MSV Duisburg: Streit mit Sponsor Schauinsland-Reisen spitzt sich zu

Der nun mehr schon seit über einer Woche öffentlich ausgetragene Streit zwischen dem MSV Duisburg und Sponsor Schauinsland-Reisen spitzt sich weiter zu – und droht existenzgefährdend zu werden. Angeblich soll ein Ultimatum bis Ende des Jahres gestellt worden sein. 

Stundung in Millionen-Höhe auf dem Spiel

Verliert der MSV Duisburg einen seiner wichtigsten Kreditgeber? Wie Präsident Ingo Wald in der "WAZ" berichtet, habe der Klub einen Brief von Schauinsland erhalten, "dass sie sehr stark überlegen, ob sie noch einmal prolongieren wollen". Zur Erklärung: 2013 hatte Reiseveranstalter den Meiderichern 3,3 Millionen Euro geliehen, seitdem war der Betrag Jahr für Jahr gestundet worden, wodurch er sich mit Zinsen nun auf deutlich über 4 Millionen Euro erhöht hat. Nun überlegt Schauinsland laut Wald, ob sie den Beitrag erneut stunden. Falls nicht, würde die Summe nach dem 30. Juni 2023 fällig werden. Sollte der Betrag komplett zurückgezahlt werden müssen, könnte das existenzgefährdend für die Zebras werden. Sogar eine Insolvenz gehöre dann zu den "möglichen Optionen“, so der MSV-Präsident.

Streitpunkt ist weiterhin, dass Schauinsland ein vor drei Jahren entwickeltes personenunabhängiges Konzept zur Zukunft des Vereins als missachtet ansieht. Dabei steht vor allem Sport-Geschäftsführer Ralf Heskamp im Visier des Sponsors um Andreas Rüttgers, dem Executive Director des Reiseanbieters. Während Wald bestätigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Beschäftigung Heskamps und einer Verlängerung der Stundung geht, will sich Rüttgers dazu nicht äußern: "Was in internen Gesprächen diskutiert wird, kommunizieren wir nicht nach außen. Das bereden wir nur intern. Was weder bedeutet, dass es stimmt oder nicht stimmt. An einem "Krieg zwischen Verein und Sponsor", sei Schauinsland nicht interessiert. "Wir sind immer gesprächsbereit."

Ultimatum bis Ende des Jahres?

Auch die Fans forderten am Samstag im Rahmen des Heimspiels gegen den FC Ingolstadt "sachliche Verhandlungen" – und machten gleichzeitig öffentlich, dass an den MSV offenbar ein Ultimatum gestellt worden ist: "Nach dem letzten Heimspiel gegen Viktoria Köln erreichten uns nun absolut glaubwürdige (und bis heute unwidersprochene) Berichte, dass Andreas Rüttgers im VIP-Bereich vor anderen Sponsoren konkret folgende Drohung ausgesprochen hat: SLR würde einer erneuten Stundung seiner Darlehen nicht zustimmen, wenn der MSV nicht bis zum Jahresende den neuen Geschäftsführer Sport Ralf Heskamp entlässt", hieß es nach "WAZ"-Angaben in einem Flugblatt.

Rüttgers bestreitet, die Aussage getroffen zu haben: "Das habe ich nicht gesagt." Ohnehin dürfte er mit dem Ultimatum nicht durchkommen: "Da bin ich mir einig mit allen Gremienmitgliedern: Ralf Heskamp steht nicht zur Diskussion und Disposition", macht Wald deutlich. Es bahnen sich schwierige Wochen bei den Zebras an.

   
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