MSV Duisburg: Zebras im Galopp Richtung Ziel

 

Vorbei sind die Tage der Träumerei in Duisburg, denn nach dem 3:2-Auswärtssieg beim Chemnitzer FC verdichten sich die Zeichen im Ruhrpott auf Aufstieg. Eine fast schon ungewohnte Hauptrolle spielten bei den Zebras erneut die vordersten Angreifer – wie schon in der vergangenen Woche gegen Erfurt gab es zwei Stürmertore auf Seiten der Blau-Weißen. Die Abwehr wackelt, aber steht. Die Torjäger schwanken, aber sie treffen. Jetzt spricht kaum noch etwas gegen den direkten Wiederaufstieg.

Mehr Tore, mehr Gegentore

Die Messe ist bei Weitem noch nicht gelesen, aber acht Wochen vor Schluss findet sich der MSV Duisburg in der besten Ausgangslage wieder. Nach einer kleinen Schwächephase mit zwei Niederlagen nach über fünf Monaten haben die Zebras ihren Kurs nun mit dem zweiten 3:2-Erfolg in Serie korrigiert. Außerdem ist der alte Acht-Punkte-Vorsprung vor dem dritten Platz wieder hergestellt. Da darf neun Spieltage vor Schluss die berechtigte Nachfrage gestellt werden: Was soll da noch schief gehen? Die Balance im Team von Ilia Gruev ist inzwischen ausgeglichen. Hinten bekommt die Abwehrkette neuerdings ein paar mehr Bälle rein, dafür ist aber auch die Offensive seit der letzten Torflaute deutlich aufgelebt. Das neue Stürmerduo – bestehend aus Stanislav Iljutcenko und Simon Brandstetter – hat in den vergangenen beiden Partien zusammen drei Tore erzielt, Edel-Joker Kingsley Onuegbu war ebenfalls gegen Chemnitz erfolgreich. Ganze vier Stürmertore in zwei Spielen gab es beim MSV Duisburg wahrlich lange nicht mehr. Dagegen scheint die Viererkette der Zebras etwas geschwächt – elf Gegentore gab es "schon" seit dem Jahreswechsel. Warum das so gravierend ist? Weil die Abwehrreihe um Kapitän Branimir Bajic in der gesamten Hinrunde auch nur elf Treffer schlucken mussten. So auch gegen Chemnitz, als Philipp Türpitz die Verteidigung des MSV gleich zweimal überlistete. Der erste Gegentreffer per Standard sei der unübersichtlichen Lage geschuldet. Das zweite Türpitz-Tor geht zum größten Teil wohl auf die Kappe von Chemnitz-Rückkehrer Dan-Patrick Poggenberg, der seinen Gegenspieler nicht entscheidend genug attackierte, bevor dieser eine – ebenfalls unkontrollierbare – Situation im Strafraum von Mark Flekken auslöste. Darin liegt aber gleichzeitig auch schon die Begründung der wackeligen Abwehr, denn Poggenberg rutschte vor zwei Partien ebenso überraschend in den Kader wie sein Pendant Tugrul Erat auf der rechten Seite. Auch Kapitän Branimir Bajic mischt noch nicht allzu lange wieder mit, wodurch die Schlussfolgerung recht naheliegend ist: In der Viererkette fanden zuletzt viele verletzungsbedingte Wechsel statt, sodass die Abstimmung nicht bei einhundert Prozent liegen konnte.

Über sieben Siege muss(t) Du gehen

Den neutralen Zuschauer wird es freuen, denn die Zeiten von 1:0-Siegen scheinen beim MSV Duisburg nicht mehr auf dem Tagesplan zu stehen. Stattdessen gehen die Zebras den Weg jetzt über deutlich torreichere Spiele, denn wenn die Abwehr sich mehr Treffer fängt, dann müssen halt die Stürmer auch mehr Buden schießen. Und siehe da, es klappt sogar. Bleibt die berechtigte Frage, was soll schiefgehen? Dafür müssen erst einmal die Geschichtsbücher der Dritten Liga herausgekramt werden, um mal einen Blick auf die Statistiken zu werfen. Das Wichtigste vorweg: Der Herbstmeister ist bis auf eine einzige Ausnahme immer am Ende der Saison aufgestiegen. Einzig der VfL Osnabrück rutschte in der Spielzeit 2012/13 auf den Relegationsplatz ab, in den anschließenden Entscheidungspartien setzte sich Dynamo Dresden durch. Weiter geht es mit dem Aufstiegsdurchschnitt – der Zweitplatzierte der Dritten Liga hatte seit der Gründung dieser Klasse eine durchschnittliche Punktzahl von 72 Zählern erreicht. Für den MSV Duisburg bedeutet das statistisch gesehen noch etwas mehr als sechs Siege aus den letzten neun Partien. Angesichts der diesjährigen Ausgeglichenheit der Liga dürften aber vermutlich auch weniger Punkte für die Ziellinie reichen.

   
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