MSV Duisburg: Premieren-Sieg kann ganz wichtig werden

Beim MSV Duisburg sind am Ende der englischen Woche immer irgendwie alle zufrieden. Zweimal überzeugten die Zebras zuletzt nicht, gegen Großaspach gelang dem Tabellenführer der Dritten Liga jedoch die Trendwende. Wie wertvoll der 2:1-Heimsieg gegen die SG Sonnenhof Großaspach am Ende für die Elf von der Wedau sein könnte, zeigte sich erst am Sonntag, als die Konkurrenz auf dem Weg zum Aufstieg erneut patzte. Aber daran wird Trainer Ilia Gruev seine Mannschaft nicht messen – die Zebras haben ihre Hausaufgaben dieses Mal nämlich selbst erledigt.

Spieler traten zum Gewinnen an

Sieben Spieltage vor Schluss ging durch ganz Duisburg ein mulmiges Gefühl. Irgendwie stand die Frage noch unausgesprochen im Raum, ob der MSV seinen komfortablen Vorsprung auf der Zielgeraden verspielen könnte. Einige malten sich schon das "Worst-Case-Szenario" aus: Relegation. Gegen die Würzburger Kickers. Das wäre des Guten eindeutig zu viel gewesen. Die Sparversion des kollektiven Haareraufens erfuhren die Duisburger Fans dann schon am Samstag gegen die SG Sonnenhof Großaspach. Die Halbzeit-Beschallung durch die Stereoanlagen der Arena war noch nicht ganz verklungen, da leistete sich Linksverteidiger Kevin Wolze einen dicken Klops und Torhüter Mark Flekken sah auch nicht wirklich gut aus, als ihm ein Schuss von Großaspachs Binakaj vom Pfosten an den Rücken und anschließend ins Tor abprallte. Das Publikum war schockiert, bestrafte die Mannschaft kurz mit vereinzelten Pfiffen – und dann taten sie das einzig Richtige. Die Arena wurde laut und peitschte den MSV Duisburg nach vorne. Dazu hatten die Fans an diesem Tag auch allen Grund, denn bis zum frühen Gegentreffer in der zweiten Halbzeit lieferten die Zebras ein ordentliches Spiel ab. Nach zwei sieglosen Partien gegen Regensburg und Rostock wollten die Duisburger das letzte Match der englischen Woche vom Anstoß weg an sich reißen. Immer wieder suchten die Blau-Weißen den Weg nach vorne, bauten gleichzeitig fast jeden Angriff über die Innenverteidigung auf. Bis zum Strafraum des Gegners funktionierte das meistens ganz gut, dann fehlte im letzten Pass oft die Genauigkeit. Ein Umstand, den die Aspacher beinahe bestraft hätten.

Doppelter Iljutcenko dreht auf

Nach dem Seitenwechsel erwischte nämlich Shqiprim Binakaj die Zebras auf dem falschen Fuß. Der Gegentreffer zeigte Wirkung, denn von diesem Zeitpunkt an konnte der MSV seine aktuell stärkste Tugend auspacken: Charakter zeigen. Allein in der Rückrunde punkteten die Zebras gegen Osnabrück, Münster, Erfurt und Chemnitz nach einem Rückstand und holten sich auch dieses Mal erneut einen Sieg. Matchwinner auf Seiten der Gastgeber war Stanislav Iljutcenko, der sich in den letzten Spielen in absoluter Topform präsentiert. Mit den Saisontreffern sieben und acht führte der Deutsch-Russe seine Mannschaft zum ersehnten "Dreier". Gleichzeitig belohnte sich die Elf von Trainer Ilia Gruev für einen couragierten Auftritt, der am Ende durch den Siegeswillen der Zebras entschieden wurde. Das hatten die Meidericher zuletzt ein bisschen vermissen lassen, offensichtlich aber nicht verlernt. Die Ausmaße dieses Erfolgs wurden erst einen Tag später deutlich, denn die Konkurrenten aus Osnabrück, Kiel und Magdeburg patzten alle jeweils in ihren Heimspielen. Der MSV Duisburg hat seine Hausaufgaben also gemacht und feierte dazu noch eine Premiere – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gelang ein Sieg gegen Sonnenhof Großaspach. Die bisherigen drei Begegnungen zwischen den Teams endeten jeweils Unentschieden. Jetzt haben die Zebras wieder sechs Punkte Vorsprung vor dem dichten Verfolgerknäuel. Oder anders gesagt – "nur" noch vier Siege, dann ist Aufstieg.

   

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