Duisburg: Corboz als Schachfigur auf dem Finanzspielbrett

Mael Corboz feierte am Dienstag seinen 22. Geburtstag – vermutlich zum ersten Mal in Duisburg. Dort steht der US-Boy seit Ende des Transferfensters unter Vertrag und will sich bei den Zebras vom MSV in der 3. Liga beweisen. Während die Verantwortlichen von der Wedau von einem großen Talent sprechen, wird der Name "Corboz" den wenigsten Fachkennern ein Begriff sein. Dass sich Spieler und Verein dennoch gefunden haben, kam nicht zufällig zustande.

Sponsor unterstützte Transfer

Beim Landespokalsieg gegen den Post SV Solingen lief Mael Corboz erstmals mit der Rückennummer 2 in einem Pflichtspiel für seinen neuen Verein auf. Der 22-Jährige aus Mobile, Alabama, trainiert aber schon länger bei den Zebras mit. Bereits seit dem letzten Sommertrainingslager versuchte sich der US-Amerikaner für die Meidericher zu empfehlen, angedacht war – wenn überhaupt – ein ablösefreier Transfer im Winter. Nun ist Corboz doch schon früher da, weil US-Sponsor Capelli New York dem Verein finanziell unter die Arme gegriffen hat. Dieser Coup kommt allerdings nicht von irgendwoher, denn Mael Corboz stand vor seinem Engagement beim MSV bei den Wilmington Hammerheads unter Vertrag. Diese werden in den USA ebenfalls von Capelli unterstützt, sodass sich der Duisburgs Neuzugang auch die Bezeichnung "Marketingtransfer" gefallen lassen wird.

Echtes Talent?

"Mael gilt als eines der größten Talente auf dem US-amerikanischen Markt", freute sich Sportdirektor Ivica Grlic auf der Homepage des MSV Duisburg über den neuen Mittelfeldspieler. Im Raum steht die Frage, ob Corboz diesen Vorschusslorbeeren auch gerecht werden kann, oder ob der Transfer am Ende eine Marketingstrategie war – in beiden Fällen kann es allerdings nur Gewinner geben. Sollte der US-Junge beim MSV Duisburg einschlagen, wird es sportlich wohl kaum Nachteile für die Zebras haben. Verpasst er die Chance auf nennenswerte Einsatzzeiten im Trikot der Blau-Weißen, hat zumindest MSV-Partner Capelli New York seinen Namen im europäischen Markt ein bisschen bekannter gemacht. Daraus lässt sich schließen: je erfolgreicher der Spieler wird, umso besser ist es für den Sponsor, den Verein und natürlich für Corboz selbst.

Starkes Debüt im Landespokal

Nach seinem Geburtstag steht für den nun 22-Jährigen nämlich das Sportliche im Vordergrund – am Samstag empfängt der Spitzenreiter von der Wedau die Reservemannschaft von der Weser, wenn der SV Werder Bremen II zu Gast sein wird. Dass man durch die Verpflichtung des Amerikaners die Variationsmöglichkeiten im Spiel erhöhe, weiß auch Coach Ilia Gruev. "Durch die Verpflichtung bekommen wir einen sehr guten jungen Spieler für unser Mittelfeld dazu", lobt der Trainer seinen Neuling, bevor er ihn im Landespokal ins kalte Wasser warf. Beim 7:0-Erfolg verbuchte Corboz zwar keinen Scorerpunkt, zeigte sich aber sicher am Ball und stark bei Pässen. Fähigkeiten, die das US-Talent nun auf höherem Niveau beweisen darf.

 

 
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