Mannheim will "gut angreifen" – Kern weckt Begehrlichkeiten

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Drei Versuche waren gescheitert, künftig kann der SV Waldhof Mannheim aber endlich in der 3. Liga auflaufen. Dort will der Aufsteiger angreifen, denn langfristig soll die 2. Bundesliga das Ziel des Traditionsklubs sein. Doch zunächst sollen kleinere Brötchen gebacken werden.

"Das ist kein einfaches Terrain"

Drei verpasste Aufstiege sind nicht nur ein sportliches Ärgernis, auch finanziell hat das ständige Anrennen viel Geld gekostet – eine Tatsache, die viele von Außen oftmals nicht wahrnehmen. "Wir haben drei Jahre lang mit einer Drittliga-Kostenstruktur gearbeitet – bei Viertliga-Einnahmen. Deshalb hatten wir jedes Jahr eine Riesenlücke", berichtet Waldhof-Präsident Bernd Beetz gegenüber dem "Mannheimer Morgen", dass die Erleichterung über den geglückten Aufstieg in Mannheim groß ist. Zumal Beetz auch als maßgeblicher Geldgeber im Hintergrund agiert.

Langfristig peilt der Funktionär dementsprechend auch die 2. Bundesliga an, denn in der wirtschaftlichen "Todes-Liga" kann auch Waldhof Mannheim nicht ewig überleben. "Diese Spielklasse ist geprägt durch Insolvenzen, das ist kein einfaches Terrain", will sich Beetz nichts vormachen, dass die 3. Liga weitere finanzielle Ressourcen des Vereins verschlingen wird. Diese Widrigkeiten gilt es mit den Voraussetzungen in Mannheim abzufedern, denn Beetz will nicht nur angreifen, er will "gut angreifen."

Trares' Vertrag bis 2020

Ein erstes Zeichen seien die kalkulierten Zuschauerzahlen: Etwa 8.700 Fans erwartet der SVW pro Heimspiel, ein Drittel mehr als in der Regionalliga. "Schön ist jetzt, dass wir eine gemeinsame Basis haben und alle an einem Strang ziehen. Das ist ein hohes Gut. Und alle die mitgehen, sehen, was das bedeutet. Man kann die Leistung nur abrufen, wenn der Rahmen stimmt", baut Beetz auf die Unterstützung der Zuschauer und auf eine funktionierende sportliche Leitung. Die besteht auch in der Drittliga-Saison aus Sportchef Jochen Kientz und Trainer Bernhard Trares – wenngleich der Trainer schon im Vorfeld leicht verstimmt wirkt.

Denn statt eines gewünschten Zwei-Jahres-Vertrag für den Aufstiegstrainer, verlängerte Mannheim nur bis 2020 mit dem Coach. "Das wäre ein Vertrauensvorschuss gewesen, aber der Verein wollte das nicht, weil er in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat", erklärte der 53-Jährige gegenüber der "Rhein-Neckar-Zeitung". Doch von Missmut wollte Trares nichts wissen: "Mir macht die Arbeit hier mit den Jungs aber so viel Spaß, dass das am Ende keine Rolle gespielt hat." Deshalb habe er sich den Wünschen ds Vereins gebeugt, sodass Präsident Beetz frohen Mutes in die Saison gehen wird: "Ich gehe davon aus, dass wir da ordentlich mitspielen. Nach den ersten zehn Spielen wissen wir’s."

Regensburg buhlt um Kern

Derweil ist Timo Kern in den Fokus von Zweitligist Jahn Regensburg gerückt. Laut der "Rhein-Neckar-Zeitung" soll dem 29-Jährigen ein konkretes Angebot vorliegen, noch verweigere der SVW dem Mittelfeldspieler aber die Freigabe, heißt es. Kerns Vertrag beim Waldhof läuft bis 2020, es würde somit eine Ablösesumme fällig werden.

Der gebürtige Hockenheimer war erst vor der Saison vom FC-Astoria Walldorf nach Mannheim gewechselt und kam in 28 Spielen zum Einsatz. Mit 17 Toren und zehn Vorlagen war der 29-Jährige zweitbester Scorer beim SVW, dementsprechend schwer würde sein Abgang wiegen. Mit Marco Meyerhöfer (Greuther Fürth) hat der Aufsteiger bereits einen Stammspieler verloren, auch Valmir Sulejmani (18 Tore, zwölf Vorlagen) wird von Vereinen aus der 2. Bundesliga umworben. Zuletzt bekannte sich der Stürmer aber zum SVW.

   

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