Merks Investoren-Suche: Verhandlungen werden schwieriger

Die Herausforderung war bereits groß, als Markus Merk im Dezember als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender antrat: Elf Millionen Euro benötigt der 1. FC Kaiserslautern für sein Überleben, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die finanzielle Lage des Klubs sind noch nicht abzusehen. Nun gab der 58-Jährige einen Einblick.

"Man spürt die Sorge insgesamt"

Dass die Coronakrise manche Klubs vor den wirtschaftlichen Ruin treiben könnte, ist bekannt. Dass das beim 1. FC Kaiserslautern, ohnehin schon ein Sorgenkind in Hinblick auf die Lizenzierung, auch zutrifft, ist keine Überraschung. "Es hat sich vieles geändert, wir haben das Gefühl, dass die Zeit, das Rad, etwas stillsteht", lässt Merk im SWR-Podcast "Nur der FCK" in die Lebenslage derjenigen einblicken, die mit dem FCK verbunden sind. Mit der nötigen Sorgfalt: "Und trotzdem gibt es für uns alle im Leben wichtige Aufgaben, die erfüllt werden müssen."

Das trifft auch auf Markus Merk selbst zu. Er ist für das Überleben der Roten Teufel zuständig, das in finanzieller Hinsicht schon vor der Coronakrise eine Herausforderung war. Und wie es zu erwarten ist, wird die Aufgabe nicht leichter: "Man spürt in dieser Zeit von Corona, in dieser Problematik, in dieser wirtschaftlich problematischen Lage, den Druck bei jedem einzelnen dieser Investoren. Man spürt den Druck in deren Unternehmen und die Sorge insgesamt."

Externe Hilfe von Bund, Land und DFB?

Zusammengefasst heißt das, dass die "Verhandlungen in diesen Tagen unglaublich schwieriger" werden, als noch vor der Pandemie. Elf Millionen fehlten den Roten Teufeln bis dahin, der neue Betrag ist eine Dunkelziffer. Besonders, weil in Kaiserslautern bis zum 10. Juli keine Großveranstaltungen durchgeführt werden dürfen. "Es liegt sehr nahe, dass wir in dieser Saison kein Heimspiel mehr austragen werden. Das ist ein riesiger Verlust, der bei uns nicht eingespeist war. Auch den gilt es auszugleichen", blickt Merk einem weiteren Rückschlag in der Finanzplanung entgegen.

Die Fans sieht der 58-Jährige dieses Mal nicht mehr in der Pflicht: "Die Fans haben in der Vergangenheit schon sehr viel dazu beigetragen, den Verein wirtschaftlich zu erhalten. Wir wollen die Fans nicht weiter mit ins Boot nehmen. Wir wollen diese große wirtschaftliche Problematik extern lösen." Wie diese externen Lösungen aussehen, ist noch ungewiss – und wie Merk schon sagte – äußerst problematisch angesichts der Gesamtwirtschaftslage.

Deswegen legt Merk auch Hoffnungen in eine Hilfe von Bundes- oder Landesmitteln. "Wir sehen da durchaus Chancen. Wir sind ja nicht nur ein Verein, sondern auch ein Unternehmen, das vor den gleichen Problemen steht in der Corona-Krise, wie andere Unternehmen auch", beschäftigt sich der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende auch mit externen Mitteln. Die Solidarität, die in diesen Tagen in der Fußball-Welt groß geschrieben wird, macht Merk weitere Hoffnungen – gerade in Hinblick auf die Lizenzierung: "Hier wird sich mit Sicherheit auch einiges ergeben. Da ist der DFB gefragt." Das allein wird aber wohl nicht die Rettung des FCK sein.

   
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