MSV baut Tabellenführung aus – FCK gelingt Befreiungsschlag

Im Stile einer Spitzenmannschaft setzte sich der MSV Duisburg mit einem 2:1-Sieg gegen starke Rostocker durch. Kaiserslautern schickte ein Lebenszeichen und gewann gegen Uerdingen mit 3:0. Halle wurde vom TSV 1860 München geschockt und kassierte eine 0:1-Niederlage. Unterhaching und Meppen trennten sich in einem ereignisarmen Spiel torlos. Zudem spielten: Ingolstadt-Zwickau (4:2) und Großaspach-Mannheim (0:3).

Rostock 1:2 Duisburg: MSV mit glücklichem Sieg

Noch nie trafen Jens Härtel und Torsten Lieberknecht in einem Pflichtspiel aufeinander und bei ihrer Premiere sahen die beiden Cheftrainer einen flotten Beginn zwischen Verfolger und Spitzenreiter. Den besseren Start erwischten dabei die Hausherren, bei denen Nico Neidhart schon früh einen Distanzschuss nur knapp am Gehäuse vorbeizog (4.). Der MSV musste sich in die Partie beißen, doch die besseren Chancen erspielte sich Hansa: Nik Omladic tauchte frei vor Leo Weinkauf auf, doch der MSV-Keeper parierte sowohl gegen den Slowenen als auch gegen den Nachschuss von Pascal Breier (19.) – das hätte die Führung sein müssen! Die Partie entwickelte sich fortan einseitig, denn von der besten Offensive der Liga aus Duisburg war nichts zu sehen. Stattdessen belagerte Rostock den Zebra-Strafraum – und scheiterte immer wieder an Weinkauf. Max Rheinthaler (29.) und Sven Sonnenberg (37.) versuchten es nach Eckbällen, doch die Kugel wollte nicht über die Linie.

Die zweite Hälfte begann mit einem personellen Schock für die Rostocker: Kai Bülow verdrehte sich bei einem harmlosen Zweikampf das Knie und musste sofort ausgewechselt werden (50.). Auch der MSV Duisburg hatte zur Pause schon gewechselt und Lukas Scepanik reingebracht – und das erwies sich als Glücksgriff: Nach einer Flanke von Moritz Stoppelkamp setzte der Joker zum artistischen Seitfallzieher an und netzte für den Tabellenführer ein (52.) – Rostock zu diesem Zeitpunkt noch immer in Unterzahl wegen der Bülow-Verletzung. Hansa hatte die direkte Antwort aber parat: Neidhart brachte einen Ball von außen eigentlich blind in den Strafraum, doch auch beim MSV wurde geträumt und niemand hatte den heranrauschenden Nartey auf dem Zettel – der versenkte aber gnadenlos (55.)! Duisburg war jetzt dennoch besser im Spiel und der nächste Aufreger folgte: Omladic wurde im Strafraum von zwei Gegenspielern in die Zange genommen und fiel, der Schiedsrichter entschied gegen einen Elfmeter (73.). Und dann machte es Duisburg wie eine Spitzenmannschaft: Flanke Engin, Kopfball Vermeij – und der Ball sprang an beide Pfosten und schließlich in die Maschen (82.). Rostock rannte mit Wut an, doch an der zweiten Niederlage in Folge konnten die Hanseaten nichts mehr ändern. Die Kogge muss somit einen Platz einbüßen und rutscht auf Rang sieben ab, während der MSV Duisburg seine Tabellenführung ausbauen konnte.

Uerdingen 0:3 Kaiserslautern: FCK verlässt Abstiegsplätze

In Düsseldorf startete zwischen dem KFC und dem 1. FCK eine verhaltene Partie, in der sich die Roten Teufel aber mit fortlaufender Spielzeit sicherer präsentierten. Besonders die Eckbälle von Florian Pick entwickelten sich in der Anfangsphase zur Waffe – einmal köpfte André Hainault über den Kasten (11.), einmal setzte Kevin Kraus das Leder an die Latte (15.)! Aber Uerdingen schlug zurück und biss sich in die Partie: Boubacar Barry versuchte es mit einem Weitschuss, nur Sekunden später scheiterte Roberto Rodriguez aus ähnliche Situation (25.). Der KFC war nun wieder besser im Spiel und erarbeitete sich die Chancen – doch Kaiserslautern schlug eiskalt zu! Timmy Thiele gab im Strafraum an Dominik Schad ab, dessen scharfe Hereingabe von Assani Lukimya geblockt wurde, allerdings danach ins eigene Tor kullerte (43.)!

Ein Doppelwechsel zur Pause auf Seiten der Uerdinger brachte nicht die erwünschte Wende – Kaiserslautern blieb im Vorwärtsgang. Zwar bekam Tom Boere den Ball nach einer Fußparade von Lennart Grill direkt vor die Füße, doch der Niederländer jagte den Ball in die Wolken (51.). Kaiserslautern sorgte für den berüchtigten Treffer ins Mark, denn nach einem guten Zuspiel von Thiele schob Christian Kühlwetter überlegt zum 2:0 für die Gäste ein (57.). Der bekannte Drops schien gelutscht, denn kurz darauf erhöhte Thiele, der nach einem langen Ball frei auf das Uerdinger Tor zulaufen und problemlos einschieben konnte (65.). Auch in der Folge war Kaiserslautern – gerade in Person von Timmy Thiele – dem vierten oder fünften Treffer näher als der KFC dem Anschlusstor. Den negativen Schlusspunkt für die Krefelder setzte Adam Matuschyk, der in den Schlussminuten mit der Gelb-Roten Karte vom Platz flog (87.) – und Lautern feierte den Befreiungsschlag. Kaiserslautern springt mit dem Sieg vorläufig über den Strich (Platz 16), während der KFC Uerdingen im Niemandsland hängenbleibt (Platz 13).

Halle 0:1 TSV 1860: Löwen siegen ohne Bierofka

Oliver Beer war der Mann an der Seitenlinie des TSV 1860, der im ersten Spiel nach Daniel Bierofka den positiven Trend der Vorwoche fortsetzen sollte. Und die Münchener waren durchaus gewillt, dem Folge zu leisten – Stefan Lex feuerte einen Distanzschuss aus rund 20 Metern ab und setzte das Leder damit an den Pfosten (18.)! Auf der Gegenseite war Ersatzkeeper Marco Hiller zur Stelle, als ein abgefälschter Schuss von Terrence Boyd auf seinen Kasten segelte (21.). Die besseren Chancen oblagen aber den Gästen: Marius Willsch marschierte über den Flügel und legte in der Mitte für Sascha Mölders quer, doch der Torgarant verzog (29.). Die Defensivarbeit der Löwen ließ keine Chancen für den HFC zu, sodass das Spiel seinen gerechten Lauf nahm: Mölders steckte auf Lex durch, der vor Kai Eisele die Nerven bewahrte und zur Führung einschob (39.).

Halle kam daraufhin mit mehr Zug zum Tor aus der Kabine und erarbeitete sich die erste Großchance: Joker Felix Drinkuth nutzte einen Fehler von Hiller im Löwen-Kasten, doch Innenverteidiger Aaron Berzel konnte den Abschluss auf der Linie klären (56.). Dann wieder 1860 München, die erneut das Aluminiumpech verfolgt – denn Lex war nach einem Aufbaufehler der Hallenser frei durch und scheiterte erneut am Pfosten (58.). München wurde wieder die aktivere Mannschaft, doch sowohl Lex (70.) als auch Mölders (74.) scheiterten an Kai Eisele. Erst in den Schlussminuten kam Halle vermehrt zum Zug, doch eine zwingende Chance – und eine Antwort – hatten die Saalestädter nicht mehr parat. Der HFC verliert somit auf dem vierten Rang etwas Boden gegenüber den Mannschaften auf den Aufstiegsplätzen, während sich der TSV 1860 auf den zehnten Platz vorschob.

Unterhaching 0:0 Meppen: Erneutes Remis für Haching

Die Geschichte mit dem Toreschießen in Unterhaching ist eine besondere, denn meist fallen gar keine Tore oder die Oberbayern holen sich direkt einen deutlichen Sieg – die erste Halbzeit gegen den SVM deutete auf Ersteres hin. Stattdessen nahmen die Emsländer das Spiel in die Hand und erspielten sich die Chancen über das Offensivtrio um Deniz Undav, René Guder und Valdet Rama. So auch nach 27 Minuten, als der Albaner einen Ball in Guders Laufweg schickte, doch der offensive Mittelfeldspieler scheiterte im Duell mit Nico Mantl. Direkt danach köpfte Undav einen Ball an das Aluminium (28.), ehe der SVM hinten aufpassen musste: Einen Schuss von Florian Dietz konnte Schlussmann Matthis Harsman nur abprallen lassen, ein Nachschuss von Sascha Bigalke wurde geblockt (45.).

Auch im zweiten Abschnitt änderte sich das wesentliche Bild des Spiels nicht: Julius Düker, der verletzungsbedingt für Undav eingewechselt wurde, stand plötzlich alleine vor Hachings Keeper und blieb in letzter Sekunde an ebenjenem hängen (50.). Das Spiel entwickelte sich zu einer Nervenschlacht, die sich zum größten Teil auch ohne Torraumszenen im Mittelfeld abspielte. Die größte Chance gab es in der Schlussphase: Paul Grauschopf erhielt den Ball auf der Außenbahn und schloss aus spitzem Winkel ab – der abgeblockte Ball landete aber nur auf dem Außennetz (81.). Der Lucky Punch gelang keinem mehr. Haching rutschte durch das dritte torlose Remis im vierten Spiel auf den Aufstiegs-Relegationsplatz ab, während Meppen vorläufig auf dem neunten Rang blieb.

Ingolstadt 4:2 Zwickau: Wildes Hin und Her

Die Schanzer ließen von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie das Spiel unter ihre Kontrolle bringen wollten: Schon nach vier Zeigerumdrehungen wurde FSV-Keeper Johannes Brinkies erstmals zur Parade in höchster Not gezwungen. Immer wieder war es besonders Dennis Eckert Ayensa, der für die Ingolstädter Dampf machte – doch bei einem Kopfball von Stefan Kutschke musste sich Brinkies ebenfalls ganz lang machen, um die Kugel noch von der Linie zu kratzen (18.). Obwohl den Hausherren wohl ein Elfmeter nach dem Duell zwischen Davy Frick und Kutschke (23.) verwehrt blieb, gingen die Ingolstädter verdient in Führung: Brinkies parierte erneut gegen Kutschke, doch den Abpraller verwertete Eckert Ayensa (27.). Beinahe im direkten Gegenzug dann der überraschende Ausgleich aus dem Nichts, als Ronny König einen Ball sehenswert aus der Luft annahm und per Volley versenkte (31.). Ingolstadt war um die nächste direkte Antwort bemüht und gab sie auch: Kutschke auf Kaya, der weiter auf Eckert Ayensa und rein in die Maschen – 2:1 (33.). Die Turbulenz nahm nicht ab, kurz darauf war wieder Eckert Ayensa im Fokus. Beim Eindringen in den Strafraum wurde der Stürmer leicht von Christoph Handke touchiert, den umstrittenen Strafstoß verwandelte Kutschke ohne Kompromisse (41.). Der Pausentee war bereits vorbereitet, doch Morris Schröter vom FSV hatte noch ein Ass im Ärmel: Im Strafraum konnte er sich den Ball zurechtlegen und verkürzte erneut auf 2:3 aus Zwickauer Sicht (45.).

Ähnlich druckvoll kamen die Ingolstädter auch wieder aus der Kabine heraus, Brinkies wurde bei einem Schuss von Marcel Gaus einmal mehr zur Glanzparade gezwungen (53.). Auch Zwickau stand den Bemühungen aus der ersten Halbzeit in keiner Sekunde nach, einzig die Präzision mangelte inzwischen bei beiden Teams. Und so war das Duell bis in die Schlussminuten völlig offen, bis Maximilian Beister das Spiel zugunsten der Hausherren entschied: Glücklich sprang das Leder zum Offensivspieler, der vom rechten Strafraumeck sehenswert ins lange Ecke traf (85.). Ingolstadt konnte dank des Sieges auf den zweiten Tabellenplatz klettern und Zwickau muss auf dem zwölften Rang auf der Hut bleiben.

Großaspach 0:3 Mannheim: Waldhof beendet Negativserie

Die Anfangsminuten der Partie gehörten den Gästen aus Mannheim, die allerdings früh wechseln wollten (10.) – Michael Schultz verletzte sich am Auge, doch der Innenverteidiger wollte auf dem Platz bleiben. Beinahe hätte sich dieser Mut bezahlt gemacht, denn nach einer Flanke tauchte der Abwehrspieler im gegnerischen Strafraum auf und nickte ein – allerdings aus Abseitsposition (12.). Wenig später musste er dann doch vom Platz und Nebenmann Kevin Conrad vollendete das angefangene Werk: Nach einer Ecke von Dorian Diring lief der Kapitän perfekt ein, um den Ball unhaltbar im Kasten unterzubringen (22.). Großaspach konnte sich in der Folge bei Keeper Maximilian Reule und dem Unvermögen der Mannheimer bedanken, dass die Führung zur Pause nicht schon eindeutiger wurde.

Daran arbeiteten die Mannheimer dann aber nach der Pause: Keeper Timo Königsmann leitete mit einem weiten Abschlag ein, Maurice Deville versetzte zwei Gegenspieler und Diring musste den anschließenden Querpass nur noch einschieben (64.). In der Rückwärtsbewegung zeigten die Großaspacher gegen anstürmende Mannheimer häufig Fehler, die Entscheidung führte dann aber ein weiterer Eckball herbei: Wieder Diring mit der Hereingabe, dann aber Marcel Seegert mit dem Kopfball und dem 3:0 für die Gäste (73.). Das Spiel war gelaufen, sodass das harte Einsteigen von Sebastian Bösel gegen Max Christiansen nur mit steigendem Frust zu erklären war – Schiedsrichter Patrick Kessel schickte den Aspacher mit der Roten Karte vom Platz (81.). Durch die Niederlage rutscht Aspach wieder unter den Strich – und könnte am Ende de Spieltags auf dem vorletzten Platz stehen. Waldhof dagegen platzierte sich mit dem ersten Sieg nach fünf Partien wieder auf dem sechsten Rang.

   
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