffmann clever zum Ausgleich. Er bewies im richtigen Moment das richtige Näschen: "Man sieht ja überall, dass das immer mal wieder vorkommen kann. Ich hab einfach spekuliert, dass die Abstimmung nicht da ist. Gott sei Dank hat das geklappt“, erklärte der 23-Jährige, der nach seiner Verletzung in der Vorbereitung mit jedem Einsatz an Qualität gewinnt.

Drehbuchreif: Treffer von Reichwein und Krohne

Und dann gibt es bei den Preußen seit vier Spielen dieses Drehbuch, welches besagt, dass in der 69. Minute gewechselt wird. Natürlich ging ein Raunen durchs Rund und Rocky-Rufe wurden laut, als sich Edel-Joker Rogier Krohne in der 65. Minute vom Warmmachen zur Bank des SCP begab. Aber bevor er aufs Spielfeld durfte, zeigte sein Sturmkollege Marcel Reichwein, der zuletzt im August ein Tor erzielte, dass er es auch noch kann. "Ihm gönne ich den Treffer ganz besonders, weil er lange Zeit nicht erfolgreich war und heute einfach am richtigen Fleck stand. Er hatte vorher schon einige Chancen, aber die dritte macht er dann rein“, freute sich Loose für ihn. Nach dem obligatorischen Stürmerwechsel suchte Krohne mit seiner ersten Ballberührung gleich den Weg in die Tiefe und sorgte mit einem spektakulären Lupfer für die Vorentscheidung. Stuttgart erzielte zwar noch den Anschlusstreffer, aber Amaury Bischoff machte mit dem 4:2 in der Endphase den Deckel endgültig drauf.

Spielmacher Marchese durch Benjamin Schwarz komplett abgemeldet

Es war ein hart umkämpftes Spiel vor 7.648 Zuschauern, in dem Kleinigkeiten entschieden, welche der beiden Mannschaften die Nase am Ende vorn hat. An diesem Nachmittag war es der 2:1-Führungstreffer von Reichwein. Wieder einmal zeigten die Preußen, dass sie einen Rückstand verkraften und zurückkommen können. Der Wille zum Sieg war besonders in der zweiten Hälfte klar zu sehen. Die Kickers, die mit einer ähnlichen Spielphilosophie wie die Adlerträger in die Partie gingen, waren die erwartet schwere Nuss. Der SCP war gewarnt vor ihren individuellen Spielern, die ganz klar den Unterschied ausmachen können und nahm sie geschickt aus dem Spiel. Stuttgarts Spielmacher Marchese wurde durch Benjamin Schwarz nahezu neutralisiert und zu ungewohnten Fehlern gezwungen. "Das war der Schlüssel zum Erfolg. Und auch Kara und Hoffmann haben die Außenverteidiger, die sehr offensiv eingestellt waren, abgemeldet und darüber hinaus nach vorne für viel Gefahr gesorgt. Es ist vieles aufgegangen, daher ist der Sieg auch verdient“, erklärte ein zufriedener Loose.

Die Preußen und das Wir-Gefühl

Seit nunmehr sechs Spielen in Serie ist der SCP ungeschlagen, ging fünfmal als Sieger vom Platz und erzielte 16 Punkte. Die Preußen haben wieder eine Truppe auf dem Platz, die gemeinsam füreinander kämpft – und gewinnt. Das "Wir" steht im Vordergrund, Entschlossenheit durch Gemeinsamkeit ist das neue Credo. Dies zeigte sich beispielhaft am Samstag als der zuvor ausgewechselte Reichwein prompt wieder auf den Platz stürmte, um mit seinem Teamkollegen Krohne das 3:1 zu feiern. Und auch Schlussmann Lomb legte kurz vor Abpfiff noch einen Sprint quer übers Feld in die Fankurve zum 4:2-Torschützen Bischoff hin. Sogar der sonst so stoisch wirkende Loose zeigte nach Spielende Emotionen. Lange stand er vor der Haupttribüne im Gespräch mit Fans und Spielern und herzte seinen Spielmacher Bischoff. "Wir haben in den vergangenen Wochen gezeigt, dass wir als Mannschaft enger zusammengerückt sind. Wir wollen aus jedem Spiel das Maximale herausholen, daher schauen wir einfach mal, was bei rumkommt“, so ein glücklicher Kara nach Spielende, der wiederum die Qualität der Mannschaft hervorhob. "Die Qualität in der Mannschaft ist einfach sehr gut. Wir haben viele neue Spieler. Es ist eine gute Mischung aus jung und talentiert in Kombination mit den erfahrenen.“ Ob der neue Preußen-Spirit auch Rückschläge wegstecken kann, wird sich wohl in Zukunft zeigen. Erst dann wird der wahre Teamgeist gefordert sein, mit dem man geschlossen durch Dick und Dünn geht.

 

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