MSV: Zerwürfnis mit Sponsor Schauinsland-Reisen droht

Als wäre die sportliche Situation beim MSV Duisburg angesichts von nur vier Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze nicht schon angespannt genug, droht nun auch noch ein Zerwürfnis mit Sponsor Schauinsland-Reisen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, könnten die Folgen schwerwiegend sein.

Heskamp als Reizfigur

"SLR und Rüttgers vom ‚Helfer‘ zum Henker?!" stand am Samstag beim Spiel gegen die SpVgg Bayreuth auf einem großen Banner auf der Schauinsland-Reisen-Tribüne. Mit dem Spruchband machte ein Teil der Fans seinen Unmut darüber Luft, dass Andreas Rüttgers – Executive Director des Reiseanbieters und früherer Präsident des MSV – sich vermeintlich in interne Angelegenheiten bei den Zebras einmischt und in einem Fan-Forum Interna veröffentlicht hatte, was eine Sperre dort zur Folge hatte.

Konkret geht es um Sport-Geschäftsführer Ralf Heskamp. Gegenüber der "WAZ" merkt Rüttgers an, dass vor drei Jahren vom MSV ein personenunabhängiges Konzept zur Zukunft des Vereins erarbeitet worden sei. Heskamp hatte bei seiner Verpflichtung im April jedoch betont, dass die Philosophie mit dem Trainer erarbeitet werde. Darin sieht Rüttgers offenbar einen Bruch – und arbeitet daher gegen den Sport-Geschäftsführer.

MSV in der Zwickmühle

Das Problem für den MSV: Sollten sich die Zebras nun von Heskamp trennen, um den Sponsor milde zu stimmen, würde dies wohl den DFB auf den Plan rufen. Andererseits können sich die Meidericher ein Zerwürfnis mit Schauinsland-Reisen nicht erlauben. "Jedenfalls nicht ohne Konsequenzen", so Präsident Ingo Wald in der "WAZ". Der Hintergrund: Nach wie vor stundet der Reiseanbieter dem Klub Kredite in Millionenhöhe, nachdem er den MSV im Anschluss an den Lizenzentzug 2013 und in den Jahren danach mehrfach vor dem Aus bewahrt hatte.

Sollte Schauinsland-Reisen die Rückzahlung der Kredite nun von einem auf den anderen Tag einfordern, könnte die Lizenz in Gefahr geraten – zumal Anfang des Jahres die Nachlizenzierung ansteht. "Wir werden sicherlich noch Gespräche suchen", kündigt Wald an. "Und wir werden sehen, wie wir möglicherweise wieder aneinanderrücken können." Die Gefahr, dass das Verhältnis zu Schauinsland-Reisen nachhaltig gestört werden könnte, schätzt der 64-Jährige als "sehr groß" ein. Keine guten Aussichten für die Zebras.

   
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