"Momentum auf ihrer Seite": HFC im Derby unter Druck

Es ist das Spiel der Spiele in Sachsen-Anhalt. Am heutigen Samstag (14 Uhr) empfängt der Hallesche FC den 1. FC Magdeburg zum Derby. In der Tabelle liegt der HFC vor dem Rivalen. Warum diese Statistik jedoch keinen Aufschluss über die Favoritenrolle gibt.

HFC weiter ohne Sieg

Ein erster, oberflächlicher Blick scheint die Frage über den vermeintlichen Favoriten bereits zu klären: Der Hallesche FC steht als Tabellenneunter fünf Punkte vor dem 1. FC Magdeburg. Zudem hatten die Rot-Weißen das erste Derby der Saison mit 2:0 beim FCM gewonnen. Also ist doch alles klar, oder?

Mitnichten! Vor dem Rückspiel in Halle am Samstag (14 Uhr) sind die Vorzeichen nicht so klar, wie es die oben erwähnten Statistiken vermuten lassen könnten. Denn die Blau-Weißen holten im Jahr 2021 aus vier Partien sieben Punkte, konnten die vergangenen beiden in Unterhaching (2:0) und Duisburg (2:1) erfolgreich gestalten. Die Formkurve zeigte zuletzt also nach oben. Das Team vom stark kritisierten Trainer Thomas Hoßmang schaffte sogar den Sprung von den Abstiegsrängen. "Das Momentum ist auf ihrer Seite", wird HFC-Trainer Florian Schnorrenberg in der "Bild" zitiert. "Sie kommen nicht mehr über lange Bälle, bauen gut auf und spielen besser Fußball."

Derstroff fällt aus, Boyd zurück

Beim Rivalen aus Halle ist die Gefühlslage derweil eine ganz andere. In den vergangenen drei Partien gelangen lediglich zwei Unentschieden, zudem gab es eine 0:4-Klatsche gegen die Zweitvertretung des FC Bayern. Noch sind es sechs Punkte bis zum ersten Abstiegsplatz, doch vor allem die beiden jüngsten Auftritte machten wenig Mut zur Hoffnung, dass es beim HFC fortan besser laufen könnte. Denn die Defensive zeigt immer wieder Patzer, die auf Drittliga-Niveau nicht passieren sollten, auch offensiv läuft wenig zusammen. Das letzte Tor gelang vor 226 Minuten. Und mit Julian Derstroff fällt der Schütze dieses Treffers im Derby auch noch verletzt aus. Sechs Toren gelangen dem Flügelspieler schon, er ist damit der zweitgefährlichste Profi der Saalestädter. Sein Ausfall wird nur schwer zu kompensieren.

Die Hoffnung beim HFC: Immerhin kehrt Terrence Boyd nach Gelbsperre zurück. Sein Fehlen wurde beim Heimspiel gegen Mannheim (0:0) zuletzt wieder deutlich. Der 29-Jährige ist der Hoffnungsträger der Rot-Weißen. Mit neun Treffern und zwei Vorlagen in 16 Einsätzen stellte er seine Ausnahmequalitäten auch bereits mehrfach unter Beweis. Der Deutsch-Amerikaner, der zuletzt Anfang Dezember in Verl getroffen hatte, soll nun also helfen, den Derbysieg zu holen und damit die Wende für sein Team einzuleiten. Denn klar ist: Sollte auch das Prestige-Duell gegen Magdeburg in die Hose gehen, wird es im und um den Verein ungemütlich werden

   
  • Jürgen Gallert

    Andererseits hatte der 1. FCM in der Vergangenheit große Probleme, nach einem Sieg die richtige Balance zwischen Angriff und Abwehr zu finden. Entweder man war sehr vorsichtig und viel zu passiv oder man versuchte es mit Hurrafussball und lief reihenweise in Konter.

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