Minuskulisse und viel Matsch: Lotte trotzt allen Umständen

Kann das Spiel stattfinden oder nicht? Ist das Feld gegen den Chemnitzer FC bespielbar und für keinen Akteur ein Risiko? Bis kurz vor Anpfiff des Lotter Heimspiels gegen den Chemnitzer FC wurde noch diskutiert. Dann aber wurde angestoßen, und die Sportfreunde Lotte gaben gegen einen über weite Strecken indisponierten CFC eine deutliche Antwort.

"Der Rasen war in schlechterem Zustand als letzten Dienstag"

Ja, auf diesem Rasen lässt sich Fußball spielen! Sicherlich nicht der beste Kombinationsfußball – wobei dieser in der 3. Liga so oder so allenfalls vereinzelt zu begutachten ist. Kämpfen und ackern ließ sich auf dem tiefen Boden jedoch hervorragend, auch wenn schon kurz nach Spielbeginn erste dunkle Löcher das Spielfeld säumten. Dass diese Drittliga-Partie nun durchgeführt werden konnte, darüber ärgerten sich im Übrigen auch Fans und Verantwortliche bei den Sportfreunden Lotte im Hinblick auf das verschobene Pokal-Viertelfinale gegen den BVB. "Der Platz war heute schlechter als am letzten Dienstag – und trotzdem gut bespielbar", wird etwa Obmann Manfred Wilke in der "NOZ" zitiert. Auch die wenigen Anhänger – 1304 Zuschauer bedeuten einen Minusrekord in der Aufstiegssaison – skandierten hin und wieder vergnügt Tiraden gegen den DFB. Klar, der Umzug nach Osnabrück ist nicht schön, aber zu verkraften. Der Vorfreude auf das Duell mit Deutschlands zweitbestem Verein tut das keinen Abbruch.

Wieder legt Nauber den Grundstein

Zuvor wartete allerdings noch die unangenehme Aufgabe Chemnitzer FC, der das Ziel Aufstieg allein aus wirtschaftlichen Gründen stets vor Augen besitzt. Dass die Himmelblauen jedoch oben mitspielen wollen, davon war über die kompletten 90 Minuten nicht viel zu sehen. Eine richtig fette Chance besaßen die Gäste aus Sachsen in Form von Daniel Frahn, der erst den Pfosten traf und das Leder anschließend nochmals vorbeistolperte. Da war jedoch auch bereits eine ganze Stunde gespielt, schon in der ersten Spielhälfte waren die Sportfreunde durch einen wuchtigen Kopfball von Gerrit Nauber in Führung gegangen. Ein besonderes Tor für den Abwehrrecken, auch weil dieser bereits im Hinspiel an der Gellertstraße den entscheidenden Treffer beigesteuert hatte. Viel mehr passierte in einer ereignislosen ersten Halbzeit ohnehin nicht, Chemnitz um Trainer Sven Köhler war vom aktiven Fußballspiel weitestgehend abgemeldet.

Der Klassenerhalt rückt näher und näher

Daran änderte sich jedoch auch nach dem Pausentee wenig. Vielleicht hätte der CFC noch einmal ins Spiel finden können, hätte er den Druck nach der Frahn-Möglichkeit aufrechterhalten. Stattdessen aber untermauerte Lotte seine Gefahr nach Standards in Form von Nico Neidhart, der zum 2:0 einköpfte (62.). Das 3:0 besorgte Kevin Pires-Rodrigues schließlich per Elfmeter – vielleicht fiel das Ergebnis ein Tor zu hoch aus, denn an die Wand gespielt hatten die SFL ihren Kontrahenten wahrlich nicht. Aber wen kümmert das noch? Mit nunmehr 37 Punkten auf der Habenseite ist der Klassenerhalt schon nach 25 Spieltagen greifbar. Als Bonus locken weiterhin die Aufstiegsränge, die nach aktuellem Stand aus eigener Kraft erreichbar sind. Träumen ist erlaubt, die Bodenhaftung nicht – aktuell muss die 3. Liga jedoch die Sportfreunde Lotte als ernsthaften Anwärter in den Favoritenkreis um die Aufstiegsplätze aufnehmen.

   

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