Mannheim geht bei 1860 unter: "Wir waren vogelwild"

Der SV Waldhof Mannheim geriet beim 0:5 gegen 1860 München am Samstag gehörig unter die Räder. Eine schwache Defensive und ein überragender Sascha Mölders im Dress der Löwen gaben im Grünwalder Stadion den Ausschlag. Mannheims Trainer Patrick Glöckner räumte dem Auftritt seiner Mannschaft nach Spielschluss einen seltenen Charakter ein.

Schwachpunkt hohe Anspiele

Schiedsrichter Mitja Stegemann hatte vor nicht einmal 180 Sekunden die Drittliga-Partie an diesem Adventssamstag angepfiffen, da zappelte der Spielball bereits ein erstes Mal im Netz der Gäste aus Mannheim. Philipp Steinhart hatte mit einem hohen Ball die komplette letzte Linie der Waldhöfer überspielt und Torjäger Sascha Mölders in Szene gesetzt. Der Stürmer musste diese mustergültige Vorlage nur noch mit seinem linken Fuß vollenden. "Wir kommen ins Spiel rein und liegen sofort hinten. Alles was du dir vornimmst, das ganze Selbstbewusstsein schwindet. Bei den Toren zum 1:0 und 2:0 schlafen wir komplett", bilanzierte Mannheims Trainer Patrick Glöckner nach Spielende am Mikrofon von "Magenta Sport".

Das zweite Gegentor resultierte aus einem Freistoß von der linken Seite. Den von Moll servierten Ball nickte Mölders erneut in die Maschen, auch wenn zunächst nicht sicher war, ob er oder ein Mannheimer Gegenspieler den Ball zuletzt berührt hatte. Wieder war die Mannheimer Hintermannschaft mit einem einfachen hohen Ball schachmatt gesetzt. "Wir waren vogelwild", ergänzte Glöckner seinen Kommentar zur Entstehung der Gegentore. Denn als Mölders seinen lupenreinen Hattrick nach 27 gespielten Minuten verbuchen konnte, hatte Neudecker abermals mit einem hohen Ball die Mannheimer Defensive ausgehebelt. "Wir waren komplett verunsichert. Vor der Pause ist gar nichts mehr zusammengelaufen", so Glöckner, der mit Max Christiansen, Jasper Verlaat (Muskelfaserriss) und Arianit Ferati (fünfte gelbe Karte) auf drei Stammspieler verzichten musste. So war bereits zur Halbzeitpause das Spiel für die Kurpfälzer gelaufen.

"Weißt nicht, wo du beginnen sollst"

Doch auch in der zweiten Spielhälfte lief es für den Waldhof nicht sonderlich besser, im Gegenteil. Denn nun gesellte sich zum eigenen Unvermögen auch etwas Pech. Der Unparteiische Stegemann zeigte nach einem Handspiel von Marcel Costly auf den Elfmeterpunkt. Eine unglückliche Aktion aus Mannheimer Sicht, denn der Arm des Mittelfeldmanns war angelegt, als er aus nächster Nähe angeschossen wurde. So stellte Steinhart vom Punkt auf 4:0 und ließ Jan-Christoph Bartels im Tor der Gäste keine Chance. "Da war das Kind endgültig in den Brunnen gefallen. Wir waren heute nicht in der Lage, gegen eine solche Mannschaft mitzuhalten", so Glöckner. Der Torwart war indes auf Mannheimer Seite der überzeugendste Akteur, gegen Münchens Lex hielt er in einer Situation zwischenzeitlich überragend.

Den Schlusspunkt zum 5:0 setzte erneut Steinhart nach einer verunglückten Klärungsaktion von Gohlke. Coach Glöckner maß dem Spiel seiner Mannschaft einen in dieser Form seltenen Charakter bei. "Heute war ein gebrauchter Tag. Das ist eine Niederlage, die darf uns so – und in der Höhe schon gar nicht – niemals passieren. Es gibt zwei bis drei Spiele im Jahr, die schenkst du ab und weißt nicht, wo du mit der Analyse beginnen sollst. Das heute ist eines dieser Spiele gewesen." Nach der zweiten Pleite in Folge ist der Waldhof in die untere Tabellenhälfte abgerutscht und hat nur noch vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Im Heimspiel gegen Unterhaching am kommenden Dienstag kann Mannheim wieder Boden gut machen.

   
  • DM von 1907

    Waldhof kann bei seinem in der Breite nicht besonders gut besetzten Kader nur einzelne Schlüsselspieler ersetzen. Wenn sich die Ausfälle häufen, geht es den Bach runter, weil der zweite Anzug nicht wirklich sitzt.

    Kreativer Spielaufbau: Es geht nicht "ohne zwei". Ferati und Diring – einer von beiden muss auf dem Platz sein. Wobei Ferati diesmal sein Fehlen selbst verschuldet hat durch eine völlig unnötige gelbe Karte.

    Defensive Stabilität: Es geht nicht "ohne drei". Verlaat, Christiansen, Schuster – zwei davon sollten auf dem Platz sein. Die beiden letztgenannten spielen immer recht unauffällig; wie wichtig sie für eine stabile Defensive und für den Spielaufbau von hinten heraus sind, merkt man immer dann, wenn sie fehlen!

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