MSV Duisburg weiter im Mittelmaß gefangen

„Alles wird gut“, resümierte Aufsichtsratschef Jürgen Marbach jüngst gegenüber derwesten.de. Erst kürzlich wurde dieser als neuer Eigentümer der Aldiana GmbH vorgestellt, welche im Zuge dessen direkt als weiterer Sponsor beim MSV eingestiegen ist. Gute Nachrichten – allerdings ist der Zweifel, ob am „Ende“ tatsächlich alles gut wird, unter den Anhängern weiterhin groß. Der überlebenswichtige sowie alternativlose Schuldenschnitt ist vorerst gescheitert und die Mannschaft tritt nach dem Unentschieden gegen die schwächste Auswärtsmannschaft weiterhin auf der Stelle. Probleme beim Abschluss scheint es auf mehreren Ebenen zu geben. Den Zebra-Fan umgibt ein Konstrukt aus Unsicherheiten, wie es sportlich und finanziell weitergeht.

Zebras brauchen Winterschlaf

Knapp über 12.000 Zuschauer sahen den Führungstreffer der Stuttgarter Kickers in der 83. Minute durch Soriano. Für einige davon bereits das Signal, das Stadion zu verlassen. Der Zebrastwist ertönte dann doch noch, als Phil Ofosu-Ayeh seinen ersten Treffer kurz vor Abpfiff markieren konnte. Ein weiteres Spiel, dass man gewinnen wollte, ging am Ende enttäuschend für den MSV aus. Die Frage stellt sich durchaus, ob man auch zu diesem Zeitpunkt zu viel von der „Mannschaft ohne Vorbereitung“ verlangt. Vorbei die Zeit, als man froh war, die Zebras überhaupt wieder spielen zu sehen und eine 1:0 Niederlage feierte; nach dem 15. Spieltag ertönen vereinzelt Pfiffe, weil die Truppe von Karsten Baumann keinen klaren Sieg erringen konnte und somit den Anschluss zur Spitzengruppe erneut verpasste. Die Anfangseuphorie wird nicht ausreichend durch Punkte genährt und flacht tendenziell ab, auch wenn 12.000 erneut ein zweitligatauglicher Schnitt ist und die Treue der Anhänger unterstreicht. Stimmung scheint derzeit das Einzige zu sein, was irgendwie sicher ist. Zugegeben ist die Mannschaft für die dritte Liga stark besetzt, allerdings sieht der Zuschauer weiterhin viele Ungenauigkeiten und mangelnde Strafraumszenen, die nach der Winterpause schreien – wie zuletzt am Samstag in heimischen Stadion gegen die Kickers aus Stuttgart.

Im Januar frisch ans Werk

„Winter is coming“ heißt es in einer berühmten HBO-Serie, jedoch ist dieser Ausdruck dort eher weniger mit positiven Assoziationen verbunden. Beim MSV kann eben jene Jahreszeit nicht früh genug eingeläutet werden. Im Gegenteil: Sie wird sehnlichst erwartet. Die Zebras brauchen die Winterpause mehr als alle anderen Mannschaften, um danach endlich den taktischen Feinschliff präsentieren zu können, den viele schon viel früher erwarten haben. Aber der Frust ist vielschichtig. Es ist schwer, sich nur auf den sportlichen Bereich zu konzentrieren, wenn das neue Lieblingswort der Duisburger noch aussteht. Sofern der treue und ergebene Fan des MSV Duisburg endlich wüsste, dass sein Verein in der kommenden Saison weiterhin im Profifußball vertreten ist, dann wäre die Enttäuschung über ein Sportergebnis vermutlich etwas geringer. Man fragt sich eben nicht nur, wie der MSV sich in Zukunft auf dem Platz präsentiert, sondern ob er das überhaupt noch tun wird. Auf verschiedenen Ebenen sehnt man sich nach Antworten, die einem weiterhin verwehrt bleiben. Strapazierte Gemüter, bei denen hoffentlich bald „alles gut wird“.

FOTO: Flavia Heidenheim

   
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