MSV Duisburg: Irgendwie ein Sieger

Gewonnen haben die Zebras am Freitagabend nicht, trotzdem gehen sie aus dem 0:0-Unentschieden gegen den Tabellenzweiten aus Magdeburg irgendwie als Sieger hervor. Denn wie schon so oft in dieser Saison konnte die Konkurrenz kein Kapital aus dieser Möglichkeit nutzen, die Distanz zum Spitzenreiter zu verkürzen. Selbst wenn die Nachholspiele der Sportfreunde aus Lotte aus Duisburger Sicht ungünstig verlaufen, behält der MSV einen Vorsprung von sieben Punkten auf den Aufstiegs-Relegationsplatz. Langsam aber sicher wird der Traum von der direkten Zweitliga-Rückkehr ernst.

Magdeburg spielt mit, MSV kreativer

Aktuell zehn Punkte Vorsprung vor dem Dritten, im ungünstigsten Fall immer noch sieben Zähler. In der Rückrunden-Tabelle sitzen dem MSV Duisburg aber auch schon die ersten Verfolger dicht im Nacken – der SV Werder Bremen II und der FSV Zwickau mit jeweils einem Punkt weniger. Magdeburg (8. Platz in der Rückrunde), Halle (16.) und Osnabrück (18.) haben im Kalenderjahr 2017 noch nicht richtig in die Erfolgsspur zurückgefunden. Natürlich kann in dieser verrückten Liga noch alles passieren, aber die Konkurrenz muss sich allmählich auch darauf einstellen, dass ein potentieller Aufstiegskandidat sein Ziel bereits fest im Blick hat. Der beste Beweis für die stetig wachsende Dominanz der Zebras ist das Spiel vom Freitagabend. Zu Gast war niemand geringeres als der Tabellenzweite aus Magdeburg. Was nach einem echten Spitzenspiel klang, fühlte sich in der ersten Halbzeit auch so an – zwischen dem Ersten und Zweiten ging es phasenweise hin und her. Die Magdeburger offenbarten dabei gute Anlagen, überließen das Kreiren von Großchancen aber den Gastgebern. Besonders der starke Andreas Wiegel brach auf dem rechten Flügel ein ums andere Mal durch und konnte die Stoßstürmer des MSV mit seinen Flanken füttern. Die wohl größte Möglichkeit der ersten Halbzeit vergab ausgerechnet Kingsley Onuegbu, der sich, seiner guten Form der letzten Wochen bewusst, auch dementsprechend ärgerte. Die maßgenaue Flanke von Wiegel wischte über den Kopf des Nigerianers, doch es fehlten Zentimeter der Präzision, sodass der Ball am Ende doch nur über das Gebälk zischte.

Defensive zweite Halbzeit

"Wir hatten in der ersten Halbzeit richtig gute Chancen und hätten das Spiel gewinnen müssen", erklärte der "King" im Nachhinein gegenüber dem "Kicker" und lag damit nicht allzu fern von den Tatsachen. Auch FCM-Coach Jens Härtel gab nach der Partie die Prognose ab, dass man den MSV Duisburg nächste Saison wohl nicht mehr in der Dritten Liga sähe. Dementsprechend stellte er seine Mannschaft in der zweiten Hälfte auch ein, die Magdeburger Defensive übernahm die Kontrolle über das Spiel, von den Kombinationen der Duisburger war nur noch selten etwas zu sehen. Für die Elf von Trainer Ilia Gruev zwar ein Ärgernis, aber gleichzeitig auch ein Lob, denn wenn der Tabellenzweite nur noch darauf konzentriert ist, keine Fehler zuzulassen – dann hat man als Mannschaft etwas erreicht. Macht der MSV Duisburg die Drittliga-Meisterschaft jetzt langweilig? Zurzeit sieht alles danach aus, denn die sportliche Linie von Trainer Ilia Gruev weiß zu gefallen. Elf Spiele ohne Niederlage zeugen von der Handschrift des Trainers und auch, wenn die Mannschaft immer noch die Feinheiten im Abschluss nachbessern kann, harmonisiert die blau-weiße Herde auf dem Platz so gut wie noch nie. Da fühlt sich auch ein Unentschieden doch glatt wie ein Sieg an.

   
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