MSV Duisburg: Probleme im Sturm? Nicht gegen Mainz

Höhere Effizenz, größere Kaltschnäuzigkeit und insgesamt einfach mehr Treffer – das waren die Anforderungen von MSV-Trainer Ilia Gruev nach den ersten drei Saisonspielen an sein Team. Gegen die Reservetruppe von Mainz 05 hatten sich die Zebras anschließend etwas vorgenommen. Geburtstagskind Stanislav Iljutcenko ist einer von drei Stürmern, die einer Sturmflaute widersprechen.

Vier Buden gegen überforderte Mainzer

Ilia Gruev war nicht der einzige, dem die Trefferquote der Duisburger vor dem Spiel gegen Mainz nicht gefallen hat. Weil viele herausgespielte Möglichkeiten schlichtweg nicht genutzt wurden, waren auch die Fans noch unzufrieden mit dem Schnitt von einem Tor pro Spiel. Zumal die bisherigen Torschützen Dustin Bomheuer und Keeper Mark Flekken nicht gerade als Goalgetter in der Pflicht stehen. Immer wieder betonte Gruev deshalb, dass ihn die Chancenverwertung nicht zufrieden stellt und gegen die Bubi-Truppe von Mainz 05 nahmen sich die Stürmer des MSV diese Worte zu Herzen. Bereits in der 13. Spielminute nickte Stürmer Zlatko Janjic eine Flanke von Kevin Wolze zu seinem zweiten Saisontreffer ein. Von da an begann eine Partie, die nur auf ein einziges Tor ging. Nachdem zwei strittige Situationen in der ersten Halbzeit nicht zu Elfmetern für die Gruev-Elf führten, entwickelten die Spieler des MSV in Halbzeit zwei einen wahren Sturmlauf. Wie schon beim ersten Treffer wurde der Ball elegant auf den immer wieder nach vorne stürmenden Linksverteidiger Kevin Wolze gespielt, dessen flache Flanke Kingsley Onuegbu nur noch über die Linie schieben musste (57.). Fast wieder auf eine ähnliche Weise viel der dritte Treffer, den der "King" aus rund drei Metern nur noch am langen Pfosten einnicken musste (69.). Keine zwei Minuten später beschenkte die Mainzer Abwehr Geburtstagskind Stanislav Iljutcenko, indem sie ihm den Ball kurz vor dem eigenen Sechzehner vor die Füße legte. Der nun 26-Jährige umkurvte Keeper Lukas Watkowiak und schob locker über die Linie ein. Innenverteidiger Tevin Ihrig gab nur Begleitschutz beim vierten Duisburger Stürmertreffer.

Fans feiern – Flekken neuer Publikumsliebling

Der 11.577-zuschauerstarke Anhang der Zebras feierte das Schützenfest ihrer Mannschaft auf den Rängen. Nach dem 4:0 durch Iljutcenko verzichteten die Duisburger auf eine Demütigung der Drittliga-Mannschaft von Mainz 05, obwohl auch in diesem Spiel sogar wieder mehr drin gewesen wäre. Einen ruhigen Arbeitstag genoss derweil der Torwart der Blau-Weißen. In jeder Szene, in der er zupacken musste, strahlte Mark Flekken Leichtigkeit und Souveränität aus – von den Mainzern wurde er aber auch nicht ernsthaft gefordert. Dennoch dürfte das Spiel ein Highlight für den jungen Niederländer werden, musste der 23-Jährige nach Abpfiff doch zum ersten Mal auf den Fan-Zaun klettern und den freudig wartenden Fans die eine ganz besondere Frage stellen: "Wer ist der Schreck vom Niederrhein?". Der Grund hierfür liegt auf der Hand, denn nach seinem Tor gegen den VfL Osnabrück war der Torwart zum ersten Mal vor dem heimischen Publikum aktiv – und steigt nun direkt zum Liebling der Fans auf. Für den MSV Duisburg war der 4:0-Erfolg der höchste Liga-Heimsieg seit dem 17. Januar 2010. Damals gewannen die Zebras in Liga zwei mithilfe eines Phantomtreffers von Christian Tiffert 5:0 gegen den FSV Frankfurt. Gleichzeitig feierte die Elf aus Meiderich damit ihren höchsten Sieg in ihrer Drittliga-Historie. Ein Umstand, der nicht nur Coach Ilia Gruev zufrieden stellen wird.

 
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