MSV peilt in Dresden drei Punkte an – Dotchev nicht auf der Bank

Der MSV Duisburg befindet sich weiter im Aufwind, schon am Samstag könnte der womöglich vorentscheidende Schritt in Richtung Klassenerhalt gelingen. Zwar wartet nicht weniger als der Tabellenführer aus Dresden, Ängste scheinen bei den Meiderichern jedoch der Vergangenheit anzugehören. Auf Trainer Pavel Dotchev müssen die Zebras allerdings verzichten.

Mit neuem Selbstbewusstsein nach Dresden

Pavel Dotchev kennt das Spiel mit den Medien, die dafür nötigen Floskeln hat er sowieso im Repertoire. Als solche wollte der Duisburger Trainer seine Worte im Pressegespräch vor dem anstehenden Auswärtsspiel allerdings nicht verstanden wissen. "Wir haben Respekt, aber keine Angst vor Dresden", sagte Dotchev etwa und wählte damit eine Aussage, die eigentlich einen festen Platz im Floskel-Einmaleins hat. Doch findet sie in der Regel dann Anwendung, wenn der Gegner stark und die eigene Mannschaft nicht zu stark geredet werden soll. Dotchev aber machte gar keinen Hehl aus dem intakten Duisburger Selbstvertrauen: "Mein Gott, ich fahre da hin, um zu gewinnen."

Utopisch erscheint das Vorhaben keinesfalls. Immerhin hat der MSV seit vier Spielen nicht verloren, während Spitzenreiter Dresden strauchelte und in den drei letzten Auftritten nicht zum Torerfolg kam. "Schlagen", so Trainer Dotchev, könne in dieser Liga ohnehin "jeder jeden." Zugegeben, auch hier bestand wieder Verdacht auf Einsatz von Floskeln – oder eben ein weiterer Ausdruck des Duisburger Aufschwungs. Noch vor wenigen Wochen wäre wohl kaum ein MSV-Akteur zu finden gewesen, der einen Dreier in Dresden öffentlich als logischen Anspruch ausgegeben hätte. Dazu passen die Ausführungen, die der Übungsleiter hinsichtlich der taktischen Ideen tätigte: "Wir wollen uns auf jeden Fall nicht verstecken. Wir wollen nicht reagieren, wir wollen agieren." Die Basis dafür sei in den letzten Spielen gelegt worden. Denn: "Mental ist die Mannschaft ein bisschen gefestigter, sie glaubt mehr an sich."

Dotchev nicht auf der Bank

Gleichzeitig sei natürlich klar, dass ein Gegner wie Dresden auch in der schlechtesten Phase noch eine Menge Potenzial auf den Platz bringe. Die Sachsen hätten, Ergebniskrise hin, lange Verletztenliste her, immer noch Spieler mit "Topqualität. Die wären bei jeder anderen Mannschaft absolute Stamm- und Führungsspieler." Gegen eine SGD, die versuchen werde, "eine Reaktion" zu zeigen, liege es damit an den Zebras selbst, ob sie die Negativserie des Gegners in einen Vorteil ummünzen könnten. Dotchev: "Wenn wir es schaffen, von der ersten Minute an dominant aufzutreten, frech auf dem Platz zu sein und die Mannschaft von Dresden zu verunsichern, dann können wir Profit schlagen."

Auf der Bank wird der MSV-Coach während des Spiels jedoch nicht sitzen dürfen, nachdem er gegen Mannheim seine vierte gelbe Karte gesehen hatte und damit für ein Spiel gesperrt ist. "Es ärgert mich maßlos, dass es soweit gekommen ist", sagte der Deutsch-Bulgare, der sich in einem Zeitraum ab 30 Minuten vor Anpfiff bis 30 Minuten nach Abpfiff nicht im Innenraum aufhalten und auch keinen Kontakt zur Mannschaft aufnehmen darf. Vertreten wird der 55-Jährige von Co-Trainer Philipp Klug. Neben dem Coach fehlen auch die verletzten Cam Sabanci (Kreuzbandriss), Stefan Velkov (Knöchel), Niko Bretschneider (Leistenbruch), Federico Palacios (Muskelbündelriss) und Julian Hettwer (Sprunggelenkt) sowie der gelb-rot-gesperrte Dominik Schmidt. Allen Duisburgern müsse, Achtung: Floskel, klar sein: "Jetzt kommen die Spiele – oder die Tage – der Wahrheit", so Dotchev.

   
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